Predigt:
5. Sonntag im Jahreskreis C (08.02.2004)
L1: Jes 6,1-2a.3-8; L2: 1 Kor 15,1-11; Ev: Lk 5,1-11
Josef Spindelböck
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
In der heutigen 2. Lesung aus dem Ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther wird uns aufgezeigt, worauf es ankommt im christlichen Leben: Wir haben ein festes Fundament, auf dem wir stehen, und dieser Fels ist das Evangelium von Christus, dem Herrn!
Paulus hat der Gemeinde von Korinth diese frohe Botschaft von der Rettung aller Menschen, die an Gott glauben und ihn von Herzen lieben, aus der Not der Sünde und des Todes durch Jesus Christus verkündet. In Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstanden, liegt unser Heil und unsere Hoffnung auf das ewige Leben bei Gott. So fordert er jetzt im Brief seine Adressaten auf, festzustehen in dem, was sie einmal von ihm gehört haben. Der Glaube ändert sich nicht. Was gestern wahr war, wird es auch jetzt und in Zukunft sein. Darum kann Paulus sogar schreiben: „Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet, wenn ihr an dem Wortlaut festhaltet, den ich euch verkündigt habe.“
Im geistig-kulturellen Klima der Postmoderne gehört es zum guten Ton und zur „political correctness“, an keinen Dogmen mehr fest zu hängen. Alles ändert sich, so sagt man, und wie schnell werden auch bleibende Werte über Bord geworfen! Wie leicht erscheint dann die Kirche als rückständig, wenn sie den Menschen die ewigen Wahrheiten über Gott und die Erlösung verkünden soll.
Da sagt Paulus auch uns: Bleibt fest im Glauben! Es liegt heute genauso wenig im Trend der Zeit wie vor 2000 Jahren, dass man an Jesus Christus als den Gekreuzigten und Auferstandenen glaubt. Was uns Paulus sagt und was die Kirche verkündet, ist bleibend aktuell: Es geht um das Zeugnis von Jesus Christus, der für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist. Er wurde begraben und ist am dritten Tage von den Toten erstanden. So hat er uns gezeigt, dass Gott uns in ihm das Leben schenken will. Hoffnung und Zuversicht erfüllen uns, denn wir haben Gnade und Erbarmen gefunden.
Im Evangelium hören wir, dass Jesus Fischer berufen hat, ihm nachzufolgen. Die Apostel verließen alles und teilten künftig ihr Leben mit Jesus. Denn von nun an würden sie Menschenfischer sein!
Am 28. Jänner 2004 ist ein Zeuge für diesen katholischen Glauben gestorben: Altbischof Dr. Franz Zak aus der Diözese St. Pölten ist im 87. Lebensjahr zu Gott heimgegangen. Sein Begräbnis findet am 11. Februar 2004 im Dom zu St. Pölten statt (um 11 Uhr). Dieser langjährige Bischof hat sich nach Kräften eingesetzt für die Verkündigung des Glaubens an den Erlöser der Menschen, Jesus Christus. Es ist angebracht, sein geistliches Testament zu bedenken, das er an uns alle richtet. Darin schreibt er:
Noch einmal rufe ich allen zu: Habt einen lebendigen Glauben! Liebt Christus! Stellt Euch unter den Schutz der Gottesmutter! Vertraut auf den Herrn, und Ihr werdet Erhörung und Frieden finden! Die ganze Diözese empfehle ich der „Beata Assumpta“ und Mutter der Kirche sowie der Fürbitte des hl. Hippolytus.
Den Verantwortlichen der Caritas unserer Diözese, dem Verwalter der Johannes-Maria-Stiftung und dem Hauspersonal des Elisabethheimes gilt mein besonders herzlicher Dank für alle treue Obsorge, die ich in diesem Hause gefunden habe. Möge Gott ihr Lohner sein!
Dem hochwürdigsten Domkapitel, allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen im Bischöflichen Ordinariat und an den Zentralstellen, den Mitbrüdern im Welt- und Ordensklerus, allen männlichen und weiblichen Ordensleuten, allen Organisationen und Gemeinschaften in unserer Diözese danke ich herzlich und aufrichtigst für das geschenkte Vertrauen, das mich in meiner Amtszeit in schweren Stunden immer wieder gestärkt hat.
Verzeiht mein Versagen, mein Unvermögen, meine Armseligkeit. Sollte es notwendig sein: Gern verzeihe ich allen, die mir vielleicht Unrecht getan haben. Auch ich bitte inständig: Verzeiht, wo ich gefehlt und weh getan habe! Betet, Schwestern und Brüder, viel für mich! Ich bringe wohl nichts als meinen guten Willen vor Gottes Thron. Dennoch hoffe ich auf Gottes Güte und Barmherzigkeit in froher Erwartung der Auferstehung von den Toten.
Der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters + und des Sohnes + und des Heiligen Geistes + komme herab auf Euch und bleibe allezeit!
Amen! Halleluja! Auf Wiedersehen!
Diese Worte des verstorbenen Altbischofs verdienen es, beherzigt zu werden. Das Amt und die Sendung der Apostel setzen sich fort in den Bischöfen. Bleiben auch wir mit unserem Diözesanbischof Kurt und seinem Weihbischof Heinrich verbunden sowie mit allen Bischöfen der Kirche, die gemeinsam mit dem Papst das Bischofskollegium bilden und als Zeugen der Wahrheit Gottes zu uns gesandt sind. Amen
