Predigt:
Jesus Christus ist das Licht der Welt
4. Fastensonntag A (15.03.2026)
L1: 1 Sam 16,1b.6-7.10-13b; L2: Eph 5,8-14; Ev: Joh 9,1-41
Josef Spindelböck
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Ohne Licht können wir nicht leben. Wir alle sind angewiesen auf die Sonne, die uns leuchtet, so wie auch auf das Licht von Kerzen, Leuchtern, Lampen und sogar Scheinwerfern.
Wenn nun ein Mensch von Geburt an blind ist, dann hat er die wunderbare Erfahrung des Sehens bisher nicht gemacht. Es fehlt ihm ein wesentlicher Ausschnitt der Wirklichkeit. Solche Menschen gab es auch zur Zeit Jesu, und da fragte man sich oft: Wer ist schuld? Oder: Wer hat gesündigt?
Als Jesus mit einem solchen Menschen konfrontiert wird und man ihn diesbezüglich fragt, lehnt er es ab, eine Schuldzuweisung zu machen. Vielmehr sollen sich an diesem Menschen die Werke Gottes offenbaren. Gott hat also etwas Großes und Gutes vor mit diesem Menschen, der so schwer eingeschränkt ist in den Fähigkeiten der bewussten Wahrnehmung im Sehvermögen!
Und tatsächlich heilt Jesus den von Geburt an blinden Mann, worauf ihm der Geheilte natürlich über alles dankbar ist. Viele Menschen werden zu Zeugen dieses wunderbaren Geschehens, und da gibt es die einen, welche anerkennen, dass hier Gott gewirkt hat, und die anderen, nämlich die Pharisäer, welche gerade dies leugnen. Sie sind in Wahrheit blind, obwohl sie behaupten, dass sie sehen. Denn es gibt auch eine geistige Blindheit.
Der von Geburt an blinde Mensch, welcher durch Jesus geheilt worden ist, hat beides empfangen: das leibliche Sehvermögen, aber auch das geistige Unterscheidungsvermögen. Er kann jetzt die Welt um ihn wahrnehmen sowie die Menschen. Er vermag aber auch anzuerkennen, dass er durch Jesus geheilt worden ist und dass hier Gott selbst gewirkt hat. Ja, er gelangt ausdrücklich zum Glauben an Jesus als den Menschensohn, nachdem ihn die selbstgerechten Pharisäer für ausgestoßen erklärt hatten.
Gott selbst stößt niemanden aus, sondern möchte alle Menschen in sein himmlisches Reich führen. Ausschließen kann man sich letztlich nur selber, indem man sagt: Da will ich nicht dazu gehören. Aber Gottes Liebe wirbt bis zuletzt um alle, denn der Sohn Gottes ist gekommen, um uns durch seinen Tod und seine Auferstehung das Heil zu schenken. Amen.
