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Sam 4. Nov 2017 13:24

Die missionarische Gesinnung wecken

(katholisch.at) Der österreichische  "Missio" -Nationaldirektor Pater Karl Wallner sieht in der religionsdemografischen Entwicklung in Europa einen "dramatischen Aufruf" an die katholische Kirche. "The church must send or the church will end. Die Kirche muss senden oder sie wird enden", so der Wallner am Freitag in einer Aussendung der Päpstlichen Missionswerke. "Jeder von uns muss missionarischer werden, sonst ist es um die Zukunft der Kirche schlecht bestellt", man dürfe die Kirche Europas "nicht aufgeben", appellierte der heimische "Missio"-Chef.

Hintergrund sind die statistischen Daten des Vatikans zur weltweiten Entwicklung der Katholikenzahl. Der römische Pressedienst "Fides" hatte jüngst im Vorfeld des "Sonntag der Weltmission" daran erinnert, dass die Zahl der Katholiken demnach im Jahr 2015 weltweit um mehr als 12,5 Millionen auf 1,28 Milliarden stieg. Während die Kirche in Afrika und Amerika wuchs, verzeichnete Europa hingegen einen Rückgang um 1,3 Millionen Katholiken.

Auf fast allen Kontinenten gab es 2015 zudem einen Zuwachs an Priestern. Ausnahme auch hier Europa, wo die Anzahl der Geistlichen zwischen 2012 und 2015 um 5,8 Prozent sank. "Das Profilbild des Priesters in Europa wird zunehmend geschwächt. In Afrika gibt es einen deutlichen Anstieg der Priesterberufungen, dort wissen die Priester, was zu tun ist", kommentierte dies "Missio"-Nationaldirektor Wallner. In Europa würden Priester in ihrer "sakramentalen Dimension" nicht geschätzt. Wie sich alle Gläubigen ihrer Berufung zum gemeinsamen Priestertum bewusst sein sollten, braucht es laut dem Nationaldirektor auch den Mut, als Priester zum Amt und zum Dienst für die Kirche zu stehen: "Priester sollen natürlich auf gewisse Weise Entertainer sein und damit für die Kirche und den Glauben werben. Aber sie müssen auch ihren Auftrag ernst nehmen, den lieben Gott in der Welt präsent zu machen."

Die Tendenz zu einer sinkende Katholikenzahl in Europa führt Wallner unter anderem auf die Bevölkerungsentwicklung zurück. "In Europa schrumpft die Stammbevölkerung, damit auch das Christentum, da Europa christlich geprägt war." Ein weiterer Grund für den Rückgang sieht Wallner in der Säkularisation, die seit drei Jahrhunderten in Europa Einzug halte: "Wir als Kirche haben es verlernt, nach außen zu gehen und zu werben, und zwar aus der Freude, die der Glaube in uns entfacht." Notwendig sei eine "Aufrüstung im Gebet" und "burning persons", die für ihren Glauben brennen, rief Wallner die Gläubigen zu einer neuen missionarischen Gesinnung auf.

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