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Sam 24. Okt 2026 09:59

Religionsfreiheit für China

Kommentar von Dirk Bingener (katholisch.de, 23.10.2026): „Freiheit für Chinas Christen bleibt unterm Radar”

Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen und des Kindermissionswerks „Die Sternsinger”, kritisiert in seinem Standpunkt die massive Einschränkung der Religionsfreiheit in China und die geringe Aufmerksamkeit dafür in Deutschland.

Historischer Bezug: Vor 100 Jahren, am 28. Oktober 1926, weihte Papst Pius XI. sechs chinesische Priester zu Bischöfen, die ersten seit über 240 Jahren. Das war ein wichtiger Schritt zu einer eigenständigen Kirche in China. Heute, so Bingener, stehe die Lage der Christen in deutlichem Kontrast dazu: Immer schärfere Restriktionen der kommunistischen Regierung drohten das religiöse Leben zu ersticken.

Konkrete Beispiele staatlicher Repression:

  • Religionsunterricht und der Besuch religiöser Feiern sind für Minderjährige verboten; die Kinder- und Jugendarbeit steht gezielt im Visier.
  • An vielen Kirchentüren hängen Schilder, die Kindern und Jugendlichen den Zutritt untersagen.
  • Überwachungskameras und moderne Technik ermöglichen eine weitgehende Kontrolle der Vorschriften.
  • Die Übertragung religiöser Feiern in sozialen Medien wird nahezu vollständig unterbunden.
  • Seit 2025 müssen Bischöfe, Priester und Ordensleute ihre Reisepässe abgeben und erhalten sie nur für genehmigte Auslandsreisen zurück. Ziel sei die internationale Isolation der Kirche in China.

Kritik und Forderung: Bingener wundert sich, dass das Thema in Politik und Gesellschaft hierzulande kaum Beachtung findet. Er fragt, ob die politischen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten von China zu groß geworden sind, um Missstände offen anzusprechen und Konsequenzen zu ziehen. Wäre das so, habe die chinesische Führung ihr Ziel erreicht. Er plädiert dafür, strategisch zu überlegen, wie man die Freiheit zurückgewinnt, die Glaubensgeschwister in China nachdrücklich zu unterstützen.

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