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02.09.2010 12:53:21
Katholische Schulen weiterhin gefragt
(kathpress.at/apa-ots.at) Der "Run" auf die katholischen Schulen hält auch im nun beginnenden neuen Schuljahr an. Dies bestätigte auf "Kathpress"-Anfrage sowohl das Schulamt der Erzdiözese Wien als auch die Vereinigung der Ordensschulen. Befürchtungen, dass sich die jüngste Missbrauchskrise an kirchlichen Bildungs- und Erziehungseinrichtungen negativ auf die Anmeldezahlen auswirken könnten, haben sich damit nicht bestätigt - im Gegenteil: So weisen katholische Volksschulen, Gymnasien, berufsbildende mittlere und höhere Schulen und Hauptschulen gar eine "zunehmende Nachfrage" auf, unterstrich die Schulamtsleiterin der Erzdiözese Wien, Christine Mann.
Genaue Zahlen zum Anmeldestand gibt es derzeit noch nicht, die Erhebung des tatsächlichen Schülerstandes erfolgt aufgrund in den ersten Wochen noch möglichen Fluktuationen erst zum Stichtag 1. Oktober. Dennoch lasse sich anhand einzelner Beispiele der "Run" verdeutlichen: So gab es etwa an der Handelsakademie/Handelsschule Sacré Coeur-Marienanstalt der Erzdiözese Wien bereits im Vorjahr ein Anmeldeplus von über 50 Schülern - dieses werde heuer nochmals übertroffen. Ähnliches gelte für das Erzbischöfliche Gymnasium Hollabrunn, wo zusätzliche Klassen eröffnet werden, sowie für mehrere als Neue Mittelschule geführten Standorte in Wien.
Insgesamt betreut das Schulamt der Erzdiözese Wien 119 katholische Privatschulen mit rund 28.300 Schülern. Österreichweit gibt es 348 schulische Institutionen in katholischer Trägerschaft mit rund
70.700 Schülern (Stand Oktober 2009).
Bestätigt wurde dieser positive Trend auch durch den Geschäftsführer der "Vereinigung der Ordensschulen", Rudolf Luftensteiner. Es seien bei keiner Ordensschule - selbst nicht bei jenen, die in den vergangenen Monaten durch Ermittlungen in zurückliegenden Missbrauchsfällen Schlagzeilen machten - Einbrüche bei den Anmeldezahlen zu verzeichnen. Außerdem konnte Luftensteiner auf den Ausbau von Missbrauchs-Präventionsprogrammen an den Schulen verweisen. Auch bei Lehrerfortbildungen werde gezielt die Thematik angesprochen und das Schulpersonal sensibilisiert.
"In Zeiten, in denen Sinn und Orientierung zunehmend ein knappes Gut zu werden drohen und die Wertebasis der Gesellschaft sich zunehmend verschmälert, wünschen Eltern sich eine Bildung für ihre Kinder, in der auch gelebte Sinnangebote enthalten sind", erklärt Schulamtsleiterin Mann diesen Trend. Dies betreffe Eltern, die ihr Kind aus religiösen Gründen an eine katholische Schule schicken, ebenso wie Eltern, die "in einer gewissen Distanz zur Kirche stehen". Für die katholischen Schulen bedeute dies eine besondere Herausforderung. So haben sie sich in den vergangenen Jahren zunehmend auch andersgläubigen Schülern geöffnet: "Schule soll ja die Realität der Gesellschaft widerspiegeln und zum interreligiösen Gespräch befähigen", so Mann.
Die Auswahl der Schüler an den katholischen Schulen richtet sich nicht ausschließlich nach der Note. Immer werden auch soziale Kriterien ganz nach dem Selbstverständnis der Schulen und der Intention ihrer jeweiligen Gründer zu Grunde gelegt. Gezielte Förder- und Ermäßigungssysteme sorgen etwa dafür, jenen Bildung zu ermöglichen, denen aus sozialen Gründen sonst der Zugang erschwert wird.
Weiters wies Mann auch auf den ökonomischen Nutzen hin, den der Staat vom katholischen Schulwesen hat: So entlasten die katholischen Schulen den Staat wesentlich, da die Schulerhalter die Liegenschaften samt Gebäuden zur Verfügung stellen und für die Instandhaltung aufkommen. Die gesamte schulische Einrichtung werde von den Schulerhaltern getragen und durch Elternbeiträge ko-finanziert. Hinzu kämen noch die Personalkosten für das gesamte nichtlehrende Personal, die einen hohen Teil der Gesamtkosten ausmachen.
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02.09.2010 12:49:22
Pakistanische Behörden ließen Minderheiten ertrinken
(kirche-in-not.de) Die Regierung der pakistanischen Provinz Sindh habe Gebieten, die vorwiegend von Minderheiten bewohnt werden, absichtlich ausreichenden Schutz gegen Überschwemmungen verweigert. Das sagte ein Kirchenvertreter aus Pakistan, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollte, im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk "Kirche in Not".
Er erklärte, es habe "Prioritätsgebiete" für Hochwasserschutz gegeben, um vor allem die Ländereien wohlhabender Muslime zu schützen. Das sei der Grund, warum die "Ärmsten der Armen" von der Katastrophe besonders betroffen seien.
So seien für Hochwasser bekannte Abschnitte des Flusses Indus in der Provinz Sindh im Südosten des Landes vor der Flutkatastrophe absichtlich nicht gesichert worden. Ziel sei es gewesen, das Wasser in Gebiete zu leiten, die hauptsächlich von christlichen oder hinduistischen Stammesgemeinschaften bewohnt würden. Diese Gebiete hätten in den Augen der Behörden nicht die nötige "Priorität" für ausreichenden Hochwasserschutz gehabt.
Der Informant aus Kirchenkreisen warf Regierungsvertretern der Provinz Sindh vor, sich mit den örtlichen Großgrundbesitzern verschworen und nur deren Land mit Deichen und Kanälen vor Überschwemmungen geschützt zu haben - auf Kosten der Minderheiten in der Provinz. Kies und andere Baumaterialien seien sogar aus den ärmlichen Regionen abtransportiert worden, um die Dämme zum Schutz der Ländereien von Großgrundbesitzern zu errichten.
Weiter sagte der Kirchenvertreter, es sei erschreckend, dass der fehlende Hochwasserschutz für die Ärmsten der Armen "nicht einfach nur Inkompetenz" von Seiten der Behörden gewesen sei. Das Leiden der armen Bevölkerung sei von den Behörden vielmehr "bewusst und billigend geplant" gewesen. Er berichtete, er sei erschrocken, als er die Region bereist habe und die Flüsse "unglaublich voll", aber die großen Hochwasserkanäle nebenan "relativ leer" gesehen habe. Das habe in ihm den Verdacht geweckt, dass die Fluten in Gegenden mit "geringer Bedeutung" geleitet werden sollten. Tatsächlich gebe es nach Angaben des Informanten gerade in jenen Regionen um die von der Flut am meisten betroffenen Städten Jacobabad, Sukkur, Larkana, Shikarpur, Thatta und Ranipur die höchste Konzentration von religiösen Minderheiten im gesamten Land.
Er forderte darum, dass Hilfswerke und andere Organisationen nun vor allem den Minderheiten helfen müssten, denn diese "seien viel zu lange ignoriert worden". Es sei zu befürchten, dass mit dem Ende des Fastenmonats Ramadan am 10. September die Hilfen zurückgingen, da die Muslime dann weniger zu Almosen und anderer Hilfe verpflichtet seien.
"Kirche in Not" verteilt die Hilfen für die Flutopfer in Pakistan prinzipiell über die kirchlichen Strukturen im Land. Dadurch kommen alle Spenden direkt der christlichen Minderheit zugute.
Spenden online unter: https://www.kirche-in-not.de/spenden-online.html
Spendenkonten:
KIRCHE IN NOT, Kennwort: "Pakistan Katastrophenhilfe", Kto.-Nr.: 215 2002, BLZ: 750 903 00 (Liga Bank München, Deutschland).
oder
Kto.Nr. 92.065.338, BLZ 60000 (Österreichische Postsparkasse).
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01.09.2010 12:35:07
100 Jahre Antimodernisteneid
(kath.net-Bericht von Prof. Dr. Armin Schwibach) Der 1. September 2010 ist der 100. Jahrestag der Einführung des Antimodernisteneides durch das Motu Proprio „Sacrorum antistitum“ des heilige Papstes Pius X. Es handelt sich dabei um die lehrmäßige und praktische Konsequenz der Analysen, die Pius X. in seiner denkwürdigen Enzyklika „Pascendi Dominici gregis“ über die Lehren der Modernisten vom 8. September 1907 vorgelegt hatte. Der Papst fasste in diesem Lehrschreiben die Irrtümer und Hauptgefahren einer Theologie und Kulturphilosophie zusammen, in deren Mittelpunkt die Selbstbehauptung des Individuums und die Reduktion der Glaubenswahrheiten auf deren philosophische und historische Möglichkeit stand. Papst Benedikt XVI. erklärte dazu am 18. August 2010 in seiner Katechese zur Mittwochsaudienz: „Treu zu dem Auftrag, seine Brüder im Glauben zu stärken, schritt der heilige Pius X. angesichts einiger Tendenzen in der Theologie Ende des neunzehnten, Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts mit Entschiedenheit ein, indem er den ‚Modernismus’ verurteilte, um die Gläubigen vor irrigen Auffassungen zu schützen und um eine wissenschaftliche Vertiefung der Offenbarung im Einklang mit der Tradition der Kirche zu fördern.“ - Lesen Sie den Beitrag in vollem Wortlaut auf kath.net!
Links: Antimodernisteneid - Glaubensbekenntnis mit Treueeid bei Übernahme eines kirchlichen Amtes (heute statt des Antimodernisteneides).
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01.09.2010 12:28:19
Pro Life Marsch 2010 endet in Wien
(youthforlife.net) Jugend für das Leben beendete am vergangenen Freitag, den 27. August, den diesjährigen Pro Life Marsch in Wien. Zwei Wochen lang waren Jugendliche aus ganz Österreich, Deutschland und sogar Brasilien zu Fuß von Graz nach Wien unterwegs, um für das Recht auf Leben der ungeborenen Kinder einzutreten. Auf ihrem Weg wollte Jugend für das Leben vor allem die ansässige Bevölkerung über das Unrecht der Abtreibung informieren und für einen aktiven Lebensschutz begeistern. Weihbischof Mag. Dr. Franz Scharl zelebrierte am Freitag Abend die Abschlussmesse im Wiener Stephansdom und lobte den selbstlosen Einsatz der Jugend für das Leben. An die rund hundertfünfzig Messbesucher richtete er klare Worte: "Wenn Mann und Frau einander leiblich begegnen entsteht ein Mensch. Was sonst? Viele von uns sind unerwartet gekommen. Auf jeden Fall ist zu uns Ja gesagt worden". Für die musikalische Umrahmung der Messe sorgte der erste Geiger des Philharmonischen Orchesters Augsburg, Thomas Zbiral, mit Stücken von Johann Sebastian Bach.
Am Samstag, den 28. August, lud Jugend für das Leben anlässlich "35 Jahre Fristenregelung" zur Kundgebung am Wiener Schwedenplatz. Carina Broucek, Pressesprecherin von Jugend für das Leben, forderte neben wirksamen finanziellen Hilfen für Frauen auch die Schaffung von bedingungslosem gesetzlichem Lebensschutz für ungeborene Menschen. "Wir fordern die Abschaffung der Fristenregelung, weil jeder Mensch ein Recht auf Leben hat", appellierte Broucek bei der Kundgebung an die ca. 200 Anwesenden. Weihbischof Dr. Andreas Laun bekräftigte die Jugendlichen in ihrem Anliegen am Schwedenplatz: "Wenn da einige sagen 'Hände weg von der Fristenregelung', so entgegnen wir ihnen 'Hände weg vom Kind'." Über die Fristenreglung sagte er: "Dieses Gesetz schützt Täter, nicht Opfer."
Unterstützt wurde Jugend für das Leben bei der Kundgebung von drei unterschiedlich von der Thematik betroffenen Frauen. Zunächst berichtete Frau Karin Lamplmair vom seelischen Leid, das sie nach ihrer Abtreibung vor 12 Jahren durchmachen musste - sie litt unter dem Post Abortion Syndrom: "Die Auswirkungen - Depressionen bis hin zu Suizid - hätte ich mir nie gedacht. Ich dachte ich wäre nicht mehr normal. Ich dachte ich würde da nie mehr wieder hinausfinden." Frau Lamplmair fand durch ihren Glauben und gezielte Therapie Heilung und spricht heute offen über ihre Probleme. Als zweite Rednerin sprach die Hebamme Maria Grundberger über ihre Erfahrungen als Schwangerschaftskonfliktberaterin. Sie bietet Frauen direkt vor der Abtreibungsklinik ihre Hilfe an und konnte dadurch schon dutzende Schwangere in Not dazu ermutigen, sich im letzten Augenblick doch noch für ihr Kind und gegen die Abtreibung zu entscheiden. Hoffnung versprühte auch Denise Kerner, eine junge Wienerin, die als Jugendliche schwanger wurde. Trotz einer während der Schwangerschaft diagnostizierten Behinderung beim Kind entschied sich die damals 13jährige ihren Sohn Dominik zur Welt zu bringen: "Ein Kind gibt emotional so viel Halt und Stärke, dass ich mir heute gar nicht vorstellen kann, wie das Leben ohne ihn gegangen wäre. Ich habe meine Entscheidung keine einzige Sekunde bereut."
Kontakt: Verein JUGEND FÜR DAS LEBEN Redakteur: Mag. Monika Deak Starhembergstraße 66/20, A-4020 Linz Mobil: 0664/ 34 20 804 E-mail:office@youthforlife.net, Internet: http://www.youthforlife.net
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31.08.2010 20:11:31
Vatikan-Kritik an Gaddafis Islam-Mission in Rom
(kath.net) Der Sekretär der vatikanischen Missionskongregation, Erzbischof Robert Sarah, hat am Dienstag gegenüber der Tageszeitung „La Repubblica“ die "grundlose Provokation" des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafis bei seinem Italien-Besuch kritisiert. Der libysche Staatschef hatte am Montag in Rom zur Islamisierung Europas aufgerufen und eine Koranstunde für junge Italienerinnen in der italienischen Hauptstadt gehalten. Er habe mit seinen Äußerungen bei einem Besuch in Rom „nicht gerade ein Zeichen des Respekts für den Heiligen Vater und die katholische Tradition Italiens“ gesetzt, betont Erzbischof Sarah gegenüber "La Repubblica". Die christliche Tradition sei in Europa allerdings dadurch nicht bedroht, erklärte Sarah: „Die eigentliche Gefahr für die Europäer sind Relativismus und mangelnde Aufmerksamkeit für den Glauben.“ Gleichgültigkeit gegenüber dem Christentum könne einen „fruchtbaren Boden“ für eine künftige Islamisierung Europas bilden, warnte der Kurienerzbischof aus Guinea.
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31.08.2010 19:48:18
Drittes Studienjahr des Lehrstuhls für die Theologie des Volkes Gottes in Rom
(news.stjosef.at) Im Oktober 2010 beginnt mit dem neuen Semester das dritte Studienjahr des 2008 errichteten „Lehrstuhls für die Theologie des Volkes Gottes“ an der Päpstlichen Lateran-Universität in Rom.
Zum erstenmal finden die Vorlesungen und Seminare nicht als Blockveranstaltungen, sondern wie alle Veranstaltungen der Lateran-Universität als wöchentliche Termine statt und sind damit für Studierende leichter in den Stundenplan zu integrieren. Einschreiben können sich Studenten aller römischen Universitäten, der Besuch der Vorlesungen und Seminare wird auch in Deutschland, der Schweiz und Österreich anerkannt. Thema der beiden Semester 2010/2011 sind vor allem die Sakramente. Die Lehrveranstaltungen werden in diesem Jahr von Prof. Dr. Achim Buckenmaier und Prof. Dr. Ludwig Weimer durchgeführt.
Wintersemester 2010/2011
Vorlesung (60358): Die Sakramente als messianische Zeichen im Volk Gottes (Teil I) (Mi 10.20-12.00; Beginn: 13. 10. 2010, Lateran-Universität)
Seminar (65228): Die Sakramente als messianische Zeichen im Volk Gottes (Lektüre grundlegender Texte zur Sakramententheologie) (Di 17.30-19.00; Beginn: 12. 10. 2010, Lateran-Universität)
Sommersemester 2011:
Vorlesung (60359): Die Sakramente als messianische Zeichen im Volk Gottes (Teil II) (Mi 10.20-12.00, Beginn: 23. 02. 2011, Lateran-Universität)
Seminar (65226): Die Pastoral Gottes für die Welt: ein Volk, das anders lebt (Lektüre grundlegender Texte zur Volk-Gottes-Theologie) (Di 17.30-19.00; Beginn: 12. 02. 2011, Lateran-Universität)
Informationen zum Lehrstuhl: www.ltvg.org; zur Einschreibung: www.pul.it.
Anfragen: a.buckenmaier@pul.it.
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30.08.2010 19:02:07
Der Churer Generalvikar Martin Grichting im Interview
(kath.net) Martin Grichting, Generalvikar des Bistums Chur, wird in den Medien als zweiter Weihbischof von Chur gehandelt. Vertreter des Schweizer Staatskirchenrechtssystens lehnen ihn aufgrund seiner Treue zur römisch-katholischen Hierarchie ab. Kath.net hat berichtet.
In einem Interview mit der Zeitung „Die Südostschweiz“ nimmt er zu den Vorwürfen gegenüber seiner Person Stellung. Er sei nie für eine völlige Trennung von Staat und Kirche eingetreten, habe allerdings bereits in seiner Dissertation 1997 zu bedenken gegeben, dass das Schweizer System der pluralistischen Gesellschaft von heute nicht mehr gerecht werde. Jedes Jahr treten in der Schweiz 50.000 Katholiken und Protestanten aus den Landeskirchen aus. „Das untergräbt unser staatskirchenrechtliches System, nicht ein einzelnes Mitglied einer Bistumsleitung“, sagte Grichting.
Wenn er mit seiner Position in der Schweiz auffalle, so sage das mehr über die Position der Schweiz in der Weltkirche aus als über seine Person, sagte der Generalvikar. Grichting wörtlich: „Die Kirche in der Schweiz muss aufpassen, dass sie weltkirchlich betrachtet nicht aus der Kurve fliegt.“ Das habe auch die Schweizer Bischofskonferenz festgestellt, die seit zwei Jahren an neuen Modellen für die Zusammenarbeit von Kirche und Staat arbeite, fuhr Grichting fort.
Daher sei es falsch, ihn als „Spaltpilz“ zu bezeichnen, sagte der Generalvikar. Die Diskussion um die Rolle der Schweizer Landeskirchen habe mit der Einheit der Kiriche nichts zu tun. Grichting wörtlich: „In der Kirche ist Einheit nämlich nicht einfach der Durchschnitt aller Meinungen. Die Einheit bestimmt sich vielmehr über die Inhalte. Und die sind: Das christliche Glaubensbekenntnis und die Einheit mit dem Papst und der Universalkirche. In diesem Sinne bin ich absolut in Einheit mit der Kirche. Ich trage zu deren Einheit bei, indem ich täglich versuche, den Glauben der Kirche anzunehmen und weiterzugeben.“
Er bekenne sich zum herrschenden System in dem Sinne, dass er das staatliche Recht selbstverständlich respektiere, sagte Grichting. Eine gesinnungsmäßige Zustimmung zum bestehenden staatskirchenrechtlichen System könne niemand von ihm verlangen. Auch der Staat verlange keine Zustimmung zu seinen Gesetzen, sondern nur, dass sie befolgt würden.
Hinter der Diskussion um das Schweizer Staatskirchenrecht sieht Grichting letztlich eine theologische Frage: „Was ist eigentlich die Aufgabe der Gläubigen in der Kirche? In der Schweiz hat man den Eindruck: Je mehr man mitbestimmen kann, desto mehr ist man Christ. Das II. Vatikanische Konzil von 1962 bis 1965 hatte da eine andere Vision: Die Gläubigen sind Kirche, wenn sie in Familie, Beruf, Politik, Kultur, Freizeit oder Vereinsleben Zeugnis für ihren Glauben geben. Das verwurzelt die Kirche in der Gesellschaft. Mit anderen Worten: Das Konzil hat die Gläubigen nicht in die Sakristei gerufen, sondern in die Welt hinausgesandt. Wenn wir beim Konzil ansetzen, kommen wir aus der Fixierung auf das Staatskirchenrecht heraus“, sagte der Generalvikar abschließend.
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30.08.2010 18:58:23
Msgr. Dr. Franz Burger im 91. Lebensjahr verstorben
(news.stjosef.at) Wie das Bischöfliche Ordinariat der Diözese St. Pölten mitteilt, ist am 26. August 2010 Msgr. Dr. Franz Burger, Pfarrer im Ruhestand von Freundorf, im 91. Lebensjahr und im 60. Jahr seines Priestertums verstorben. Das Requiem wird am 6. September 2010 um 14 Uhr 30 in der Pfarrkirche Freundorf gefeiert. Anschließend erfolgt die Beisetzung am dortigen Friedhof.
Msgr. Franz Burger ist über den Bereich seiner Pfarre und der Diözese St. Pölten hinaus bekannt geworden als langjähriger Schriftleiter des „Neuen Groschenblattes“. In der Erklärung über die grundlegende Richtung dieser katholischen Monatsschrift heißt es: „1928 im Kampf gegen die Freidenker- und Kirchenaustrittsbewegung von Prälat Dr. Josef Gorbach als ‚Zwei-Groschenblatt‘ gegründet, wurde die ‚Wochenflugschrift für Recht und Wahrheit‘ rasch zu einem Begriff für Österreichs Katholiken. Nach dem Einmarsch Hitlers in Österreich verboten, wurde das Blatt als ‚Kleine Monatsschrift katholischen Glaubens‘ von den Herausgebern unter dem neuen Titel unter den Wirren der Nachkonzilsära 1970 wieder ins Leben gerufen. Aus der Glaubensnot geboren, ist das ‚Neue Groschenblatt‘ dem unversehrten katholischen Glauben und der katholischen Sittenlehre verpflichtet; es steht treu zu Papst und Kirche, scheut sich jedoch nicht, gemäß dem Worte Christi, daß nur die Wahrheit frei macht (Joh 8, 32), auch Tabus und heiße Eisen anzugreifen. Nicht zuletzt will es, immer in fruchtbarem Kontakt mit seinen Lesern, vom verflachenden Rand zur lebendigen Mitte christlichen Lebens führen.“ Die Druckversion des Neuen Groschenblattes kostet 42 Cent; im Jahresabo Inland ist es zum Preis von € 5 erhältlich. Bestelladresse: Das Neue Groschenblatt, 1120 Wien, Hetzendorfer Straße 86/1a.
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29.08.2010 20:06:15
Vom notwendigen Respekt gegenüber der Umwelt als Schöpfung Gottes
(radiovatikan.de/kath.net) Ohne Respekt gegenüber der Umwelt kann es keinen Frieden geben. Das sagte Papst Benedikt XVI. an diesem Sonntagmittag nach dem Angelus-Gebet in Castel Gandolfo. Er bezog sich dabei auf den „Tag für die Bewahrung der Schöpfung“, der in Italien am 1. September begangen wird, wie Radio Vatikan berichtete. Wörtlich sagte er:
„Dieser Gedenktag ist auch für die Ökumene wichtig. In diesem Jahr wird uns daran erinnert, dass es keinen Frieden geben kann ohne den Respekt gegenüber der Natur. Wir haben nämlich die Pflicht, den künftigen Generationen eine unversehrte Erde zu überlassen, damit auch sie würdig darauf leben und sie bewahren können. Der Herr möge uns in dieser Aufgabe beistehen.“
Der Tag der Bewahrung der Schöpfung entstand im orthodoxen Kontext auf Einladung des Patriarchen von Konstantinopel hin, mit dem Ziel, die christlichen Gemeinschaften und die Gesellschaft für die Bewahrung der Schöpfung zu sensibilisieren. Die Schöpfung sei ein Geschenk Gottes, das uns zur Verantwortung ihr gegenüber herausfordert, schreibt die Italienische Bischofskonferenz in einer Mitteilung. Sie führte 2006 diesen Tag offiziell ein. Dieser Tag solle eine Gelegenheit der Besinnung für die Christen werden, so die Bischöfe der Halbinsel. So gehen von diesem Tag verschiedene Initiativen aus, die vom 1. September bis zum 4. Oktober, Fest des Heiligen Franziskus von Assisi begangen werden.
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29.08.2010 20:04:50
Kölner Liturgische Tagung 2010
(news.stjosef.at) Vom 2. bis 4. Dezember 2010 findet im Nell-Breuning-Haus in Herzogenrath bei Aachen die 13. Kölner Liturgische Tagung statt. Veranstaltet wird die Tagung vom Initiativkreis katholischer Laien und Priester in der Erzdiözese Köln e.V., dem Initiativkreis katholischer Laien und Priester in der Erzdiözese Hamburg, dem Netzwerk katholischer Priester, der UNA VOCE Deutschland e.V. und der Bewegung Generation Benedikt. Die Gesamtveranstaltung gliedert sich in ein Priesterkonveniat, die eigentliche Liturgische Tagung und einen Workshop der Generation Benedikt zum Thema „Alter Wein in neue Schläuche“.
Beim Priesterkonveniat ist ein Vortrag von Bischof Vitus Huonder aus Chur über die Identität des Priesters und ein Vortrag von Subregens Thomas Stübinger aus dem Priesterseminar Eichstätt über die Aufgaben des Pfarrers in der Berufungspastoral.
Die Liturgische Tagung umfasst Vorträge von Prof. Helmut Hoping, Freiburg, über die „Wiedergewinnung des Verständnisses der Eucharistiefeier als Messopfer“ und von Prof. Erik Mørstad, Oslo/Norwegen, über den Hohepriester Melchisedech und den Hohepriester Jesus Christus - „Das Geheimnis des Opfers im Schriftbefund des Alten und Neuen Testaments“.
Weitere Vorträge befassen sich mit der Apostolischen Konstitution „Anglicanorum coetibus“ sowie mit dem katholischen Liturgieverständnis mit Blick auf die Gregorianische Form und mit dem Messopfer aus liturgierechtlicher Sicht.
Weitere Informationen unter www.liturgische-tagung.de
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28.08.2010 09:22:32
Kongress "Freude am Glauben" betont Verbundenheit mit dem Papst
(forum-deutscher-katholiken.de) Mit einem eindrücklichen Appell zum unerschrockenen und freudigen Bekenntnis des Glaubens begann der Kongress „Freude des Glauben“ in Fulda am 27. August. Beim Eröffnungsgottesdienst im Fuldaer Dom wies Bischof Hans-Josef Algermissen im Blick auf die Krise, die die Kirche zurzeit durchmacht, darauf hin, dass man nicht vergessen dürfe,dass es in dieser Kirche „unglaublich viel an Heiligkeit“ gebe. Und, so Algermissen weiter, diese Heiligen werden die Kirche retten. Deshalb sei es wichtig, treu zur Kirche zu stehen und sich immer wieder durch die Feier der Eucharistie stärken zu lassen. Es brauche heute in der Kirche Gemeinschaften, die, komme, was da wolle, durch und durch missionarisch sind. Notwendig sei dazu die Verbundenheit mit dem Stuhl Petri, da die Kirche apostolischen Ursprungs sei. Je glaubwürdiger wir die Gemeinschaft mit dem Heiligen Vater leben, so Algermissen, desto besser gelingt uns die Öffnung nach außen, denn die Sendung kommt aus der Sammlung. Der Bischof ermutigte zu einem begeisterten Christsein, denn nur Begeisterte können andere begeistern. Christen dürfen nie vergessen, dass die Freude an Gott ihre Stärke ist, wie es das Zeugnis der Heiligen Schrift ausdrückt. Der Kongress „Freude am Glauben“ findet noch bis zum Sonntag, 29. August, in Fulda statt und steht unter dem Motto „Die Kirche - Dienerin der Wahrheit und Zeichen des Widerspruchs.“ Als Referenten werden unter anderem am Samstag der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner und Bischof Franz-Peter Tebartz von Eltz aus Limburg erwartet. - www.forum-deutscher-katholiken.de
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28.08.2010 09:02:52
Bescheidenheit vor Gott, furchtloses Auftreten vor den Menschen
(stjosef.at/predigten) In den Schriftlesungen der Messe vom 22. Sonntag i. Jkr. C hören wir das Lob der Bescheidenheit. Weil es bei der Tugend der Bescheidenheit vor allem um eine innere Haltung oder Einstellung geht, ist es nicht so leicht, von jemandem zu sagen, er sei bescheiden oder nicht. Es gibt bestimmte Situationen, da mag es nämlich sehr wichtig sein öffentlich aufzutreten und sich für etwas Gutes und Bedeutendes einzusetzen. Die selige Mutter Teresa von Kalkutta, deren 100. Geburtstag am 26. August 2010 gefeiert wurde, war eine überaus bescheidene Frau: Sie diente Gott in den Armen und Schwachen und war nicht darauf aus, irdische Ehren zu empfangen. Dennoch nahm sie am 11. Dezember 1979 den Friedensnobelpreis an, aber nicht für sich selbst, sondern für die Armen. Und sie sprach am 26. Oktober 1985 sogar vor den Vereinten Nationen, aber sie tat es nicht für sich selbst, sondern weil sie von der Liebe Gottes zu allen Menschen Zeugnis ablegen wollte. Die kleine, unscheinbare Ordensfrau scheute sich nicht, den Mächtigen ins Gewissen zu reden und insbesondere das Übel der Abtreibung als die größte Gefahr für den Frieden anzuprangern. Denn gerade die ungeborenen Kinder brauchen den Schutz des Staates und der Gesetzgebung! - Wer von Herzen demütig ist, leidet nicht an einem Minderwertigkeitskomplex, sondern er weiß, dass er alles Gott verdankt. In diesem Sinn ist er bemüht, seine Talente und Gaben sinnvoll und verantwortungsbewusst einzusetzen. Demut bedeutet Mut zum Dienen und ist mit einem furchtlosen Zeugnis für Wahrheit und Gerechtigkeit verbunden!
Lesen Sie die Predigt von Prof. Josef Spindelböck im Wortlaut!
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26.08.2010 19:44:36
Ausstellung für die selige Mutter Teresa von Kalkutta zum 100. Geburtstag
(stephanscom.at) Eine Ausstellung, eine Sonderbriefmarke der österreichischen Post und eine SMS-Aktion sind der Seligen Mutter Teresa gewidmet, deren Geburtstag sich am Donnerstag, 26. August 2010, zum 100. Mal jährt. Die Ausstellung "Mutter Teresa - Missionarin der grenzenlosen Liebe" entstand auf Initiative der Päpstliche Missionswerke in Österreich - Missio - und wurde am Donnerstag in der Krypta der Peterskirche in der Wiener Innenstadt eröffnet.
Im selben feierlichen Rahmen präsentierte auch die Österreichische Post die Sonderbriefmarke "100. Geburtstag Mutter Teresa", die ab Donnerstag im eigens in der Peterskirche eingerichteten Sonderpostamt und in ausgewählten Postfilialen erhältlich ist. Am gleichen Tag startete Missio die "Mutter Teresa SMS-Aktion", bei der man wöchentlich ein Jahr lang ein Gratis-SMS mit Zitaten der Ordensfrau erhalten kann.
Ab 26. August ist die Ausstellung in der Krypta der Peterskirche zu sehen. Entstanden ist die Ausstellung in enger Zusammenarbeit mit den Ordensschwestern Mutter Teresas, den "Missionarinnen der Nächstenliebe". "Im Wirken von Mutter Teresa für die Ärmsten der Armen verkündete sie die missionarische Grundbotschaft der Kirche - Gott ist die Liebe", erklärt der Presseverantwortliche von Missio, Eugen Waldstein. Die Ausstellung über Mutter Teresa wolle die besonderen Momente der seliggesprochenen Ordensfrau und ihre Botschaft in Wort und Bild erfahrbar machen. Aus diesem Grund werden die Stationen aus dem Leben der als "Engel der Armen" von Kalkutta bekannt gewordenen Friedensnobelpreisträgerin Jahr um Jahr in Form eines "Lebensbandes" nachgezeichnete. Die Kindheit in Skopje wird thematisiert, ebenso werden die Anfänge ihres missionarischen Wirkens in Kalkutta bis hin zur Ausbreitung der von ihr gegründeten "Missionaries of Charity", die auch in Wien tätig sind, dargelegt.
Zu sehen ist die Ausstellung vom 27. August bis zum 26. September, täglich von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr in der Krypta der Peterskirche im ersten Wiener Gemeindebezirk. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten. - www.peterskirche.at , www.missio.at , www.post.at
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26.08.2010 19:42:28
Christlich glauben und leben - Rezension von Pfr. Dr. Stefan Hartmann
(amazon.de-Rezension von Pfr. Dr. Stefan Hartmann zum Buch "Christlich glauben und leben" von Prof. Josef Spindelböck):
Die Kirche ist "Mater et Magistra" nicht bloß für ihre eigenen Gläubigen, sondern für die Menschheit als Ganze. Dies gilt um so mehr, als sich Anzeichen einer "Abschaffung des Menschen" (C. S. Lewis) nicht nur aufgrund biotechnischer Möglichkeiten mehren. Hans Urs von Balthasar begann ein Wort zur Enzyklika "Humanae Vitae" mit der Frage: "Ist es wohl ein Zeichen, dass die Menschheit in die Endphase ihrer Geschichte eingetreten ist?" (Neue Klarstellungen, S. 119). Ethische und moraltheologische Orientierung ist immer mehr Sendung und Auftrag der Kirche, nachdem sich ein allgegenwärtiger Relativismus mit teilweise totalitären Tendenzen ausgebreitet hat. Eine leicht lesbare, knappe und klare Darstellung dieser "unzeitgemäßen" katholischen Morallehre liegt nun vor.
Josef Spindelböck, Moraltheologe an der Phil.-Theol. Hochschule St. Pölten und ausgewiesener Kenner der Ethik Karol Wojtylas / Johannes Pauls II., bietet keine abstrakte "Fundamentalmoral", sondern behandelt konkret die aufgrund der göttlichen Offenbarung ergehende moralische Weisung für das praktische Leben und Glauben des Christen. Dabei orientiert er sich am dritten Teil ("Das Leben in Christus") des "Katechismus der Katholischen Kirche" (KKK) von 1992 und will insgesamt eine "katechetische Hinführung" zum großen "Ja" der christlichen Ethik zum Menschen und seiner Würde vorlegen. Dies gelingt durch den verlässlichen Ausgang bei der Heiligen Schrift, bei Konzils- und Lehramtstexten und der Systematik des hl. Thomas von Aquin. Hier finden sich klare Äußerungen über die Leidenschaften, das Gewissen, die allgemeinen und göttlichen Tugenden, das natürliche und göttliche Gesetz, Gottes- und Nächstenliebe. Spindelböck behandelt dabei die moralischen Fragen nicht schematisch, sondern lässt immer den personalen und die Freiheit des Menschen achtenden Aspekt im Vordergrund stehen - auch wo dieser zur Sünde abgleiten kann (Seite 52-64). Alle moralischen Einzelfragen, die dann in einer durchsichtigen Behandlung des Dekalogs und seiner Gebote zeitaktuell angesprochen werden, finden ihre letzte Lösung in der allgemeinen Berufung zur Heiligkeit und zur "vollkommenen Liebe" (Lumen Gentium 40). Der Text verzichtet auf ein Sachregister, aber alle Antworten finden sich beim jeweiligen Gebot. Im Literaturverzeichnis hätten vielleicht noch Josef Piepers Tugendschriften Berücksichtigung finden können.
Spindelböck redet nie weitschweifig am Kern vorbei, biedert sich nirgendwo an und lässt die hohe Intention katholischer Moral erspüren: dem Menschen Wegweiser zu sein zu seiner letzten Bestimmung in Gottes Liebe und zu einem von personaler Achtung und Würde bestimmten Umgang mit seinem Mitmenschen als gläubiges, von der Kraft der Sakramente getragenes Glied der Kirche. Nur so, in und mit Christus, ist die Moral der Kirche letztlich verstehbar und lebbar. Sie kann irdisches und ewiges Glück eröffnen.
Angaben zum Buch: Josef Spindelböck, Christlich glauben und leben. Ein Leitfaden der katholischen Moral, Verlag St. Josef, Kleinhain 2010, 112 Seiten (8.90 €) ISBN 978-3-901853-19-7, Bestellung direkt beim Verlag oder in jeder Buchhandlung, http://verlag.stjosef.at // Ergänzender Hinweis: Von Prf. Dr. Stefan Hartmann selbst ist vor kurzem im Heiligenkreuzer Be&BE-Verlag ein Büchlein mit dem Titel "Standorte. Theologische Skizzen und Gestalten" erschienen, das wir im Sankt Josef Newsletter bereits vorgestellt haben.
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25.08.2010 20:11:25
Das Vorbild und die Nähe der Heiligen
(radiovatikan.de/kath.net) Jeder Mensch braucht in seinem Leben andere Menschen, die ihm nahe sind, Freunde etwa und Familie. Jeder Mensch braucht aber in seinem Leben auch Begleiter auf dem Glaubensweg. Das betonte Papst Benedikt an diesem Mittwoch bei seiner Generalaudienz in Castel Gandolfo, wie Radio Vatikan berichtet.
Solche Begleiter auf dem Glaubensweg könnten geistliche Begleiter oder Beichtväter sein, es könnten aber auch einige Heilige sein. Jeder sollte einige Heilige haben, die einem besonders nahe sind.
„Mir persönlich ist durch meine Studien der heilige Augustinus ein ganz persönlicher Freund und Lebensgefährte geworden. Sein Leben war erfüllt von der Suche nach Wahrheit. Die war nicht leicht zugänglich, er hat viele Umwege machen müssen, aber er ließ sich nie davon abbringen, zu suchen, was wirklich wahr ist. Gibt es Gott? Wer ist er? Wo ist er? Diese Suche hat ihm schließlich Sinn und Halt gegeben und ihn zum lebendigen Gott geführt.“
Seine Erfahrungen als Mensch und Christ seien auch heute noch relevant, in einer Zeit, in der es scheint, als ob der Relativismus die Wahrheit geworden sei. Augustus habe sich nie mit „Pseudo-Wahrheiten“ zufrieden gegeben, so Benedikt weiter.
Die Unruhe der Suche habe sein Leben bestimmt, alles andere habe ihm keine Ruhe gegeben. Zuletzt sei ihm klar geworden, dass nicht er die Wahrheit findet, sondern dass die Wahrheit, die er sucht, ihn gefunden hat. Wir sollten sicher sein, dass unsere Nähe zu solchen Heiligen uns wachsen lasse als Menschen und als Christen.
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25.08.2010 20:09:32
Requiem für Bischof Weberberger
(kathpress.at) Für den kürzlich verstorbenen austro-brasilianischen Bischof Richard Weberberger hat Kardinal Christoph Schönborn am Mittwoch in der Stiftskirche Kremsmünster den Begräbnisgottesdienst gefeiert. Bischof Weberberger habe sein Leben dafür eingesetzt, das Licht des Evangeliums vor allem den einfachen und armen Menschen in seiner brasilianischen Diözese Barreiras zu bringen, betonte Kardinal Schönborn in seiner Predigt.
Mit dem Kardinal nahmen der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz, die emeritierten Bischöfe Maximilian Aichern und Helmut Krätzl, der brasilianische Bischof Paulo Romeu und eine große Anzahl von Gläubigen Abschied von Bischof Weberberger. Am Gottesdienst nahmen auch der Superintendent der evangelischen Kirche A.B. in Oberösterreich, Gerold Lehner, sowie Landeshauptmann Josef Pühringer teil. Pühringer würdigte den Verstorbenen mit den Worten: "Er hat uns gezeigt, dass Verantwortung und Solidarität nicht an der Grenze eines Landes halt machen dürfen."
Die Predigt wurde von Kardinal Schönborn und Bischof Aichern gehalten. Bischof Weberberger habe durch sein Leben gezeigt: Je mehr ein Mensch die Liebe verschenkt, desto mehr Liebe bekommt er zurück, hob Kardinal Schönborn hervor. Liebe könne aber nicht gelebt werden ohne die Wahrheit. Bischof Richard habe durch seinen Einsatz für die Gerechtigkeit diese Wahrheit bis zum Ende seines Lebens getan, so der Kardinal.
Bischof Aichern würdigte mit einem ausführlichen Rückblick das Lebenswerk von Bischof Weberberger. Dieser sei ein Mensch des Zweiten Vatikanischen Konzils gewesen und habe viele pastorale Initiativen in seiner Diözese ermöglicht. Es sei ihm um die Förderung der Laienmitarbeiter, der Katechisten und Ständigen Diakone genau so gegangen wie um eine klare Option für die Armen, indem er landwirtschaftliche Schulen, Straßenkinderprojekte und medizinische Zentren errichten ließ. Bischof Weberberger war ein gläubiger, bescheidener und weltoffener Bischof; "er war eine leuchtende Seele für die Menschen seiner Diözese", so der Linzer Altbischof.
Der austro-brasilianische Bischof Richard Weberberger OSB verstarb im 71. Lebensjahr infolge einer Krebserkrankung. Er gehörte dem Benediktinerstift Kremsmünster an und wirkte über 30 Jahre als Bischof der Diözese Barreiras in Brasilien. Bischof Weberberger hatte verfügt, dass er dort, wo er stirbt, auch begraben werden solle. Er wurde nach dem Gottesdienst am Priesterfriedhof des Stiftes Kremsmünster bestattet.
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23.08.2010 20:05:20
100. Geburtstag der seligen Mutter Teresa von Kalkutta
(stephanscom.at) Der 100. Jahrestag der Geburt von Mutter Teresa wird auch in Wien gefeiert. Genau am Jahrestag, Donnerstag, 26. August 2010, zelebriert Weihbischof Franz Scharl um 19.00 Uhr im Wiener Stephansdom eine Gedenkmesse für Mutter Teresa. "Wir loben und danken für Mutter Teresa", so Schwester Marie-Claire von den Wiener "Missionarinnen der Nächstenliebe". Bei der Messe werden auch Reliquien der Ordensgründerin und Friedensnobelpreisträgerin zu sehen sein.
Im Kloster der "Missionarinnen der Nächstenliebe" am Mariahilfer Gürtel 11 ist bis 7. Oktober eine Ausstellung über das Leben und Wirken von Mutter Teresa zu sehen. Sie ist täglich von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Es gibt aber auch Abendtermine. Eine weitere Ausstellung "100 Jahre Mutter Teresa" wird von den Päpstlichen Missionswerken in Österreich in der Krypta der Peterskirche, 1010 Wien, präsentiert.
Mutter Teresa wurde am 26. August 1910 als Agnes Gonxha Bojaxhiu in Skopje geboren, das damals unter dem Namen Üsküb noch Teil des Osmanischen Reiches war. Von ihren wohlhabenden Eltern wurde sie sehr religiös erzogen. Als sie zehn Jahre alt war, starb ihr Vater überraschend. Schon im Alter von zwölf Jahren entschied sie sich für ein Leben als Ordensfrau, mit 18 trat sie bei den "Sisters of the Blessed Virgin Mary", dem irischen Zweig der Englischen Fräulein ein. In der bengalischen Metropole Kalkutta legte sie die erste Profess ab. Daraufhin war sie 17 Jahre in der St. Mary's School in Kalkutta tätig, wo sie erst als Lehrerin, dann als Direktorin wirkte.
Auf einer ihrer zahlreichen Fahrten durch die Millionenstadt Kalkutta soll sie am 10. September 1946 die Berufung gespürt haben, ihr Leben den Armen zu widmen. In ihrem Tagebuch schildert sie dieses Erlebnis als mystische Begegnung mit Jesus, der sie dazu aufgefordert habe, alles aufzugeben und ihm in die Slums zu folgen - um ihm in den Ärmsten der Armen zu dienen. Mutter Teresa begann unter den Ärmsten der Armen in den Slums von Kalkutta zu wirken, bald schlossen sich ihr frühere Schülerinnen an.
1950 gründete Mutter Teresa die "Missionarinnen der Nächstenliebe". 1954 eröffnete sie das erste Sterbehaus in Kalkutta. Heute gehören mehr als 3.000 Ordensschwestern und rund 500 Ordensbrüder in 710 Häusern in allen Teilen der Welt dem Orden von Mutter Teresa an. 1979 wurde Mutter Teresa mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Mutter Teresa starb am 5. September 1997. Am 13. September wurde ihr in Kalkutta eines der eindrucksvollsten indischen Staatsbegräbnisse zuteil. Der Seligsprechungsprozess begann mit Erlaubnis von Johannes Paul II. im Juni 1999. Die Seligsprechung erfolgte am 19. Oktober. In Albanien wird der Tag der Seligsprechung von Mutter Teresa als Nationalfeiertag begangen.
Link: TW1-Themenschwerpunkt am 26. August ab 18.15 Uhr.
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23.08.2010 20:02:38
Tägliche lateinische Messe in der ao. Form auf dem iPhone
(summorum-pontificum.de) Nach dem Echo auf The New Liturgical Movement zu urteilen, hat die katholische Welt darauf gerade noch gewartet: iMass bringt die heilige Messe nach der außerordentlichen Form des römischen Ritus täglich neu auf's iPhone. Gefeiert wird die Messe in der von der Petrusbruderschaft betreuten Christkönigs-Pfarrei in Sarasota, Florida. Neben der Direktübertragung bietet die Anwendung auch den lateinisch-englischen Text der täglichen Liturgie nach dem Missale von 1962 und empfiehlt sich somit auch als Begleiter für den tatsächlichen Messbesuch. Da sage noch einer, die Anhänger der überlieferten Liturgie wollten in die Vergangenheit zurück. - Link: http://itunes.apple.com/us/app/imass/id381131668?mt=8#
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21.08.2010 15:42:58
Bistum Trier korrigiert Stellungnahme zu "Embryonenoffensive"
(kath.net) Am Freitag hat die Pressestelle des Bistums Trier erneut eine Stellungnahme zur „Embryonenoffensive“ im Saarland ausgesandt, die zwar sehr kurz gehalten ist, inhaltlich aber durchaus von der vorhergehenden abweicht.
Die aktuelle Stellungnahme lautet wörtlich: „Auf Presseanfragen, die Anfang der Woche bei der Pressestelle des Bistums Trier im Blick auf die Aktion des Vereins „Durchblick“ (Embryonenoffensive) eingingen, hat die Pressestelle neben einem klaren Bekenntnis zum Schutz des Lebens die Aussage gewählt, dass ‚wir (also das Bistum Trier) die konkrete Aktion des Vereins 'Durchblick' nicht für den geeigneten Weg halten, um auf die Würde und den Schutz des ungeborenen Lebens und die Problematik von Abtreibungen hinzuweisen.’
Diese Stellungnahme hat zu einzelnen heftigen Reaktionen von außen und zu internen Diskussionen im Bistum Trier geführt. Im Zuge dieser Meinungsbildung muss die Position des Bistums zu dieser Aktion wie folgt korrigiert werden:
Das Bistum Trier und Bischof Dr. Stephan Ackermann halten die Aktion zwar für provokant, sehen aber keine Veranlassung, sie abzulehnen.“
Bei der "Embryonenoffensive" handelt es sich um eine Pro-Life-Aktion des Vereins "Durchblick": Im Saarland wurden 300.000 Modelle von ungeborenen Kindern verteilt, um darauf aufmerksam zu machen, dass bei jeder Abtreibung ein Mensch stirbt. - www.embryonenoffensive.de
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21.08.2010 15:40:06
Bischof von Limburg kritisiert "Donum vitae"-Beratung
(kathnews.de) Scharfe Kritik an der Beratungspraxis von „Donum Vitae“ übte nun Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst von Limburg. Der Bischof unterstrich in einer Verlautbarung den bedingungslosen Einsatz der Kirche „für ein Ja zum Leben“. Weiter heißt es in der Stellungnahme des Limburger Diözesanbischofs: "Sie (die Kirche, Anm. der Redaktion) ermutigt werdende Mütter und Väter, ihr Kind anzunehmen und an der Verantwortung für das von Gott geschenkte und ihnen anvertraute Leben zu wachsen. Deshalb kommt für katholische Christen der Weg, den Donum Vitae beschreitet, nicht in Frage. Gerade in der Rückschau auf die letzten Jahre wird deutlich, welcher Bewusstseinswandel stattfindet, wenn die Tötung ungeborenen Lebens rechtliche Deckung erfährt. Ein Mitwirken daran stellt der Weg dar, den Donum Vitae geht."
Bischof Tebartz-van Elst weiter: "Im Unterschied dazu unterstützen die Beratungsstellen der Katholischen Kirche werdende Eltern aus der tiefen Überzeugung, dass ein empfangenes Kind immer ein Segen ist. Ein Schwangerschaftsabbruch bedeutet die gewollte Tötung eines Kindes und zieht unübersehbar seelische und körperliche Belastungen für Mütter und Väter nach sich. Weil für uns als Katholische Kirche das Ja zum Leben ohne Alternative ist, können wir uns nicht an einem System beteiligen, das durch das Ausstellen eines Scheines den Anschein erweckt, jede Entscheidung sei rechtmäßig und damit gleich gültig. Die Entscheidung gegen ein Kind kann nicht vom Recht gedeckt werden.“
Franz-Peter Tebartz-van Elst wurde am 20. November 1959 in Kevelaer-Twisteden geboren. Nach dem Abitur am Piuskolleg in Coesfeld studierte er Philosophie und Theologie in Münster und Freiburg. Am 26. Mai 1985 empfing Tebartz-van Elst das Sakrament der Priesterweihe. Von 1988 bis 1990 promovierte er an der University of Notre Dame im US-Bundesstaat Indiana. Von 2002 bis 2004 war er Professor für Pastoraltheologie und Liturgiewissenschaft an der Universität Passau.
2003 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof in Münster und Titularbischof von Girus Tarasii. Die Bischofsweihe spendete ihm Bischof Reinhard Lettmann, damaliger Diözesanbischof von Münster. Am 28. November 2007 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Bischof von Limburg, woraufhin er am 20. Januar 2008 Besitz von seiner neuen Diözese ergriff. Seither führt Bischof Tebartz-van Elst in seiner Diözese zahlreiche Reformen durch, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wären. Der Bischof genießt bei vielen Katholiken in seiner Diözese eine große Beliebtheit.
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20.08.2010 06:59:44
Die Caritas hilft in Pakistan
(stephanscom.at) Das Hochwasser in Pakistan steigt weiter. Caritas-Helfer Thomas Preindl berichtet über eine Verteilaktion von Hilfsgütern im 100-Familien-Dorf Saramina, wo Muslime, Christen und Hindus nun Zelt an Zelt nebeneinander leben.
Vor einigen Wochen war es noch ein ganz normales Dorf. Vielleicht mit der Besonderheit, dass in Saramina, zwei Autostunden nordwestlich von Pakistans Hauptstadt Islamabad gelegen, Muslime, Christen und Hindus friedlich nebeneinander lebten. Damals hatten sie noch ihre Lehmhäuser. Seit der großen Flut leben die rund 100 Familien Zelt an Zelt - in einem Camp der Caritas und einer lokalen Partnerorganisation.
Die Caritas konnte nun Hilfsgüter verteilen. "Die Menschen haben sich extrem gefreut über die Hilfe und sind dankbar für die Zelte, aber die Angst vor der Zukunft sitzt allen im Nacken. Schließlich wissen sie, wie extrem kalt ihre Winter sind", berichtet der österreichische Caritas-Mitarbeiter Thomas Preindl. Am Mittwoch, 18. August 2010, hat der erfahrene Katastrophenhelfer in Saramina Hygieneartikel verteilt. Dort hatten die Menschen Glück im Unglück: Viele ihrer Felder sind noch intakt, Mais und Gemüse sind bald erntereif, ein Hoffnungsschimmer angesichts der enormen Zerstörung. Trinkwasser kommt aus dem Tank der Caritas.
Essen und sauberes Wasser sind jetzt für viele Menschen in Pakistan schon Luxus: Sechs Millionen Menschen sind durch die Hochwasserkatastrophe völlig auf Hilfe angewiesen. "Der Bedarf ist so enorm, dass wir zwar tun, was wir können, es aber nicht reicht. Es ist einfach noch viel mehr Hilfe nötig", so Preindl, der auf weitere Spenden aus Österreich hofft. Am Donnerstag bricht er in den Shangla District im Norden auf, um das internationale Caritas-Team in Besham in Logistikfragen zu unterstützen. "Die großen Fragen sind: Was bekommen wir wo wie her und wer braucht es am dringensten?", erklärt Preindl.
Die Caritas bittet um Spenden für die Menschen in Pakistan:
PSK-Konto 7.700 004, Bankleitzahl 60.000
Kennwort Hochwasser Pakistan.
www.caritas.at
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20.08.2010 06:56:10
40 Gründe, Priester zu sein - von Bischof Klaus Küng
(kath.net/news.stjosef.at) Am 23. August 2010 feiert der St. Pöltner Diözesanbischof DDr. Klaus Küng sein 40. Priesterjubiläum. Er sieht "Grund genug, Gott vierzigmal zu danken. Und über 40 Facetten des Priesterberufes nachzudenken". Hier der Text im Wortlaut:
1.) „Komm und folge mir nach.“ – Die Berufung ist und bleibt ein Geheimnis Gottes und des eigenen Lebens. Warum gerade ich? Diese Frage bleibt stehen, auch nach 40 Jahren.
2.) Bartimäus bat ihn: „Ich möchte sehen können“. – Die Not ist groß. Die eigene und die der anderen. Und doch ist es Aufgabe des Priesters, ihm Stimme und Hände zu leihen. Eine schöne und spannende Aufgabe.
3.) „Er heilte viele.“: Blinde, Lahme, Taubstumme, sogar Aussätzige. – Priestersein bedeutet Dabei-Sein-Dürfen. Nach 40 Jahren hat man so viele Gründe zur Dankbarkeit. Man erlebt nicht wenige, die (geistig) blind waren und zu sehen anfingen; gelähmt und auf die Beine kamen; total verstummt, in sich verschlossen, die sich zu öffnen, und Taube, die das Wort Gottes zu verstehen begannen.
4.) Es ist etwas vom Schönsten: zu erleben, wie in einer verhärmten, vielleicht verbitterten Seele nach und nach von neuem Freude einzieht oder niederdrückende Verzweiflung durch eine allmählich aufkeimende Hoffnung überwunden wird.
5.) „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt“ – Priestersein bedeutet sich in seinen Dienst stellen, damit Er gegenwärtig wird auf dem Altar, im eigenen Herzen und in den Herzen der Gläubigen. Das ist etwas unfassbar großes Geschenk Gottes. Die Mitwirkung an seiner Vergegenwärtigung ist der Kern des priesterlichen Dienstes. Da kann man nur sagen: „O Herr, ich bin nicht würdig“, umso dankbarer muss ich sein.
6.) Gott, dich täglich durch meine eigene Seele hindurch wirken zu sehen, das kann ich nicht begreifen. Du hast es so gewollt.
7.) „Deine Sünden sind dir vergeben.“ – Die Sündenvergebung ist etwas Wunderbares. Gott greift ein. Diese Aufgabe gehört zum Schönsten im priesterlichen Dienst. Ich dachte mir: Ärzte gibt es viele, Priester nur wenige. Auch nach 40 Jahren bereue ich diese Entscheidung nicht.
8.) „Meinen Frieden gebe ich euch …“ Zu Ihm hinführen, der diesen Frieden gibt, seinen Frieden vermitteln, das ist Balsam für die Seelen.
9.) „Das Licht leuchtet in der Finsternis.“ – Das Licht anzünden kann nur der Heilige Geist - und doch kommt dem Priester Verantwortung zu.
10.) Wohl kaum jemand sonst erlebt häufiger die eigene Ohnmacht als der Priester. Gerade dann formen sich die Worte: „Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele“ – oft das einzige Ventil, das die Last erleichtert.
11.) Als Priester verliert man nur dann nicht den Elan, wenn man es lernt, Gott zu suchen, auf Christus zu bauen und den Heiligen Geist für sich und die anderen in Demut und Glauben zu erbitten. Und das ist gut so, denn „selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.“
12.) „Er nahm die sieben Brote und die Fische, sprach das Dankgebet, brach die Brote …“ und alle wurden satt. Der Priester ist daran beteiligt, auch wenn er selbst arm ist und hungrig, persönlich dem leeren Korb gleicht oder den Jüngern, die nur „Handlanger“ waren. Wie viele Gründe zur Dankbarkeit!
13.) „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ – der Priester ist ganz nahe bei diesem Vorgang. Trotz aller menschlichen Schwächen geschieht auch jetzt, was bei Maria den Anfang nahm. Es ist eine Frucht der Erlösung und eine große Hoffnung.
14.) Der Prophet hat die Aufgabe zu warnen. Das ist eine große Herausforderung für den Priester, gerade in unserer Zeit. Oft habe ich erfahren, wie nötig das Gebet der Anderen ist, und wie schwierig es ist, die eigene Feigheit zu besiegen.
15.) Allen andern voran Gott gehorchen, guter Hirt sein, das erwartet vom Priester Gott, das erwarten sich auch die Menschen, selbst wenn sie manchmal protestieren. Es lohnt sich, Gott und sich selbst treu zu sein, auch wenn es dafür nicht immer Lob gibt.
16.) „Selig die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“ – Ein wichtiger Hinweis. Auch wenn es da große Sorgen gibt: Bei aller Schwäche – mit der Hilfe des Herrn ist es möglich, ein reines Leben zu führen, auch heute.
17.) „Alle sollen eins sein.“ – Die Einheit zu wahren und zu fördern, war nie einfach und das ist es auch heute nicht. Gerade für den Priester ist es oft belastend, wenn einer dem anderen nicht traut, wenn die Gegensätze groß sind, Polemik die Arbeit lähmt. Es war für mich in den vergangenen 40 Jahren oft die drängendste Bitte: Komm Heiliger Geist, steh uns bei, hilf uns zusammen zu finden.
18.) „Bittet und ihr werdet empfangen, suchet und ihr werdet finden, klopft an und es wird euch aufgetan…“ – Beten und bitten lernen ist eine Tür, die man als Christ, und ganz besonders als Priester, unbedingt finden muss. Wer diese Tür findet, stößt auf den Weg, der sicher ist und weiterführt. Gott verlässt die Seinen nicht. Noch ein Grund, dankbar zu sein.
19.) Einmal hat zu mir jemand gesagt: Seien sie ein Mann Gottes, dann werden wir Sie achten. Ein wertvoller Hinweis; eine gute Grundlage für ein konstruktives Miteinander.
20.) Enttäuschungen? Üble Nachrede? Unverständnis? – Sie gehören auch zum Leben des Priesters. Das ist manchmal hart, aber dann hat man auch das Glück, liebe Menschen zu haben, die einen getragen haben.
21.) Alleinsein. Das kann gerade im Leben des Priesters eine schwere Last sein. Persönlich bin ich sehr dankbar, dass ich den Rückhalt einer Gemeinschaft immer hatte. Und wie oft durfte ich auch den Halt und den Trost der großen Familie Gottes erfahren.
22.) „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer…“ – Das ist ein wichtiger Aspekt; und doch zeigt die Erfahrung, dass die Verkündigung der Wahrheit in Liebe ein Bestandteil der Barmherzigkeit ist. Das ist nicht immer einfach. Manche lehnen sich auf. Aber am Ende sind fast alle dankbar, wenn man aufrichtig ist und die Wahrheit sagt, selbst wenn diese anfangs wehtut.
23.) „Fürchtet euch nicht.“ – Ein Wort Jesu, das für den Priester eine ganz besondere Bedeutung hat. Wir Priester und Bischöfe brauchen das Gebet der anderen wie der Bettler das Brot, damit wir nicht furchtsam sind und unsere Aufgabe als Hirten mit Mut wahrnehmen.
24.) „Es entstand unter ihnen ein Streit darüber, wer von ihnen wohl der Größte sei.“ – Die Entzweiungen und Streitereien gehören zu den größten Mühen des Priesteramtes. Der Priester braucht die Gaben des Heiligen Geistes, um zu versöhnen, zusammen zu führen und zu erreichen, dass alle auf Christus schauen. Danke, Gott, für viele solche überstandene Krisen.
25.) Petrus hat gesagt: „Geh weg von mir, denn ich bin ein Sünder.“ – Jesus ist nicht weggegangen. Das ist ein Trost, auch für den Priester und den Bischof.
26.) Arbeitsüberlastung? Stress? Für fast niemanden, der eine gewisse Verantwortung trägt, ist es leicht, die nötige Ausgewogenheit zwischen Arbeit und den anderen Bedürfnissen des Lebens zu erreichen. Jesus hat zu den Seinen gesagt: „Kommt mit mir an einen stillen Ort und ruht ein wenig aus“. Das beharrliche Festhalten an Zeiten des Gebetes, an der täglichen geistlichen Lektüre, auch an der regelmäßigen Einkehr war mir in diesen vergangenen 40 Jahren unerlässlich. Ohne sie hätte ich niemals durchhalten können. Die Erholung ist oft zu kurz gekommen, da war ich kein gutes Beispiel. Aber ich bin Jesus dankbar dafür, dass er mir bis jetzt eine eiserne Gesundheit geschenkt hat.
27.) Der Kaufmann, der eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte sie. – Es lohnt sich. Gott kann man nie übertreffen. Wenn man ihm etwas gibt, schenkt er einem viel mehr, als man ihm gegeben hat. Deo gratias!
28.) Gott und der Erfolg der Arbeit – eine schwierige Frage. Oft wird man im priesterlichen Dienst an das Wort des Evangeliums erinnert: „Wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.“ Und doch entstehen Früchte, und zwar in der Regel so, dass man sich sagen muss: das habe nicht ich getan. Das hat Er getan. Oder: Viele haben dafür gebetet und so hat Gott es gewährt. Danke, guter Gott!
29.) Die christlichen Familien sind eine große Stütze, aber auch ein wichtiges Aufgabengebiet des Priesters. Sie brauchen sein Vorbild und seine priesterliche Wirksamkeit, er aber lernt viel von ihnen, denn auch eine christliche Familie setzt Großzügigkeit und Opfer voraus.
30.) Kinder und Jugendliche zu begleiten, das bedeutet heute eine besondere Herausforderung. Der Priester braucht gute Mitarbeiter, muss Talente entdecken, fördern und zum Einsatz bringen. Wir stehen heute vor manchen neuen Schwierigkeiten, es bieten sich aber auch ganz neue Chancen an.
31.) In Sorgen und Nöten ist der Priester Zuflucht und Beistand. Es gehört wesentlich zum priesterlichen Dienst, für die Menschen da zu sein. Es ist etwas Kostbares, wenn echtes Vertrauen entsteht, auch wenn es manchmal Belastung und Mühe mit sich bringt.
32.) Die Sorgen der Menschen vor Gott zu tragen, alle ihre Anstrengungen, Arbeiten, auch Leiden zusammen mit den Gaben von Brot und Wein auf den Altar zu legen mit der Bitte, dass sie durch und mit Christus in ein Gott wohlgefälliges Opfer verwandelt werden - das ist die wichtigste, die zentrale Arbeit des Priesters. Und eine wunderbare Pflicht!
33.) „Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben.“ – Auch das gehört wesentlich zum Leben des Priesters: Den Leidenden und Sterbenden den Beistand und die Kraft Christi bringen; ihnen beistehen, damit sie getröstet und bestärkt die letzte Reise antreten und vielleicht noch zuvor manches oder alles in Ordnung bringen können. Es ist eine erhebende und heilige Pflicht, den Sterbenden wie auch ihren Angehörigen jene Hoffnung zu bringen, die nur der Glaube kennt.
34.) Ein großes Geschenk für den Priester ist es: überall dort, wo er längere Zeit wirkt, werden ihm tiefe freundschaftliche Beziehungen, persönliche Begegnungen mit unterschiedlichsten Menschen und Schicksalen zuteil. Das ist etwas Kostbares.
35.) Auch schwierige Phasen im Leben erkennt man später oft als etwas Wertvolles, manchmal vielleicht sogar als wertvoller als die einfachen Wegstrecken.
36.) Manchmal tut man jemandem weh, ohne es gewollt zu haben. Auch der Priester bedarf der Barmherzigkeit.
37.) Besonders schön ist es, wenn man sagen kann: mit diesem oder jenen habe ich mich versöhnt, er hat mir vergeben und ich habe ihm vergeben.
38.) Als Priester leben ist ein großes Abenteuer, und zwar ein göttliches und ein menschliches.
39.) Mit den Jahren häufen sich vor allem die Gründe zur Dankbarkeit.
40.) Paulus konnte schreiben: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet“. Wie schön ist es, wenn jemand das von sich sagen kann. Meinerseits kann ich nur auf die Barmherzigkeit des Herrn bauen und auf das Gebet meiner Mitchristen.
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17.08.2010 20:35:38
Die Katholische Kirche und die Heiligkeit des Menschenlebens
(news.stjosef.at) Der St. Pöltner Moraltheologe Prof. Dr. Josef Spindelböck konnte am 17. August 2010 auf besondere Einladung von Prof. Dr. Erkki Koskenniemi für die "Lutheran Evangelical Association" in Finnland innerhalb der von ihr veranstalteten Tagung zum Thema "Recht und Unrecht" (Karkku, 15.-17.08.2010) einen Vortrag über "Die Katholische Kirche und die Heiligkeit des Menschenlebens" halten. "Die Zukunft der Menschheit und auch die Perspektive des Reiches Gottes verlangen es, dass die Christen verschiedener Bekenntnisse sich gegenseitig im Guten bestärken, ja dass sie – soweit gemeinsame Werte betroffen sind – auch mit Nichtchristen und Nichtgläubigen zusammenarbeiten" - so Spindelböck in seinen abschließenden Bemerkungen zum Thema. Die Ausführungen im Detail können Sie unter diesem Link im PDF-Format nachlesen! Der Vortrag wird auch auf Finnisch publiziert werden.
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17.08.2010 20:30:46
Österreichischer Missionsbischof Richard Webernberger gestorben
(kath.net) Der Benediktiner-Bischof Richard Josef Weberberger ist am 17. August verstorben.
Weberberger wurde am 5. September 1939 in Bad Leonfelden geboren, aufgewachsen in Gaspoltshofen, maturierte am Stiftsgymnasium Kremsmünster, trat 1958 als P. Richard in das Stift Kremsmünster ein und studierte in Salzburg und Rom. Nach der Priesterweihe 1964 war er Kooperator in Kremsmünster und Sattledt, Spiritual der Benediktinerinnen in Steinerkirchen und unterrichtete Religion und Philosophie am Stiftsgymnasium in Kremsmünster und in Schlierbach.
P. Richard Weberberger OSB kam 1974 nach Brasilien und war Pfarrer in der Stadt Barreiras. Im Mai 1979 wurde er zum Bischof der neu errichteten Diözese Barreiras ernannt und am 11. Juli 1979 in Kremsmünster zum Bischof geweiht. Mit der Amtseinführung am 26. 8. 1979 trat er das Amt des ersten Diözesanbischofs von Barreiras an. 12 Jahre war er Mitglied des Ständigen Rates der Brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) und von 1998 bis 2003 Präsident der regionalen Bischofskonferenz Nordost 3.
Er wurde Ehrenbürger mehrerer Städte und des Bundesstaates Bahia. 1999 ehrte ihn das Land Oberösterreich mit dem Menschenrechtspreis des Landes Oberösterreich. 2009 feierte Bischof Weberberger im Stift Kremsmünster sein 30-jähriges Bischofsjubiläum und erhielt das große goldene Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich. Im Mai 2010 erfuhr er von seiner schweren Erkrankung und wurde in Linz behandelt.
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15.08.2010 20:37:31
Wallfahrtsstätte Lourdes wegen Bombenalarms evakuiert
(orf.at) Mitten in die Feierlichkeiten zu Mariä Himmelfahrt hat am Sonntag eine Bombenwarnung in Lourdes für Angst unter den Zehntausenden Gläubigen gesorgt. Nach Angaben eines Sprechers der Wallfahrtsstätte ging zu Mittag bei der Polizei eine Bombenwarnung ein, wonach gegen 15.00 Uhr vier Sprengsätze an den Heiligtümern explodieren sollten.
Wie ein Lourdes-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP sagte, wurden sämtliche Einrichtungen der Pilgerstätte - von den Verwaltungsgebäuden bis zur Grotte - geräumt. Rund 30.000 Pilger hatten sich zum Feiertag auf dem Gelände eingefunden. Sie wurden vorläufig in Sicherheit gebracht. Die Evakuierung sei „ruhig“ vonstattengegangen, ergänzte der Sprecher.
Sprengstoffexperten suchten Gelände ab
Über die Hintergründe der Drohung war zunächst nichts bekannt. Das Gelände wurde von französischen Bombenspezialisten mit Sprengstoffspürhunden abgesucht. Viele Pilger blieben vor Ort und stimmten Lieder und Gebete an, während sie hinter den Absperrungsgittern warten mussten. Die Stätte wurde gegen 16.30 Uhr rechtzeitig zur Abschlusszeremonie der Mariä-Himmelfahrt-Prozession wieder geöffnet.
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15.08.2010 20:35:52
Jugendlicher Aufbruch in Mariazell
(kathpress.at) Mit einem Festgottesdienst in der Mariazeller Basilika ist am Sonntag die Jugendwallfahrt zu Ende gegangen. Die Wallfahrt vom 13. bis 15. August stand unter dem Motto "Voll leben". Er erlebe hier einen "Aufbruch der Jugend in der Kirche von Österreich", sagte Kardinal Schönborn in seiner Predigt.
Er legte den jungen Pilgern in seiner Predigt am Hochfest "Mariä Himmelfahrt" das Lebensbeispiel Marias an Herz: Maria habe aus dem Glauben heraus und im Vertrauen auf Gott "voll gelebt". Und doch habe auch sie möglicherweise Zweifel gehabt: "Zweifel sind normal und legitim", sagte Schönborn. Zugleich rief er die Jugendlichen auf, im Vertrauen auf Gott mutig Lebensentscheidungen zu treffen.
Mit Kardinal Schönborn feierten in der berstend vollen Basilika u. a. die Bischöfe Klaus Küng, Christian Werner, Franz Scharl, Franz Lackner und Stephan Turnovszky. Der Gottesdienst wurde - wie auch die ganze Wallfahrt - von der Katholischen Jugend, dem Mittelschülerkartellverband (MKV) und Jugendgruppen von kirchlichen Erneuerungsbewegungen gestaltet. Zu den am Freitag in Mariazell angekommenen rund 600 Jugendlichen waren bis Sonntag noch zahlreiche weitere hinzugestoßen.
Sehr beeindruckt von der Glaubenskraft der jungen Wallfahrer hat sich Kardinal Schönborn zum Abschluss der Wallfahrt im Gespräch mit "Kathpress" gezeigt. Bei der Jugendwallfahrt in Mariazell sei deutlich geworden, dass die Kirche für die Jugendlichen nach wie vor ein "lebbares Zuhause" sei. Das stimme ihn sehr zuversichtlich, so Schönborn.
Der Kardinal räumte ein, dass die Teilnehmer der Jugendwallfahrt nur eine Minderheit seien, "aber eine qualifizierte, beherzte und für die Zukunft unseres Landes sehr hoffnungsvolle Minderheit".
Schönborn stellte auch ein "wachsendes Miteinander" zwischen den einzelnen kirchlichen Gruppierungen fest: "Die Jugendlichen können besser miteinander, als das oft bei der älteren Generation der Fall ist, wo sich die verschiedenen Gruppierungen und Bewegungen oft sehr schwer miteinander tun."
Der Wiener Erzbischof konnte auch von vielen persönlichen Gesprächen und Begegnungen berichten. Der Dialog mit den Jugendlichen sei gelungen und "einfach ganz normal", bilanzierte er. Die hierarchische Distanz werde vielfach überschätzt. Die Bischöfe seien schließlich auch sehr viel in den Pfarrgemeinden unterwegs und würden den Kontakt zur Basis und damit auch zu den Jugendlichen pflegen.
Persönlich nehme er aus Mariazell die Überzeugung mit, "dass Gott trotz aller Schwierigkeiten in der Kirche in unserer Zeit am Werk ist". Er erlebe gerade hier auch bei den jungen Menschen, "wie Gott sie ruft".
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15.08.2010 20:34:21
Papstmesse am Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel
(radiovatikan.de) Tausende von Menschen haben am Sonntag Morgen in Castel Gandolfo mit dem Papst das Fest Mariä Himmelfahrt gefeiert. Wegen der Hitze zelebrierte Benedikt schon in den frühen Morgenstunden die Messe in der Pfarrkirche, die nur wenige Schritte von seiner Sommerresidenz entfernt liegt. In seiner Predigt erinnerte er daran, dass Pius XII. das Dogma von der Aufnahme Mariens in den Himmel im November vor genau sechzig Jahren verkündet hat; der Papst las – „auch wenn er ein bißchen kompliziert ist“ – den genauen Wortlaut des Dogmas vor.
„Das ist also der Kern unseres Glaubens an die Aufnahme Mariens: Wir glauben, dass Maria – wie ihr Sohn Christus – schon den Tod besiegt hat und schon in der himmlischen Glorie triumphiert, und zwar in der Ganzheit ihres Wesens, in Seele und Leib.“
Die Mutter Jesu sei „zutiefst eingeschrieben ins Geheimnis Christi“, und zwar wegen ihres gehorsamen Glaubens. Wenn das Dogma von ihrer Aufnahme „in den Himmel“ spricht, sei damit „nicht irgendein Ort im Universum, ein Stern oder sowas“ gemeint:
„Wir verstehen unter dem Himmel etwas viel Größeres und mit unseren begrenzten menschlichen Begriffen schwieriger zu Definierendes. Mit dem Wort „Himmel“ wollen wir sagen, dass Gott uns auch im Tod oder jenseits des Todes nicht alleinläßt, sondern einen Platz für uns hat – dass in Gott ein Platz für uns ist. Um das zu verstehen, schauen wir mal auf unser eigenes Leben: Wir alle erleben ja, dass eine tote Person in gewisser Weise weiterlebt – im Gedächtnis und Herzen derer, die sie gekannt und geliebt haben. Ein Teil dieser Person lebt gewissermassen noch eine Weile in anderen weiter...“ Aber dieses Weiterleben sei „wie ein Schatten“ und gehe einmal zu Ende. „Gott hingegen“, so der Papst, „vergeht nicht, und wir alle existieren kraft seiner Liebe.“
„Wir existieren in den Gedanken und der Liebe Gottes. Wir existieren dort in unserer ganzen Realität, nicht nur als Schatten. In Gott, seinen Gedanken und seiner Liebe, überlebt nicht nur ein Schatten von uns, sondern wir sind in seiner schöpferischen Liebe aufgehoben und geborgen mit unserem ganzen Leben und unserem ganzen Sein. Es ist seine Liebe, die den Tod besiegt und die uns die Ewigkeit schenkt; und es ist seine Liebe, die wir Himmel nennen!“
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13.08.2010 15:37:31
Maria - mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen
(stjosef.at/predigten) Das Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel (15. August) fällt heuer auf einen Sonntag. In dieser Feier danken wir Gott dafür, dass er die Jungfrau und Gottesmutter Maria in der himmlischen Herrlichkeit vollendet hat. In Maria als Zielgestalt unseres christlichen Lebens leuchtet uns auf, was Gott in seiner Liebe auch für uns vorbereitet hat.
Was bedeutet Maria uns Christen? Warum verehren wir sie? Was kann ihre Fürsprache bei Gott bewirken? – Wir wollen gemeinsam darüber nachdenken, welche Aufgabe Maria im Heilsplan Gottes zukommt.
Gott ist es ja, der Maria groß gemacht hat (vgl. das Magnifikat). Er hat Großes getan an seiner demütigen Magd, die er erwählt hat von Anbeginn. - Lesen Sie die Predigt von Prof. Josef Spindelböck im Wortlaut!
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13.08.2010 15:34:57
Jesus Christus ist auch für heutige Jugendliche ein 'Magnet'
(kathpress.at/apa-ots.at) Zu einem "vollen Leben" aus christlichem Glauben hat der Grazer Bischof Egon Kapellari die Jugend ermutigt.
Jesus Christus möchte, "dass ihr nicht irgendwie, sondern voll leben könnt", sagte Kapellari am Freitag während der Jugendwallfahrt nach Mariazell. Dazu gehöre, dass Religiosität nicht nur in einem "flüchtigen Kontakt", sondern in Einübung und "Training" entfaltet wird. In seiner Predigt vor jungen Christen aus der Steiermark und Kärnten zum Motto "Voll leben" der Jugendwallfahrt nach Mariazell legte Kapellari den jungen Pilgern das "immer aktuelle Wort" der Gottesmutter bei der biblischen Hochzeit in Kana ans Herz: "Was er - Christus - euch sagt, das tut!"
Die drei Tage der Jugendwallfahrt nach und in Mariazell sollen nach den Worten des Bischofs eine "Zeit zum Schauen auf Christus" sein, zum Gebet und Hören auf sein Wort in Beichte und Eucharistie.
Inmitten der anderen Weltreligionen zeige das Christentum einen besonderen Weg zum Leben - den Weg zum jungen Jesus Christus, stellte Kapellari fest: "Er war in den drei Jahren seines öffentlichen Wirkens so etwas wie ein ungeheurer starker Magnet. Er hat Menschen angezogen, die ein schwaches Leben gehabt haben: Kranke an Leib und Seele." Und er habe auch starke junge Leute angezogen, die sich "nicht mit einem durchschnittlichen Dahinleben abfinden"
wollten: Kapellari nannte "Feuerköpfe" wie Jakobus und Johannes, später auch Paulus und Stephanus. Auch heute sei Jesus Christus "so etwas wie ein Magnet, der Menschen an sich zieht, damit sie als Freunde Christi immer mehr Mensch, auch immer mehr Mitmensch werden können".
Die Kirche - "seine und unsere Kirche" - bilde ein weltweit ausgespanntes "Magnetfeld". In manchen Ländern ist die Kirche nach den Worten des Bischofs ganz lebendig, anderswo - etwa in Österreich - gebe es manche Ermüdungen und Schwächen. "Es gibt aber auch ungemein viel Leben in der Kirche, und das ganze Land lebt davon", betonte Kapellari.
Bischof Kapellari und die Jugendlichen aus der Steiermark und Kärnten waren am Freitagvormittag Teilnehmer einer Sternwallfahrt, die den Startschuss für die dreitägige Veranstaltung in Mariazell bildete: Jugendliche und Bischöfe trafen einander an vier Orten außerhalb von Mariazell und wanderten dann gemeinsam in den Wallfahrtsort. Unterwegs standen eine Jause und ein Gottesdienst auf dem Programm. In Mariazell selbst beginnt das Programm am Freitagabend mit einem Eröffnungsfest im Kongress- und Veranstaltungszentrum "Europeum". Die Veranstalter rechnen damit, dass an der großen Lichterprozession am Samstagabend und der Abschlussmesse am Sonntagvormittag weit mehr als 1.000 junge Wallfahrer teilnehmen werden.
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13.08.2010 15:31:02
Keine Nachwuchskrise im Stift Heiligenkreuz
(stephanscom.at) So eine Welle von jungen Leuten, die unser Leben teilen wollen, gab es zuletzt im Mittelalter": Mit diesen Worten kommentierte Zisterzienserpater Karl Wallner die Tatsache, dass das Stift Heiligenkreuz seinen Personalstand in den letzten Jahren fast verdoppelte und die sonst viele Ordensgemeinschaften bedrückende Nachwuchskrise nicht kennt. Inklusive Novizen gebe es jetzt in Heiligenkreuz 81 Zisterzienser, ab 19. August sogar 88, teilte der Stiftssprecher dem Pressedienst der Erzdiözese Wien mit. Der Altersschnitt liege bei 47 Jahren.
Am 12. August legten gleich sechs Novizen die "zeitlichen Gelübde" ab, fünf Novizen verlängerten ihre Gelübde. Am 15. August, alle Zisterzienserklöster feiern Maria Himmelfahrt als Patronatstag, legen sieben Mönche die "ewigen Gelübde" ab. Am 16. August werden vier Mönche, die ihr theologisches Studium bereits abgeschlossen haben vom Grazer Weihbischof Franz Lackner zu Diakonen geweiht. Die neuen Diakone werden in den Pfarren des Stiftes ihre pastorale Ausbildung machen beziehungsweise ihre Doktoratsstudien fortsetzen. Am 19. August wird Abt Gregor Henckel-Donnersmarck sieben junge Männer in das Noviziat aufnehmen und einkleiden.
Am 21. August fahren die Zisterzienser von Heiligenkreuz in das steirische Stift Rein, wo der bisherige Heiligenkreuzer Prior Christian Feurstein als Abt des weltältesten Zisterzienserklosters in sein Amt eingeführt wird.
Dass es in Heiligenkreuz so viele Berufungen gibt, liege laut Pater Karl Wallner sicher nicht daran, "dass wir durch die CD 'Chant - Music for Paradise' weltweit bekannt geworden sind". Die CD habe vielmehr nur verdeutlicht, was immer schon Menschen ins Stift gezogen hat: die hier zelebrierte Liturgie in der uralten Tradition des Gregorianischen Chorals. Anziehend für junge Männer wirke wohl die "unkomplizierte Freude im Glauben, die aus einer treuen Verbundenheit mit dem Heiligen Vater und dem kirchlichen Lehramt kommt", mutmaßt Pater Karl. "Und sicher auch, dass wir in unserer Gemeinschaft eine große Eintracht haben." Es gebe eine lebendige Jugendseelsorge und eine große Offenheit für Gäste und Suchende.
Alle Neueintretenden hätten ihren Erstkontakt mit dem Stift Heiligenkreuz über das Internet gehabt. "Manche haben erzählt, dass sie täglich mehrmals die Website des Klosters virtuell besucht haben, bis sie den Mut fanden, dann endlich einmal das Kloster auch 'live' zu besuchen", berichtet Pater Karl. - www.stift-heiligenkreuz.at
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