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Predigt:

In allem diente er Gott

Josef, der Arbeiter C (01.05.2007)

L1: Gen 1, 26 - 2, 3 oder Kol 3, 14-15.17.23-24; Ev: Mt 13, 54-58


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Am Gedenktag Josef, des Arbeiters, weist uns die Kirche auf einen besonderen Aspekt in der Gestalt und im Leben des heiligen Josef hin: Er war ein arbeitender Mensch, genauer gesagt ein Handwerker und noch spezieller ein Zimmermann. Mit diesem Beruf war in alter Zeit noch viel mehr verbunden als heute, entsprechend den damaligen Möglichkeiten: Er musste in der Lage sein, ein Haus zu bauen und für die nötige Innenausstattung zu sorgen. Weil Josef von Nazareth „gerecht“ war, wie die Schrift sagt, hat er seinen Beruf sicher mit ganzer Hingabe und Sorgfalt ausgeübt. Der heilige Josef war weit davon entfernt, blind durch das Leben zu gehen. Er hatte Augen für das Schöne und Gute und stand mitten im Leben. Zugleich war er in tiefer Weise mit Gott verbunden, dem er in allem dienen wollte.

Genau aufgrund dieser und vieler anderer Qualitäten erwählte Gott den heiligen Josef zum Bräutigam und jungfräulichen Ehemann der heiligen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Josef sollte der heiligen Jungfrau Maria ein liebevoller Gatte und Begleiter und dem Jesuskind ein väterlich fürsorgender Beschützer sein. Jetzt darf er vom Himmel aus durch seine Fürbitte Sorge tragen für die ganze heilige Kirche. Auch wir wollen alle unsere Anliegen ihm im Gebet empfehlen, dass er sie vor Gott bringe und wir erhört werden.

Nicht ohne Grund hat die Kirche also den 1. Mai, den „Tag der Arbeit“, dem heiligen Josef als Patron anempfohlen. Er gehört zur Schar der arbeitenden Menschen und zeigt durch sein Beispiel, dass die Arbeit der Hände nichts verachtenswert ist, sondern einen großartigen Dienst darstellt zur Ehre Gottes und zum Wohl der Menschen. Alle arbeitenden Menschen seien der Fürbitte des heiligen Josef anvertraut. Dabei dürfen wir an die vielen Formen geistiger und körperlicher Arbeit denken, wie sie heute möglich sind und ihre Verwirklichung finden. In allem gilt es Gott die Ehre zu geben, denn nur dann wirkt der Mensch zu seinem Wohl und letztlich zu seinem Heil, wenn er sein Tun und Wirken ganz auf Gott bezieht, der ihm die Erde anvertraut hat, um sie zu hüten und zu bebauen.

Möge der heilige Josef von Nazareth durch seine Fürbitte und durch sein Beispiel vielen Menschen zeigen, wie es möglich ist, mitten im Alltag von Arbeit, Beruf und Familie ein Leben des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zu führen! Amen