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Predigt:

13. Sonntag im Jahreskreis C (27.06.2004)

L1: 1 Kön 19,16b.19-21; L2: Gal 5,1.13-18; Ev: Lk 9,51-62


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

In diesen Tagen, um das Hochfest von Peter und Paul herum (29. Juni), werden in vielen Diözesen und Ordensgemeinschaften wieder Priester geweiht. Es sind junge und mitunter auch schon ältere Männer, die ihr freies Jawort zur Nachfolge Christi im Priesterberuf sprechen wollen. Sie werden von der Kirche durch den Bischof angenommen und durch die Weihe mit Handauflegung und Gebet mit dem unauslöschlichen priesterlichen Merkmal ausgestattet. Ab nun werden sie immer dann, wenn sie predigen, verkünden, die Sakramente spenden und den Menschen in ihren Nöten hilfreich beistehen, im Namen und in der Person Christi handeln.

Es ist ein Geheimnis der Liebe Gottes, dass Jesus Christus als einziger Mittler zwischen Gott und den Menschen als seine besonderen Mitarbeiter die Priester beruft, damit sie teilhaben an seiner Sendung und mitwirken, die Menschen zu Gott zu führen.

Ein Priester empfängt seine Berufung von Gott. Die Kirche prüft, ob der Kandidat geeignet ist und mit rechter Absicht hinzutritt. Priester wird man nämlich nicht für sich selber, sondern vor allem für andere. Es kommt auf die Hingabe des Herzens an Gott und die Menschen an. So lastet auf den Priestern eine besondere Verantwortung für das Heil der Seelen. Stellvertretend sind sie aufgerufen, den Dank und die Bitten, die Anbetung und die Sühne des Volkes vor Gott zu bringen.

Die geschieht vor allem durch die Feier der heiligen Messe, in der das Kreuzesopfer Christi gegenwärtig gesetzt wird. Wer an der Eucharistie teilnimmt, die der Priester in der Person Christi in Einheit mit der Kirche feiert, ist mit dem Tod und der Auferstehung Christi verbunden.

Im Evangelium hören wir von verschiedenen Menschen, die Jesus als Jünger nachfolgen wollten. Er wies sie nicht ab, wohl aber stellte er seine eindeutigen Forderungen. Es geht vor allem darum, dass sich die Jünger ganz einsetzen für das Reich Gottes. Denn auch der Menschensohn „hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.“ Der Jünger Jesu muss eigene Sicherheiten aufgeben und ganz verfügbar sein für den Ruf Gottes.

Da gibt es zwei Anwärter, die Jesus nur unter der Bedingung nachfolgen wollen, dass sie zuvor ihre familiären Angelegenheiten erledigen können. Der eine hat seinen Vater zu begraben, der andere möchte wenigstens Abschied nehmen von der eigenen Familie. Und nun verweigert dies Jesus! Das klingt hart. Er mutet seinen Jüngern einiges zu. Worauf will der Herr da hinaus?

Verwandtschaftsbeziehungen dürfen nicht zur Fessel werden für die Verkündigung des Wortes Gottes. Wo es um den Konflikt zwischen einer Forderung der Familie und dem Ruf Gottes geht, ist in heiliger Freiheit jedenfalls dem Ruf Gottes zu folgen. Darin liegt mit ein Grund für den Zölibat, also das Versprechen der Ehelosigkeit und der sexuellen Enthaltsamkeit, das der Kandidat zum Priestertum schon bei seiner Diakonenweihe ablegt.

Gott allein genügt. Er erfüllt das Menschenherz, und er soll insbesondere die Quelle der Kraft und Freude für den Priester sein. In dieser Liebe Gottes soll sich der Priester den Menschen zuwenden und für sie da sein.

Wir wollen auf die heilige Jungfrau und Gottesmutter Maria blicken! Sie ist das vollkommene Urbild der Kirche als Mutter der Gläubigen. Der Priester ist in besonderer Weise der heiligen Gottesmutter Maria anvertraut. Sie wird ihn durch ihre Fürbitte begleiten und die Wege öffnen zu den Herzen der Gläubigen.

Beten wir für unsere Priester und unterstützen wir sie nach Kräften! Die Berufungen auf Erden sind verschieden. Das Ziel ist für uns alle dasselbe: die ewige und selige Gemeinschaft mit Gott in der Herrlichkeit des Himmels und in der Gemeinschaft der Heiligen. Amen