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Predigt:

Gott erfüllt seine Verheißungen

2. Adventsonntag C (09.12.2012)

L1: Bar 5,1-9; L2: Phil 1,4-6.8-11; Ev: Lk 3,1-6


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Im Advent sind wir in besonderer Erwartung des Kommenden. Gott verheißt uns Zukunft, auch über den Tod hinaus. Er möchte uns Leben in Fülle schenken durch seinen Sohn Jesus Christus, dessen Geburt wir zu Weihnachten feiern.

Die alttestamentliche Lesung aus dem Buch des Propheten Baruch ist ein Lobpreis auf den rettenden und vollendenden Gott des Bundes. Er lässt es nicht zu, dass die Heilige Stadt Jerusalem für immer dem Untergang preisgegeben wird. Aus allen Himmelsrichtungen werden die Menschen in dieser Stadt Gottes versammelt; dort finden sie das Heil und „freuen sich, dass Gott an sie gedacht hat.“ Alle Schmach wird hinweggenommen; jede Erniedrigung findet ein Ende. Gott schenkt ewigen Jubel; „Erbarmen und Gerechtigkeit kommen von ihm.“

In anderer Weise wird die Erfüllung dieser Hoffnung im Evangelium nach Lukas angekündigt. Dort tritt zu einer bestimmten historischen Zeit (Pontius Pilatus ist gerade Statthalter von Judäa) ein Prophet namens Johannes auf. Er bereitet die Menschen vor auf den Kommenden, auf den Erlöser der Menschen, Jesus Christus. Dann wird sich die Verheißung erfüllen: „Alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt.“

Blicken wir auf unser eigenes Leben! Wir machen hier gegensätzliche Erfahrungen. Einerseits gibt es vieles, was uns mit Freude erfüllt, und wir kennen das Glück so mancher Stunden, die uns geschenkt sind im trauten Kreis der Angehörigen oder von Freunden. Andererseits sind wir der Vergänglichkeit unterworfen. Wir können nichts von dem festhalten, was uns gehört, und wir kennen Leiden und Krankheit, ja sind auch vom Sterben und vom Tod betroffen. Wohin führt unser Leben? Läuft alles ins Leere? Gibt es etwas, das Bestand hat über den Tod hinaus?

Gott selber gibt uns die Antwort. Eben deshalb ist er vor 2000 Jahren als Mensch zu uns gekommen in seinem Sohn Jesus Christus. Er zeigt uns auf, dass wir zu einem ewigen Leben in Liebe und Freude berufen sind. Im Haus des himmlischen Vaters ist auch für uns eine Wohnung bereitet. Dort wird Gott jede Träne von uns abtrocknen, und Krankheit, Leiden und Tod wird es nicht mehr geben. Auf dieses Leben in Herrlichkeit gehen wir zu, wenn wir der Verheißung glauben, die an uns durch Gott selbst ergangen ist!

Folgen also auch wir den Worten des Propheten Johannes des Täufers! Wenden wir uns Gott zu und lassen wir das Böse hinter uns. Gott schenkt uns sein Erbarmen und sein Heil. In Jesus Christus, dem Erlöser der Menschen, finden wir das ewige Leben.

Indem wir uns der Fürbitte der Gottesmutter Maria anempfehlen, vertrauen wir darauf, dass Gott uns in seiner Liebe für ewig selig machen und retten will. Amen