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Predigt:

Wir werden mit Christus auferstehen

3. Sonntag der Osterzeit C (22.04.2007)

L1: Apg 5,27b-32.40b-41; L2: Offb 5,11-14; Ev: Joh 21,1-19


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Für unser christliches Leben ist es keineswegs gleichgültig, ob Jesus Christus wahrhaft von den Toten auferstanden ist oder nicht. Wenn es keine Auferstehung gibt, ist unser Glaube nichtig und unsere Hoffnung umsonst (vgl. 1 Kor 15,17); wir reden uns dann bloß etwas ein, was nicht stimmt und haben auf Sand gebaut.

Wenn jedoch Jesus Christus auferstanden ist und lebt – wie der Glaube festhält und die Kirche bezeugt –, dann haben wir Hoffnung auch über den Tod hinaus. Wir sind dann nicht verloren in unseren Sünden und nicht der Sterblichkeit und Vergänglichkeit ausgeliefert; unser Leben hat vielmehr Ewigkeitswert, da es mit Christus in Gott verborgen ist und sich in seiner Herrlichkeit offenbaren wird, wenn Gott uns zu sich ruft am Ende unseres Lebens und wenn Jesus Christus als König und Herrscher wiederkommt am Ende der Welt.

In der heiligen Taufe wurden wir hineingenommen in den göttlichen Lebensstrom. Wir wurden, wie die Schrift sagt, „wiedergeboren“ aus Wasser und dem Heiligen Geist (vgl. Joh 3,5). Der ganze Mensch wurde mit Jesus Christus auf die übernatürliche Ebene erhoben. Wir heißen Kinder Gottes und sind es. Gott hat uns Anteil gegeben an seiner göttlichen Natur und wir sind zu Erben des Himmels geworden. Auch unser Leib, der sterbliche, ist mit Jesus Christus in der Taufe auf eine ganz grundlegende Weise dem Tod entrissen worden. Gewiss, wir werden einmal sterben – doch der Tod hat seinen Schrecken verloren für den, der an Jesus Christus glaubt und auf seine Liebe und sein Erbarmen hoffen darf! Wir sterben mit Jesus Christus und werden mit ihm auferstehen. Gott wird am Ende der Tage auch unseren sterblichen Leib verwandeln und verherrlichen. Nicht für den Tod ist der Mensch bestimmt, sondern für das Leben mit Gott!

Eben diese freudige Hoffnung aus dem Glauben ist auch der Inhalt des heutigen Tagesgebetes, das der Priester im Namen der ganzen Gemeinde an Gott richtet. Darin heißt es:

Allmächtiger Gott, lass die österliche Freude in uns fortdauern,

denn du hast deiner Kirche neue Lebenskraft geschenkt und die Würde unserer Gotteskindschaft in neuem Glanz erstrahlen lassen.

Gib, dass wir den Tag der Auferstehung voll Zuversicht erwarten als einen Tag des Jubels und des Dankes. Darum bitten wir …

Es geht in diesem Gebet um unsere eigene Auferstehung, wenn Jesus Christus wiederkommt in Herrlichkeit und er die Toten aus den Gräbern ruft. Gottes Allmacht wird es bewirken, dass dann auch unser Leib neu geschaffen wird in unvergänglicher Herrlichkeit. Nicht nur mit seiner unsterblichen Seele soll der Mensch dann Gott loben und preisen, sondern in der Ganzheit und Einheit von Seele und Leib. Bei Gott geht nichts von dem verloren, was er erschaffen und für gut befunden hat. Seine Liebe und Allmacht kennt Möglichkeiten der Vollendung auch des Leiblichen und Materiellen, die uns noch verborgen sind.

Von daher sind wir eingeladen, unsere Hoffnung nicht auf das Vergängliche zu richten, sondern auf Jesus Christus, der uns unvergängliches Leben schenkt. In der heiligen Eucharistie schenkt er uns die Gegenwart seines heilsstiftenden Opfers am Kreuz, dürfen wir den Tod und die Auferstehung Christi feiern. Im Mahl der Kommunion nehmen wir teil an der Gemeinschaft mit dem auferstandenen Herrn. Sein verherrlichter und verklärter Leib, den wir voll Glaube, Ehrfurcht und Liebe empfangen, verwandelt auch unseren Leib. Wir tragen den Keim der Auferstehung und des neuen, unsterblichen Lebens bereits in uns. Vertrauen wir auf Gottes Liebe und schenken wir uns ihm ganz. Er wird uns nicht enttäuschen und zurückweisen, sondern annehmen, sodass wir zusammen mit unseren Brüdern und Schwestern jenes unbeschreibliche Glück und jene unaussprechliche Seligkeit bei Gott finden, welche er uns in seiner Güte verheißen hat. Amen