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Predigt:

Wie kann das Wort Gottes Frucht bringen?

15. Sonntag im Jahreskreis A (16.07.2023)

L1: Jes 55,10-11; L2: Röm 8,18-23; Ev: Mt 13,1-23


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Wir Menschen neigen dazu, gewisse Dinge schwieriger und komplizierter zu machen, als sie sind. So gibt es dann oft Missverständnisse und falsche Zuordnungen. Bei Jesus war das nicht so!

Obwohl er die wichtigste aller Botschaften zu verkünden hatte, nämlich die Nähe des Himmelreiches, sprach er so zu den Menschen, dass sie ihn auch verstehen konnten. Freilich war dies nur denen möglich, die ihm aufmerksam und wohlwollend zuhörten und die so zum Glauben an ihn und seine frohe Botschaft kamen. Bei den anderen, die ihr Herz verschlossen hielten, nützen selbst die schönsten Gleichnisse nichts – so wie jenes Gleichnis, das Jesus im Evangelium dieses 15. Sonntags im Jahreskreis gemäß dem Evangelisten Matthäus erzählt. Es handelt vom Wort Gottes und davon, wie es von den Menschen aufgenommen wird und in ihrem Herzen Frucht bringt.

Denn dieses Wort, das uns der Herr verkündet und das wir im Evangelium lesen, will wachsen und sich einwurzeln in unser Leben. Nur so kann es unser Herz zum Guten hin verwandeln, und wir werden zu lebendigen Zeugen der Liebe Gottes zu allen Menschen.

Jesus ist realistisch: Es gibt tatsächlich so manche Hindernisse für die Annahme und Ausbreitung des Wortes Gottes. Einerseits muss der Verkünder des Gotteswortes mit offener Gegnerschaft rechnen, sodass das Gotteswort nicht auf Glauben, sondern auf Unglauben trifft. Doch Achtung: Gerade solche Menschen, die vielleicht anfangs eine besondere Ablehnung zeigen, können sich später erneut besinnen und dann zum Glauben finden. Wenn nämlich ein Mensch derartig heftig und entschieden reagiert, dann zeigt er auch in der Ablehnung der Glaubensbotschaft, dass ihm gewisse Dinge wichtig sind und ihn vielleicht stark beschäftigen. Er kommt nicht los von diesen Themen …

Umgekehrt ist bei Menschen, die gleich zu allem Ja und Amen sagen, vielleicht gar kein wirkliches Interesse für die Glaubensbotschaft vorhanden. Möglicherweise lassen sie sich schnell begeistern, aber sie haben kein Fundament, und so ändert sich ihre Meinung wieder schnell. Es gibt auch Menschen, die sind so gefangen in den Sorgen des Lebens, dass sie keine Antenne für Höheres haben. Natürlich trifft das umso mehr auf Menschen zu, die sich den niedrigen Trieben ganz ergeben und so keinen Sinn mehr für Höheres haben.

Jesus verurteilt all diese Menschen in seinem Gleichnis nicht. Er möchte, dass sich die Herzen öffnen für die Wahrheit von der rettenden Liebe Gottes. Doch dies lässt sich nicht erzwingen, da Gott uns die Freiheit schenkt. Wer aber in seinem Herzen glauben darf, ist aufgerufen, diese Glut gut zu hüten. Denn der Glaube, die Hoffnung und die Liebe müssen sich festigen und haben erst dann wirklich Bestand gegenüber den Widrigkeiten und Anfechtungen des Lebens.

Nehmen wir das Gotteswort so an, wie es Maria und Josef getan haben! Dann erreicht es unser Herz im Tiefsten, und wir bekommen Orientierung im eigenen Leben. Diese Freude aber dürfen wir dann weitergeben an die Mitmenschen und sie vielleicht mehr durch unser Lebensbeispiel überzeugen als durch unsere Worte. So bereiten wir dem Evangelium den Weg, und dann mag es eintreten, wie der Herr verheißt: dass sein Wort reichlich Frucht bringt – vielleicht 30fach oder 60fach oder gar 100fach, und dies ins ewige Leben hinein. Amen.