Predigt:
Zeugen der Auferstehung
Ostersonntag C (08.04.2007)
L1: Apg 10,34a.37-43; L2: Kol 3,1-4 (oder: 1 Kor 5,6b-8); Ev: Joh 20,1-18 oder Lk 24,1-12
Josef Spindelböck
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Wenn wir als Christen Ostern feiern, dann steht im Mittelpunkt unserer Freude das Bekenntnis zum auferstandenen Herrn Jesus Christus. Mit den Aposteln bekennen wir: Der Herr ist auferstanden. Ja, er ist wahrhaft auferstanden, und er lebt! Halleluja!
Unsere Kunde von diesem Ereignis, das wir als wirkliches Geschehen bekennen, verdanken wir den von Gott auserwählten Zeugen. Das sind jene Personen, welchen der Auferstandene persönlich erschienen ist. Sie sind ihm begegnet bei verschiedenen Anlässen, und diese Offenbarungen seiner Herrlichkeit als Auferstandener waren für die Betroffenen – Männer wie Frauen – so beeindruckend, dass kein vernünftiger Zweifel mehr möglich war: Er ist es, der Gekreuzigte, welche nunmehr in einer neuen Seinsweise lebt. Auch sein Leib, welcher tot war, ist nun verherrlicht.
Diese Botschaft musste einfach weitergegeben werden: Ihr Herz war erfüllt von der „guten Nachricht“, vom Evangelium der Auferstehung, und Gottes Heiliger Geist stärkte die Apostel und die ersten Christen, inmitten einer feindlichen Welt ihre ganze Zuversicht allein auf die Wahrheit von der Auferstehung Christi zu gründen. Genau hier ist der Angelpunkt, welcher der Welt eine neue Ausrichtung gibt. Die Auferstehung Christi öffnet das Tor des Himmels, und wir bekennen im Glauben der Kirche auch, dass Christus nach seinem Tod hinabgestiegen ist zu den vor ihm verstorbenen Gerechten, um sie mit sich in den Himmel zu geleiten.
Lassen wir uns also anstecken von der Osterfreude, welche aus dem Glauben kommt. Seien auch wir Zeugen und Boten des Auferstandenen in unserer Welt! Durch Taufe und Firmung sind wir ausgesandt, den Menschen zu zeigen, dass Christus lebt. Ein neues Licht fällt auf alle Situationen unseres Lebens: Es gibt keine Traurigkeit und keine Schwierigkeit mehr, die nicht in Christus vom österlichen Licht überstrahlt würde. Und wenn es einmal Abschied zu nehmen heißt von dieser Welt, so sterben wir in Christus, um mit ihm beim himmlischen Vater zu leben. Auch unser Leib wird einst auferweckt werden durch die Kraft Gottes. Seine Allmacht und Liebe lässt uns nicht ins Dunkel des Todes fallen, sondern schenkt uns das tröstende Licht seiner Gegenwart.
Die erste Glaubende überhaupt, welche dem auferstandenen Herrn begegnet ist, ist nach kirchlicher Überlieferung die heilige Gottesmutter Maria gewesen. Eben deshalb verwendet die Kirche in der österlichen Zeit eine besondere Antiphon, das „Regina coeli“. So wie Maria von Leid gesättigt war, als sie ihren Sohn am Kreuze sah, so wurde sie nachher mit übergroßer Freude erfüllt. Von dieser Osterfreude möchte sie auch uns etwas mitteilen, jetzt schon hier auf Erden im Frieden des Herzens und in hoffnungsvoller Zuversicht, einst aber für immer in der Seligkeit des Himmels. Das Gebet lautet:
Freu dich, du Himmelskönigin, halleluja!
Den du zu tragen würdig warst, halleluja,
er ist auferstanden, wie er gesagt hat, halleluja.
Bitt Gott für uns, halleluja.
V: Freu dich und frohlocke, Jungfrau Maria, halleluja.
A: Denn der Herr ist wahrhaft auferstanden, halleluja.
Lasset uns beten. Allmächtiger Gott, durch die Auferstehung Deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, hast Du die Welt mit Jubel erfüllt. Lass uns durch seine jungfräuliche Mutter Maria zur unvergänglichen Osterfreude gelangen. Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn. Amen
