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Predigt:

Er gab ihm den Namen Jesus

Hochfest der Geburt des Herrn (Christmette) C (24.12.2006)

L1: Jes 9,1-6; L2: Tit 2,11-14; Ev: Lk 2,1-14


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Noch ist nicht die Heilige Nacht, sondern der Heilige Abend. Die Kirche stellt uns in ihrer Liturgie dafür ein eigenes Messformular zur Verfügung, um uns einzustimmen in das Geheimnis von Weihnachten!

Die Lesung aus dem Buch Jesaja verkündet uns eine frohe Botschaft: Gott hat sich seinem Volk wieder zugewandt, das durch die Sünde fern war von ihm. Er hat seinen Retter gesandt. Wie ein Bräutigam sich freut über die Braut, so freut sich Gott über sein Volk. Gott schließt einen ewigen Bund mit den Menschen. Dies hat er in der Menschwerdung seines Sohnes Jesus Christus verwirklicht. In der einen Person des göttlichen Wortes hat er die göttliche Natur gleichsam mit der menschlichen vermählt. Gott selber hat zu uns auf endgültige Weise „Ja“ gesagt, und die Jungfrau Maria durfte stellvertretend für die ganze Menschheit ihr Jawort geben.

Die Lesung aus der Apostelgeschichte berichtet uns vom Auftreten des Apostels Paulus und seiner machtvollen Predigt unter den Angehörigen des jüdischen Volkes. Er weist nach, dass Gott seinen Messias gesandt hat, der aus dem Geschlecht Davids kommt. In Jesus Christus ist das Königtum Davids vollendet worden. Er ist der Herrscher über alle Welt und Zeiten bis in Ewigkeit. Seine Herrschaft hat kein Ende. Er ist der König der Liebe und des Friedens, an den die Menschen glauben sollen, damit sie gerettet werden.

Das Evangelium nach Matthäus stellt uns zuerst den Stammbaum Jesu vor: Es werden jeweils 14 Generationen aufgezählt, von Abraham bis David, von David bis zur Babylonischen Gefangenschaft und von der Babylonischen Gefangenschaft bis zu Christi Geburt. Dies ist symbolisch zu verstehen und weist auf die besondere Heiligkeit und Sendung dieses Kindes hin und auch darauf, dass Gott seinen Verheißungen treu bleibt. Im zweiten Teil des am Heiligen Abend verkündeten Evangeliums geht es um die näheren Umstände der Geburt des Jesuskindes. Josef, der Verlobte Marias, ist nicht der leibliche Vater Jesu, da die Jungfrau Maria das Kind durch das wunderbare Wirken des Heiligen Geistes empfangen hat. Dennoch wird Josef vom Engel aufgefordert, Maria als Frau zu sich zu nehmen und für das Kind alle Vaterrechte und Vaterpflichten wahrzunehmen. Gott wollte, dass sein Sohn auch einen rechtmäßigen Vater auf Erden hat, und diese Aufgabe hat der heilige Josef auf treue und selbstlose Weise erfüllt. In wahrer Liebe und Hingabe war er mit Maria, seiner Frau, und mit dem Jesuskind verbunden, das seiner väterlichen Obsorge anvertraut war. Josef gab dem Kind dann den Namen, als es geboren war: Er sollte es „Jesus“ nennen – Gott rettet, Gott erlöst. Der Name drückt aus, dass Jesus Christus der Erlöser ist, auf den die Menschen gewartet hatten.

Wer aber würde dieses Kind annehmen? Würden es die Reichen und Mächtigen sein, die als erste hinfinden zum Kind in der Krippe? Nein, keineswegs! Ihr stolzes Herz wollte nicht anerkennen, dass Gott in Armut und Demut zu uns gekommen war, als kleines Kind. Die Hirten jedoch nahmen die Botschaft der Engel wahr, die ihnen eine große Freude verkündeten, und machten sich auf zur Krippe.

Auch wir wollen uns aufmachen zur Krippe und das Jesuskind anbeten! Ihm dürfen wir unser armes Herz schenken, damit Gott uns seine Liebe zeigt und uns durch seine heilige Menschwerdung reich macht an Gnade und Wahrheit. Amen