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Drohender Kontrollverslust durch Einsatz von KI
(vaticannews.va)
Papst Leo XIV. warnt vor einem drohenden Kontrollverlust der Menschheit über die künstliche Intelligenz (KI) und fordert verbindliche ethische Rahmenbedingungen für deren Einsatz. Bei einer Audienz in der Sala Clementina im Vatikan empfing das Oberhaupt der katholischen Kirche die Mitglieder des Internationalen Instituts für Verwaltungswissenschaften (IIAS) anlässlich des Abschlusses ihrer Jahreskonferenz in Rom. In seiner Ansprache widmete sich der Pontifex ausführlich den weitreichenden Einflüssen digitaler Technologien auf die Gesellschaft sowie auf die öffentliche Verwaltung.
Das zentrale Problem der aktuellen Entwicklung sieht der Papst darin, dass immer häufiger essenzielle Entscheidungen, die unmittelbar das menschliche Leben betreffen, automatisierten Systemen überlassen werden. Angesichts der rasanten Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts wirft er die fundamentale Frage auf, ob der Mensch in Zukunft überhaupt noch in der Lage sein wird, die Kontrolle über seine eigenen Erfindungen zu behalten oder ob er letztlich zum Opfer der technologischen Dynamik wird.
Ein weiterer Kritikpunkt des Papstes ist die enorme Machtkonzentration auf dem globalen Markt. Da sich die mächtigsten technologischen Werkzeuge in den Händen weniger, dominanter Wirtschaftsakteure befinden, sei eine wirksame staatliche Aufsicht und Kontrolle stark erschwert. Um zu verhindern, dass das Wohl der gesamten Menschheitsfamilie privaten Profit- und Eigeninteressen geopfert wird, verlangt Leo XIV. die dringende Entwicklung einer klaren Ethik. In Anlehnung an seinen Vorgänger Papst Franziskus betonte er die Pflicht, den wissenschaftlichen Fortschritt zwingend auf den Frieden, das Gemeinwohl und die integrale Entwicklung des Menschen auszurichten.
Ausdrücklich wies der Papst den Vorwurf zurück, dass die Forderung nach Vorsicht, strengeren Kontrollen oder einer bewussten Verlangsamung bei der Einführung von KI-Systemen einem Rückschritt gleichkomme. Dies sei kein Zeichen von Technologiefeindlichkeit, sondern vielmehr ein Akt des verantwortungsvollen Handelns zum Schutz der Gesellschaft. Lobend äußerte er sich über die Arbeit des Instituts, die darauf abzielt, die Unersetzbarkeit der menschlichen Intelligenz gegenüber maschinellen Systemen hervorzuheben und Behörden bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen.
Zum Abschluss ermutigte der Pontifex die anwesenden Fachleute, ihre Bemühungen um eine Humanisierung digitaler Technologien im öffentlichen Sektor trotz aller Hürden und gelegentlicher Entmutigung fortzusetzen. Er bat um den göttlichen Beistand für ihre Aufgaben und entließ die Teilnehmenden mit dem apostolischen Segen.
