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Predigt:

Auch wir haben eine Mission zu erfüllen!

29. Sonntag im Jahreskreis A (18.10.2026)

L1: Jes 45,1.4-6; L2: 1 Thess 1,1-5b; Ev: Mt 22,15-21


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Es gibt eine Agentenfilmreihe mit Tom Cruise in der Hauptrolle, die sich „Mission impossible“ nennt. Uns geht es hier nicht um die Abenteuer des Helden, der sich auf einer „unmöglichen Mission“ befindet, sondern darum, dass dieses Wort – Mission – eine neue Bedeutung und sogar eine gewisse Aufwertung erfahren hat. Wer eine Mission zu erfüllen hat, dem kommt eine große Aufgabe zu. Damit verbindet sich bei der betreffenden Person durchaus auch ein gewisses Sendungsbewusstsein, und dies stimmt mit der ursprünglichen Bedeutung von „Mission“ überein. Das Wort steht für ein „Gesandt-Sein“, für „Sendung“ durch einen anderen für eine bestimmte Aufgabe, für ein bestimmtes Ziel.

In der Lesung aus dem Buch Jesaja wird ein heidnischer König, der Perser Kyrus, zum Erwählten und von Gott Gesandten. Gott überträgt ihm eine Mission für das Volk Israel und für die anderen Völker: „damit man vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang erkennt, dass es außer mir keinen Gott gibt“ (Jes 45,6).

In der Lesung des Briefes an die Thessalonicher spricht Paulus zu seinen Adressaten davon, „dass ihr erwählt seid“, ausgestattet mit dem Evangelium Gottes, welches „mit Kraft und mit dem Heiligen Geist und mit voller Gewissheit“ wirksam ist (1 Thess 1,5).  Er schreibt ihnen also – so könnten wir sagen – eine Mission zu, eine Sendung für das Reich Gottes.

Die Evangelien sprechen wiederholt davon, dass Jesus Christus der vom himmlischen Vater in die Welt Gesandte ist. Der menschgewordene Sohn Gottes hat also eine Mission. Sie besteht darin, dass er Gott seinen Vater den Menschen bekannt machen, also offenbaren soll. Denn vom allgegenwärtigen und allmächtigen Gott, den wir nicht sehen, machen wir uns leicht eine falsche Vorstellung. Da braucht es jemanden wie Jesus, der unser Gottesbild richtig stellt. Und auch im heutigen Evangelium nach Matthäus, wo es um die Steuerfrage geht, lässt sich Jesus von seiner Treue gegenüber Gott dem Vater, also von seiner eigentlichen Mission nicht abbringen: „Gebt Gott, was Gott gehört!“ (Mt 22,21), ruft er seinen Zuhörern zu.

Jesus offenbart uns Gott als Vater, der für uns sorgt und uns liebt. Ihm verdanken wir alles, und er schenkt uns unsere Würde als freie, geistige Wesen. Er lädt uns ein, seine Güte und Allmacht, seine Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zu erkennen und in Freiheit anzuerkennen, indem wir uns ihm mit lebendigem Glauben zuwenden, in unerschütterlicher Hoffnung auf ihn vertrauen und uns in der Liebe des Herzens ihm ganz hingeben. Auf diese Weise kommen wir auch in ein neues Verhältnis zueinander. Wir erkennen einander als Schwestern und Brüder und verwirklichen das Gebot der Nächstenliebe. So wird das Reich Gottes jetzt schon in den Herzen der Menschen gegenwärtig.

All dies gilt es zu bedenken, und da zeigt sich: Auch wir haben eine Sendung, eine Mission. „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ (Joh 20,21), sagt Jesus zu seinen Aposteln. Er sendet uns wie Schafe zu den Wölfen (vgl. Mt 10,16). Das heißt, nicht durch Hinterlist oder Gewalt sollen wir andere für Gott gewinnen, sondern in der Lauterkeit des Herzens soll unser Zeugnis für Gottes Liebe gute Frucht bringen – selbst auf die Gefahr, dass wir von anderen ausgenützt und verfolgt werden.

Wenn es aber wahr ist, dass wir als Christen immer auch „Gesendete“ sind – uns also auf einer Mission befinden –, dann gilt es auch, dass der Heilige Geist uns erleuchtet, stärkt und tröstet. Wir handeln nicht aus eigener Vollmacht, sondern Gott ist mit uns. Er begleitet uns auf unserem Weg, und er will durch uns auch zu anderen Menschen gelangen und Gutes bewirken.

Jemand wird vielleicht sagen: Die Aufgabe ist mir zu groß. Oder man könnte auch meinen, diese Ehre sei zu groß. Doch Gott selbst traut es uns zu, dass wir für ihn Zeugnis ablegen. Seine Gnade stärkt uns in der Schwachheit. Wir selber sollen gerade nicht auf die eigenen Kräfte vertrauen, denn dann überheben wir uns vielleicht, und so manches geht schief. Wer aber in Demut auf Gottes Beistand baut, kann letztlich nicht enttäuscht werden.

Der Weg Jesus – seine Mission – führte in seiner Menschwerdung durch das Kreuz und den Tod hindurch zum ewigen Leben. Das ist auch unser letztes Ziel. Erst dann werden wir sagen dürfen: Mission vollendet („Mission accomplished“) – Dank sei Gott in Ewigkeit! Amen.