Dr.
theol. habil. Josef Spindelböck
Wir werden mit
Christus auferstehen
L 1: Apg 5, 27b-32.40b-41; L 2: Offb 5,11-14; Ev: Joh
21,1-19
Alle liturgischen Texte finden Sie online im Schott-Messbuch
Liebe
Brüder und Schwestern im Herrn!
Für
unser christliches Leben ist es keineswegs gleichgültig, ob Jesus Christus
wahrhaft von den Toten auferstanden ist oder nicht. Wenn es keine Auferstehung gibt, ist unser Glaube nichtig und unsere
Hoffnung umsonst (vgl. 1 Kor 15,17); wir reden uns dann bloß etwas ein, was
nicht stimmt und haben auf Sand gebaut.
Wenn jedoch Jesus Christus auferstanden
ist und lebt – wie der Glaube
festhält und die Kirche bezeugt –, dann haben wir Hoffnung auch über den Tod hinaus. Wir sind dann nicht verloren in
unseren Sünden und nicht der Sterblichkeit und Vergänglichkeit ausgeliefert; unser Leben hat vielmehr Ewigkeitswert, da es mit Christus in
Gott verborgen ist und sich in seiner Herrlichkeit offenbaren wird, wenn Gott
uns zu sich ruft am Ende unseres Lebens und wenn Jesus Christus als König und
Herrscher wiederkommt am Ende der Welt.
In
der heiligen Taufe wurden wir
hineingenommen in den göttlichen Lebensstrom. Wir wurden, wie die Schrift sagt,
„wiedergeboren“ aus Wasser und dem
Heiligen Geist (vgl. Joh 3,5). Der ganze Mensch wurde mit Jesus Christus auf die
übernatürliche Ebene erhoben. Wir heißen Kinder
Gottes und sind es. Gott hat uns Anteil gegeben an seiner göttlichen Natur
und wir sind zu Erben des Himmels
geworden. Auch unser Leib, der
sterbliche, ist mit Jesus Christus in der Taufe auf eine ganz grundlegende
Weise dem Tod entrissen worden.
Gewiss, wir werden einmal sterben – doch der Tod hat seinen Schrecken verloren
für den, der an Jesus Christus glaubt und auf seine Liebe und sein Erbarmen
hoffen darf! Wir sterben mit Jesus
Christus und werden mit ihm auferstehen. Gott wird am Ende der Tage auch
unseren sterblichen Leib verwandeln und verherrlichen. Nicht für den Tod ist der Mensch bestimmt, sondern für das Leben mit
Gott!
Eben
diese freudige Hoffnung aus dem Glauben
ist auch der Inhalt des heutigen Tagesgebetes,
das der Priester im Namen der ganzen Gemeinde an Gott richtet. Darin heißt es:
Allmächtiger Gott, lass die österliche
Freude in uns fortdauern,
denn du hast deiner Kirche neue
Lebenskraft geschenkt und die Würde unserer Gotteskindschaft in neuem Glanz
erstrahlen lassen.
Gib, dass wir den Tag der Auferstehung
voll Zuversicht erwarten als einen Tag des Jubels und des Dankes. Darum bitten
wir …
Es
geht in diesem Gebet um unsere eigene
Auferstehung, wenn Jesus Christus wiederkommt in Herrlichkeit und er die
Toten aus den Gräbern ruft. Gottes
Allmacht wird es bewirken, dass dann auch unser Leib neu geschaffen wird in
unvergänglicher Herrlichkeit. Nicht nur mit seiner unsterblichen Seele soll der
Mensch dann Gott loben und preisen,
sondern in der Ganzheit und Einheit von
Seele und Leib. Bei Gott geht nichts von dem verloren, was er erschaffen
und für gut befunden hat. Seine Liebe und Allmacht kennt Möglichkeiten der Vollendung auch des Leiblichen und
Materiellen, die uns noch verborgen sind.
Von
daher sind wir eingeladen, unsere Hoffnung
nicht auf das Vergängliche zu richten, sondern auf Jesus Christus, der uns unvergängliches Leben schenkt. In der
heiligen Eucharistie schenkt er uns
die Gegenwart seines heilsstiftenden Opfers am Kreuz, dürfen wir den Tod und
die Auferstehung Christi feiern. Im Mahl der Kommunion nehmen wir teil an der Gemeinschaft mit dem auferstandenen Herrn.
Sein verherrlichter und verklärter Leib, den wir voll Glaube, Ehrfurcht und
Liebe empfangen, verwandelt auch unseren Leib. Wir tragen den Keim der Auferstehung und des neuen,
unsterblichen Lebens bereits in uns. Vertrauen
wir auf Gottes Liebe und schenken wir uns ihm ganz. Er wird uns nicht
enttäuschen und zurückweisen, sondern annehmen, sodass wir zusammen mit unseren
Brüdern und Schwestern jenes unbeschreibliche Glück und jene unaussprechliche Seligkeit bei Gott finden, welche er uns in seiner Güte verheißen
hat. Amen.
Aktueller Hinweis:
Das ethische Werk "Liebe und
Verantwortung" von Johannes Paul II. (Karol Wojtyła)
ist nun im Verlag St. Josef in einer deutschen
Neuausgabe erschienen.
Familienbischof DDr. Klaus Küng schreibt im Vorwort:
Mit beachtlichem Fleiß wurde von
Dozent Dr. habil. Josef Spindelböck die deutsche Übersetzung der seit längerem
vergriffenen deutschen Ausgabe des Buches von Karol Wojtyła
Liebe und Verantwortung neu erarbeitet. Die vorliegende Neuausgabe wurde auf
der Grundlage der polnischen Fassung von 1986 / 2001 und unter Berücksichtigung
der vorliegenden englischen und deutschen Textausgaben erstellt. Das Ziel war
eine möglichst sinngemäße und zugleich gut lesbare Wiedergabe des Originals.
Diese deutsche Neuausgabe soll das wichtige ethische Werk Karol Wojtyłas über den Sinngehalt der ehelichen Liebe einem
breiteren Leserkreis erneut zugänglich machen, da diese Studie im deutschen
Sprachraum seit Jahren nicht mehr erhältlich ist.
Bibliographische Angaben: Karol Wojtyła (Johannes Paul II.), Liebe und Verantwortung. Eine
ethische Studie, gebunden, 420 Seiten, 21 × 14 cm, ISBN: 978-3-901853-14-2,
Preis EUR 15,80. Bestellung: http://verlag.stjosef.at
oder verlag@stjosef.at.
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