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Predigt:

Der Glaube an Gott öffnet das Herz und die Augen

2. Sonntag der Osterzeit A (12.04.2026)

L1: Apg 2,42-47; L2: 1 Petr 1,3-9; Ev: Joh 20,19-31


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Der Glaube an Gott macht sehend. Dies war die Erfahrung des Apostels Thomas, der zuerst gezweifelt hatte. Er konnte sich persönlich davon überzeugen, dass Jesus auferstanden war, indem er seine Hände und Füße berühren durfte. Dann bekannte er voll Glauben: „Mein Herr und mein Gott!“

Auf Gott zu bauen und seinem Wort zu vertrauen, bietet uns ein unerschütterliches Fundament für unser Leben. Die Begegnung mit dem Auferstandenen war für die Apostel und Jünger das entscheidende Ereignis, auf das sich ihr Glaube an die Sendung Jesu Christi gründen konnte.

Das Wort „Glauben“ hat nämlich zwei Bedeutungen. In einem ersten, abgeschwächten Sinn besagt es dasselbe wie Meinen und Vermuten. Da kann man dann natürlich sagen: Ich glaube – also ich meine –, dass morgen z.B. das Wetter gut ist.

Die starke Bedeutung von Glauben heißt jedoch: etwas für wahr halten auf das Zeugnis eines anderen hin. Dies ist schon im zwischenmenschlichen Bereich vonnöten. Wie schnell würden wir an unüberwindbare Grenzen kommen, wenn wir einander nicht Glauben schenken würden! Dies gilt bald besonders dann, wenn der Mitmensch vertrauenswürdig ist und es um wichtige Dinge geht. Ja, hier sind wir auf das Wort eines anderen wirklich überzeugt von der Wahrheit dessen, was diese Person uns mitteilt.

In höchstem Maß gilt dies von Gott, der absolut vertrauenswürdig ist. Gott hat seinen Sohn in diese Welt gesandt, damit wir in ihm jene Wahrheit erkennen und empfangen, die unser ewiges Heil betrifft. Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist in höchstem Maße glaubwürdig. Der himmlische Vater hat ihn im Heiligen Geist dadurch beglaubigt, dass er seinen Sohn von den Toten auferweckt hat. Die Auferstehung Jesu, welche von den Aposteln und Jüngern bis in den Tod bezeugt worden ist, ist das Fundament unseres Glaubens. Darauf können wir unser Leben bauen, und in diesem Glauben dürfen wir einst auch hinübergehen ins ewige Leben, das uns Jesus Christus verheißt.

An diesem Sonntag der Barmherzigkeit sind wir besonders eingeladen, an Gottes Erbarmen mit uns sündigen Menschen zu glauben. Der Sohn Gottes hat sein Leben für uns hingegeben, um unsere Schuld zu sühnen und uns das Erbarmen des himmlischen Vaters zu offenbaren. Es ist also nicht einfach eine „billige Gnade“, die wir empfangen, wenn wir an Jesu rettende Liebe glauben. Vielmehr hat der Sohn Gottes alles für uns hingegeben, sogar sein Leben. Er hat sein kostbares Blut für uns vergossen, und wir werden im Bad der Taufe reingewaschen von allen Sünden und zu Kindern Gottes. Als solche sind wir der göttlichen Natur teilhaft geworden und sind Erben des Himmels. Denn Jesus Christus, der Sohn Gottes, möchte uns aufnehmen in die ewige Gemeinschaft mit seinem himmlischen Vater.

Seien wir also voll Zuversicht und vertrauen wir unser Leben ganz der göttlichen Barmherzigkeit an! Auch für uns wurde das kostbare Blut Jesu Christi vergossen. Wir sind erlöst und befreit, geschaffen für das neue Leben mit Gott, welches ewig währt. Kommt, lasset uns lobsingen, halleluja! Amen.