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Mo 25. Jan 2021 20:09

Erzdiözese Wien verweigert kirchliche Anerkennung für Gemeinschaft Bethabara

(stjosef.at) Im folgenden wird das Dekret des Erzbischofs von Wien, Christoph Kardinal Schönborn, zur Gemeinschaft Bethabara dokumentiert, welches im "Wiener Diözesanblatt", Ausgabe November 2020, S.186-187, publiziert wurde.

DEKRET

Nach erfolgter Überprüfung der Gemeinschaft Bethabara und Beratung im Bischofsrat stelle ich fest, dass eine kirchliche Anerkennung der genannten Gemeinschaft als kirchlicher Verein in der Erzdiözese Wien ausgeschlossen ist.

Darüber hinaus verfüge ich, dass

(1) der Gemeinschaft Bethabara jedwedes Wirken im Gebiet der Erzdiözese Wien untersagt wird;

(2) dem Klerus in der Erzdiözese Wien untersagt wird, der Gemeinschaft Bethabara ihre Dienste zur Verfügung zu stellen;

(3) die Pfarren und kirchlichen Einrichtungen der Gemeinschaft Bethabara sowie den ihr nahestehenden zivilrechtlich errichteten Vereinen („Bethabara-Verein zur Förderung der Aktivitäten der Gemeinschaft Bethabara“ und „Mediacentrum – Verein zur Förderung christlicher Filme, Medien und Werte“) weder kirchliche Räumlichkeiten zur Verfügung stellen dürfen noch katechetische oder spirituelle Angebote der genannten Gemeinschaft in Anspruch nehmen dürfen.

Zugleich bitte ich die einzelnen Mitglieder der Gemeinschaft Bethabara, ihr Charisma und ihre Spiritualität an neuem Ort in die Pfarren, kirchlichen Gemeinschaften und geistlichen Bewegungen oder sonstigen diözesanen Einrichtungen einzubringen und fruchtbar werden zu lassen.

Die Priester und Verantwortungsträger in den kirchlichen Gemeinschaften und Einrichtungen bitte ich, (ehemalige) Mitglieder der Gemeinschaft Bethabara mit offenem Herzen eine neue geistliche Heimat in ihrem jeweiligen Wirkungsbereich anzubieten.

Wien, am 18. November 2020

Kardinal Dr. Christoph Schönborn e. h.
Erzbischof

Dr. Gerald Gruber e. h.
Kanzler

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Außerdem wurde folgende " Erklärung zur Gemeinschaft Bethabara" publiziert (ebd., S.187-188):

Mit Datum vom 1. Juni 2019 ist die von der Diözese St. Pölten ausgesprochene kirchliche Anerkennung der von P. Jean-David Lindner csj gegründete Gemeinschaft Bethabara ausgelaufen und wurde nicht mehr erneuert. Da die genannte Gemeinschaft sich zwischenzeitlich im Gebiet der Erzdiözese Wien in Seebenstein und Edlitz niedergelassen hat, hat der Erzbischof von Wien, Dr. Christoph Kardinal Schönborn, eine Bestandsaufnahme der Gemeinschaft angeordnet und durchführen lassen, um sich eine fundierte Entscheidungsgrundlage hinsichtlich des Status der Gemeinschaft in der Erzdiözese Wien zu verschaffen. Der in Absprache mit der genannten Gemeinschaft initiierte Prozess sollte klären, in welcher Weise die Gemeinschaft Bethabara unterstützt werden kann, die mit der Verurteilung ihres Gründers wegen Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses zu Tage getretenen Probleme zu bewältigen, die Vorfälle innerhalb der Gemeinschaft zu klären und eine geistlich fruchtbare Fortführung der Gemeinschaft zu ermöglichen. Außerdem war zu klären, ob seitens der Erzdiözese Wien die Gemeinschaft als kirchlicher Verein anerkannt werden kann.

Der vorgelegte Bericht über den gegenwärtigen Zustand der Gemeinschaft, was ihr spirituelles Fundament, aber auch ihre innere Struktur und Verwaltung betrifft, hat zur einhelligen Auffassung geführt, dass eine Anerkennung der Gemeinschaft Bethabara als kirchlicher Verein nicht in Frage kommt. Zudem wurde festgehalten, dass das Wirken der Gemeinschaft Bethabara als solche in der Erzdiözese Wien zur Gänze unterbunden werden soll und es den Klerikern daher untersagt wird, ihre Dienste der Gemeinschaft Bethabara anzubieten, ihr kirchliche Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen oder die katechetischen oder spirituellen Angebote der Gemeinschaft in Anspruch zu nehmen. Dies gilt ebenfalls für den Förderverein „Bethabara-Verein zur Förderung der Aktivitäten der Gemeinschaft Bethabara“ sowie dem Verein „Mediacentrum – Verein zur Förderung christlicher Filme, Medien und Werte“.

In Anerkennung des guten Willens und Glaubens der einzelnen Mitglieder der Gemeinschaft liegt der Diözesanleitung daran, die einzelnen Mitglieder der Gemeinschaft Hilfestellungen anzubieten, eine neue geistliche Heimat in den bestehenden Einrichtungen in der Erzdiözese Wien zu finden und lädt sie daher ein, ihr persönliches Charisma und ihre Spiritualität einzubringen und zu leben. Daher werden die Priester, Diakone und Gläubigen gebeten, (ehemalige) Mitglieder der Gemeinschaft Bethabara in den Pfarren, kirchlichen Gemeinschaften und geistlichen Bewegungen aufzunehmen, um Einzelnen eine neue geistliche Heimat anzubieten.

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Pressemitteilung der Brüder vom hl. Johannes vom 23.08.2020 betreffend P. Jean-David Lindner

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