Predigt:
Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit!
Christkönigssonntag C (21.11.2010)
L1: 2 Sam 5,1-3; L2: Kol 1,12-20; Ev: Lk 23,35-43
Josef Spindelböck
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Mit dem Christkönigssonntag finden die Sonntage des Kirchenjahres ihren Abschluss; der kommende 1. Adventsonntag macht dann den Anfang für das neue. Wie ein Schlussstein das ganze Gebäude zusammenhält und die Einheit und den krönenden Abschluss des Ganzen bewirkt, so fasst das Christkönigsfest am Ende des Kirchenjahres all das zusammen, was wir im Glauben von Gottes Heilswerk in Jesus Christus bekennen.
Jesus Christus ist der Herr und König im Himmel und auf Erden: Als der Auferstandene und Verherrlichte übt er sein Königtum aus über alles, was geschaffen ist. Alles ist ihm unterworfen – jetzt wirkt er als König noch im Verborgenen, einst am Ende der Weltzeit wird offenbar werden, dass er in der Einheit mit dem himmlischen Vater und dem Heiligen Geist der Gott und König ist über alle Geschöpfe. Dann wird alles seiner Macht unterworfen sein, und jedes Knie im Himmel, auf der Erde und unter der Erde wird sich beugen vor ihm. Denn der Name Jesu ist größer als alle Namen (vgl. Phil 2,9–10).
Das Evangelium nach Lukas weist uns hin auf Christus, den Gekreuzigten. Es gibt Darstellungen des Herrn am Kreuz, vor allem in romanischen Kirchen, die ihn tatsächlich wie einen König zeigen, der bereits in seinem Leiden und Sterben über den Tod triumphiert. Die Dornenkrone wird zur Siegeskrone, der Gekreuzigte ist bereits in Vorwegnahme des Kommenden der Auferstandene.
Diese Idealisierung bringt eine tiefe Wahrheit zum Ausdruck: Als Glaubende schauen wir über das Kreuz hinaus und bekennen den Gekreuzigten als den Auferstandenen. Als Jesus am Kreuze hing, da wir dieser Blick auf die Vollendung nur wenigen gegeben. Die meisten verspotteten ihn und meinten, sein Lebenswerk wäre gescheitert. Der „König der Juden“, wie man ihn verächtlich nannte, solle sich selbst helfen, wenn er nur könnte, meinten einige. Auch von den zwei Verbrechern, die mit Jesus gekreuzigt worden waren, schloss sich einer dem Spott der Menge an. Der andere aber war beeindruckt von der Art und Weise, wie Jesus das Leiden und den Tod auf sich nahm, und er gelangte zur Überzeugung, dass hier wirklich ein König am Kreuze hing. Eben deshalb wagt er Jesus in tiefem Glauben und in echter Reue über sein misslungenes Leben zu bitten: „Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.“
Welch wunderbares Glaubensbekenntnis! Welch großer Akt des Vertrauens und der Hingabe an Gott! Der „rechte Schächer“, wie dieser Verbrecher, der sich bekehrt hat, genannt wird, war nun einsichtig. Jesus antwortet ihm mit einer unübertrefflichen Verheißung: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ Gottes Gnade triumphiert am Kreuz über die Bosheit der Sünde. Das in Liebe vergossene Blut des Erlösers tilgt die Schuld der Welt; wer an Jesus Christus glaubt als den König und Herrn, wird gerettet.
Noch jemand war anwesend, der ganz tief an Christus als König glaubte: die heilige Jungfrau und Gottesmutter Maria. Tapfer stand sie beim Kreuz und vereinigte sich in Liebe mit der Hingabe ihres Sohnes zum Heil der Menschen. Beten auch wir den Herrn am Kreuze an; denn er ist der Auferstandene, der König und Herr. Er wird einst kommen, um zu richten die Lebenden und die Toten und als König zu herrschen in Ewigkeit.
Amen.
