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Predigt:

Ein Gott der Liebe und des Lebens in drei Personen

Dreifaltigkeitssonntag A (31.05.2026)

L1: Ex 34,4b.5-6.8-9; L2: 2 Kor 13,11-13; Ev: Joh 3,16-18


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Auskunftsfähig sollten wir sein, was unseren Glauben betrifft. Im ersten Petrusbrief heißt es nämlich: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt“ (1 Petr 3,15).

Wenn uns also jemand fragt, woran wir eigentlich glauben, dann ist es nötig, eine gute und richtige Antwort zu geben. Nur so nehmen wir unser Gegenüber ernst und stehen auch zu unserer eigenen Glaubensüberzeugung.

Der Dreifaltigkeitssonntag macht uns erneut klar bewusst: Wir glauben an einen einzigen Gott, der in drei göttlichen Personen lebt und existiert: an Gott den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist.

Eine solche Glaubens- und Bekenntnisformel sollte freilich auch für uns selbst etwas bedeuten und zum Ausdruck bringen. Die Frage des Gegenüber, der Auskunft erhalten will, richtet sich auch an uns selbst: Wie stehe ich zu Gott? Wie wichtig ist er in meinem Leben? Suche ich die lebendige Verbundenheit mit ihm im Gebet, im Lesen und Hören des Wortes Gottes und in den Sakramenten?

Gott selbst hat einen Dialog der Liebe mit uns Menschen eröffnet, weil ihm an uns Menschen etwas liegt. Er ist nicht auf uns angewiesen, aber er liebt uns auf selbstlose Weise. Er ist bereit, alles für uns zu geben, damit wir in der Gemeinschaft mit ihm leben und einst im Himmel die ewige Seligkeit erlangen. Zum Erweis seiner Liebe sandte er seinen Sohn zu uns. Jesus Christus, das ewige Wort Gottes, die zweite göttliche Person also, ist Mensch geworden. Er wollte als Kind von einer Mutter empfangen und geboren werden. Er hat das irdische Leben mit uns geteilt und sogar das Leiden und den Tod auf sich genommen. Am dritten Tage ist er von den Toten auferstanden und vierzig Tage danach in den Himmel aufgefahren. All dies ist geschehen aus Liebe zu uns, und so offenbart sich der dreieinige Gott durch die Sendung seines Sohnes und des Heiligen Geistes als Gott der Liebe und des Lebens.

Wir sind selber ganz in dieses Geheimnis Gottes einbezogen, denn jeder Mensch ist nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen. Wir sind in Jesus Christus gerufen und eingeladen, die in der Taufe geschenkte Gotteskindschaft dankbar anzunehmen und aus dieser Gnade zu leben.

Daher bleibt unser Glaubensbekenntnis keine bloße Theorie, sondern ist lebensbestimmend und prägend für unser Dasein. So wie der dreifaltige Gott in Liebe eins ist, sollen auch die Glaubenden untereinander eins sein.

Wie wunderbar, wenn sich diese Einheit in der eigenen Familie sowie im Freundeskreis und natürlich auch in der Pfarre oder geistlichen Gemeinschaft verwirklicht! Auf diese Weise heißen wir den dreifaltigen Gott willkommen, der in unserem Herzen kraft der Taufe Wohnung genommen hat. Der dreifaltige Gott, den wir bekennen, ist uns nicht fern. Er offenbart sich als der „Gott-mit-uns“, als der Immanuel.

Suchen auch wir seine Nähe? Denken wir an ihn? Leben wir in und aus der Gemeinschaft mit ihm? Recht besehen, ist uns so viel geschenkt, und das Leben mit Gott erweist sich als unendlich kostbar und wertvoll. Auch in Bedrängnis und Leiden ist Gott bei uns. Er steht an unserer Seite.

Rufen wir die Fürbitte der Gottesmutter Maria an! Ihre Gottverbundenheit stärke auch uns, und ihre mütterliche Fürsprache begleite uns. So wollen wir in allem, was wir tun, Gott näher kommen. Einst aber möge uns die Freude zuteilwerden, dass uns Gott selbst aufnimmt in sein himmlisches Reich. Dort werden wir ihn auf geistige Weise schauen, und er wird sein eigenes Glück, seine eigene Seligkeit mit uns teilen! Amen.