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Fr 21. Okt 2022 22:09

Ausgesandt zur Verkündigung des Evangeliums

(stjosef.at / Homilie von Prof. Josef Spindelböck) 

Diesen 30. Sonntag im Jahreskreis C begehen wir heuer als Weltmissionssonntag. Mission heißt Sendung, und so wie Gott der Vater seinen Sohn Jesus Christus in die Welt gesandt hat, so hat Jesus wiederum die Apostel und Jünger ausgesandt, um dem Volk Israel und dann allen Völkern das Evangelium zu verkünden.

Mission bedeutet, den eigenen Glauben mit anderen zu teilen, weil wir davon überzeugt sind, dass es ein einzigartiges Geschenk Gottes ist, wenn wir glauben dürfen und aus der Hoffnung leben können, die uns der Glaube an Gott vermittelt.

Zugleich gilt es die Freiheit eines jeden Menschen zu achten : Denn so klar Jesus Christus selbst die Heilsnotwendigkeit des Glaubens herausstellte, so sehr respektierte er auch das Nein vieler Menschen, die ihm nicht nachfolgen und nicht glauben wollten. Gott allein kennt das Herz der Menschen, und was zuerst nach Ablehnung aussieht, kann später anders werden . Immer wieder haben sich Menschen bekehrt, die zuerst den Glauben abgelehnt oder sogar Glaubende verfolgt haben. Ein prominentes Beispiel ist der Apostel Paulus, der zuerst als Saulus in fanatischer Weise die Christen verfolgte und sie sogar in den Tod schickte. Als ihm dann der auferstandene Herr persönlich erschien, bekehrte er sich und wurde zum eifrigsten Missionar in der Geschichte des Christentums, wie es auch in der Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an Timotheus zum Ausdruck kommt. Alle Völker sollen die Verkündigung hören, die uns Jesus Christus als den einzigen Erlöser der Menschen vorstellt.

Um verschiedene Missionsprojekte in aller Welt zu fördern, wurden vor 100 Jahren die Päpstlichen Missionswerke gegründet, heute kurz „ Missio “ genannt. Auch in Österreich gab es verschiedene Feiern und natürlich auch Aufrufe zum Gebet und für Spenden. Das Gebet ist wesentlich und muss an erster Stelle stehen. Insbesondere kann uns das Rosenkranzgebet helfen, die missionarische Gesinnung in unserem Leben zu wecken, sodass wir selber frohgemut den christlichen Glauben leben und auch bereit sind, anderen Rede und Antwort zu stehen, die nach der Hoffnung fragen, die uns erfüllt.

Im Tagesgebet bitten wir Gott den Herrn um Glaube, Hoffnung und Liebe. Es sind dies die göttlichen Tugenden, die wesentlich ein Geschenk Gottes sind; wir selber sollen aber mitwirken und uns gemäß diesen Tugenden betätigen.

Das Evangelium fordert uns zur Demut auf. Wenn wir anderen gegenüber von unserem Glauben sprechen, sollen wir uns nicht überheben. Zwar ist der christliche Glaube einzigartig, weil er von Gott kommt, doch heißt dies nicht, dass wir als Christen immer schon die besseren Menschen seien. Vielleicht leben wir nicht entsprechend der Gnade, die wir empfangen haben. Wer mehr empfangen hat, besitzt eine größere Verantwortung für das, was er bekommen hat.

Gott aber ist allen nahe, die nach der Wahrheit suchen und nach ihr verlangen. Die Wahrheit Gottes können wir nicht besitzen wie eine Sache, sie nimmt uns vielmehr ganz in Anspruch. Das eigene Leben soll von ihr durchformt und geprägt werden; dann werden wir zu glaubwürdigen Zeugen der Botschaft Christi. Dazu helfe uns die Fürbitte der Gottesmutter Maria und aller Heiligen. Amen.

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