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Predigt:

Mir nach, spricht Christus, unser Held

13. Sonntag im Jahreskreis A (28.06.2026)

L1: 2 Kön 4,8-11.14-16a; L2: Röm 6,3-4.8-11; Ev: Mt 10,37-42


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Was bedeutet es, Jesus nachzufolgen? Vielleicht denken wir hier zuerst an die Apostel und Jünger Jesu, die zu seinem engeren Kreis gehörten und ihn begleiteten. Sie sind ihm gleichsam buchstäblich nachgefolgt, da sie bei ihrem Herrn und Meister bleiben wollten, um von ihm zu lernen.

Tatsächlich hat sich hier so manches im Leben der Betroffenen geändert. Vielleicht war es anfangs nur eine gewisse Neugier, die manche bewog, Jesus zuzuhören. Doch diese Menschen haben bald gespürt: Da ist einer, der etwas zu sagen hat. Seine Botschaft vom nahen Himmelreich und von Gott dem Vater, der uns liebt, geht uns alle an. So haben sie sich auf das Abenteuer der Nachfolge Jesu Christi eingelassen.

Vor allem waren es die zwölf Apostel, dann weitere Jünger und auch Frauen, die Jesus begleiteten. Als Wanderprediger hatte Jesus immer nur einen vorübergehenden Aufenthaltsort, und auch die ihn begleitenden Jünger mussten sich darauf einstellen, oftmals den Ort zu wechseln.

Hat Jesus Bedingungen für seine Nachfolge aufgestellt? Er fordert eine entschiedene Umkehr: das Loslassen des Alten, die Selbstverleugnung und das tägliche Tragen des Kreuzes. Und doch hat er keine moralische Auslese betrieben, der nur Eliten entsprechen konnten. Er rief die Menschen mitten aus ihrer Unvollkommenheit und Sündhaftigkeit heraus. Er verlangte kein perfektes Leben als Eintrittskarte, sondern die Bereitschaft, ihm im Glauben zu vertrauen. Auch die Apostel waren noch recht weltlich eingestellt, wenn sie zum Beispiel über Macht und Ehren stritten.

Aber gerade durch das Zusammensein mit Jesus veränderten sich die Apostel und Jünger zum Positiven. Sie lernten von ihm; sie verinnerlichten seine Worte und bemühten sich um eine Formung ihres Lebens nach dem Willen Gottes. So können wir sagen: Gewiss waren die Jünger zu Beginn nicht alle heilig. Doch wer in der Nachfolge Christi ausharrt und mit lauterem Herzen die Worte Jesu in seinem Leben verwirklicht, der erfährt eine innere Verwandlung. Dieses neue Leben mit Gott vollendete sich in besonderer Weise nach der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu, als die Apostel und Jünger den Heiligen Geist empfingen.

Im Heiligen Geist sind auch wir neu geworden, und der Glaube an Jesus Christus ist es, der uns Halt und Zuversicht gibt. Wir sind mit dem gekreuzigten und auferstandenen Herrn verbunden, und wenn uns Jesus einlädt, täglich unser Kreuz zu tragen, so ist dies kein niederdrückender Weg, sondern etwas Erhebendes. Wir blicken auf zu ihm, dem Urheber und Vollender unseres Glaubens. Er verheißt auch uns das ewige Leben in der Gemeinschaft mit Gott. Die Liebe soll sich in allem verwirklichen und zeigen. Es ist die Liebe aus ganzem Herzen und ganzer Seele zu Gott selbst, dann aber auch die Liebe zu unserem Nächsten, ja zu allen Mitgeschöpfen.

Die Nachfolge Christi ist auch für uns ein Weg, zu dem der Herr jeden Einzelnen einlädt. Seine Worte gelten auch heute: Wer sein Leben aus Liebe zu Christus hingibt, wird es gewinnen. Darum wollen wir ihm täglich neu vertrauen und ihm nachfolgen. Denn wer das Leben um seinetwillen verliert, wird es finden. Amen.