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Fr 9. Jan 2026 21:47

Neujahrsansprache an das Diplomatische Corps

(chatGPT.com) 

Neujahrsansprache von Papst Leo XIV. an das Diplomatische Korps im Wortlaut

In seiner Neujahrsansprache an die beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomaten blickte Papst Leo XIV. erstmals in dieser Rolle auf ein Jahr zurück, das von tiefgreifenden kirchlichen und weltpolitischen Umbrüchen geprägt war. Er erinnerte an das intensive Heilige Jahr sowie an den Tod seines Vorgängers Papst Franziskus, dessen pastorales Wirken weltweit große Anteilnahme ausgelöst hatte. Das Heilige Jahr verstand der Papst als geistliche Einladung, Christus neu zu begegnen und Hoffnung für die Herausforderungen der Gegenwart zu schöpfen.

Theologisch verankerte Leo XIV. seine Ansprache in der Gedankenwelt des heiligen Augustinus und dessen Unterscheidung zwischen der „Stadt Gottes“ und der „irdischen Stadt“. Diese Perspektive helfe, Geschichte realistisch und zugleich hoffnungsvoll zu deuten. Christen seien berufen, Verantwortung innerhalb der irdischen Ordnungen zu übernehmen, ohne ihre Ausrichtung auf die himmlische Heimat zu verlieren.

Mit Sorge analysierte der Papst die zunehmende Schwächung des Multilateralismus und die Rückkehr einer Politik der Macht. Krieg sei wieder als legitimes Mittel politischer Durchsetzung betrachtet worden, während Dialog und Völkerrecht an Bedeutung verloren hätten. Dem stellte Leo XIV. die Forderung nach uneingeschränkter Achtung des humanitären Völkerrechts entgegen und unterstrich die zentrale Rolle der Vereinten Nationen als Ort des Dialogs, der Friedenssicherung und der humanitären Verantwortung.

Ein zentrales Thema bildete die Krise der Sprache. Wenn Worte ihre Bindung an Wahrheit und Wirklichkeit verlören, werde echter Dialog unmöglich. Diese Entwicklung gefährde nach Ansicht des Papstes die Meinungs-, Gewissens- und Religionsfreiheit, die er als grundlegende Menschenrechte verteidigte. Besonders beklagte er die weltweit zunehmende Verfolgung von Christen sowie subtilere Formen religiöser Diskriminierung in westlichen Gesellschaften.

Leo XIV. betonte die unveräußerliche Würde jedes Menschen – von Migranten und Gefangenen bis hin zu Kranken und alten Menschen – und bekräftigte den Schutz des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod. Die Familie, verstanden als verbindliche Gemeinschaft von Mann und Frau, bezeichnete er als tragende Säule der Gesellschaft.

Abschließend rief der Papst angesichts zahlreicher internationaler Konflikte zu Waffenstillstand, Dialog und Versöhnung auf. Frieden sei schwer zu erreichen gewesen, bleibe jedoch möglich – durch Demut, Wahrheit und Vergebung.

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