Predigt:
Wir werden für immer bei Gott leben
5. Fastensonntag A (22.03.2026)
L1: Ez 37,12b-14; L2: Röm 8,8-11; Ev: Joh 11,1-45
Josef Spindelböck
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Gott allein hat Macht über Leben und Tod. Er schenkt das Leben, und er bestimmt, wann es zu Ende geht. Die Lesungen und das Evangelium dieses 5. Sonntags der Fastenzeit zeigen uns auf, dass Gott uns ewiges Leben in der Gemeinschaft mit ihm schenken will.
Er hat die Macht, am Jüngsten Tag – also bei der sichtbaren Wiederkunft Christi in Herrlichkeit – auch Tote neu zum Leben zu erwecken, indem der sterbliche und verweste Leib in der Auferstehung von den Toten wiederum mit der unsterblichen Seele vereinigt wird. Dass wir einst auferstehen werden, hat uns Jesus Christus verheißen. Er selbst ist am Kreuz gestorben und wurde am dritten Tag nach seinem Tod von den Toten auferweckt.
An Lazarus, den Jesus von den Toten erweckt hat, zeigt sich die Macht Gottes und seine Herrschaft über Leben und Tod. Zugleich ist dieses Geschehen ein Vorausbild, eine Vorankündigung der Auferstehung Jesu. Die Parallelen sind unübersehbar: Auch Lazarus wird in ein Felsengrab gelegt, das mit einem schweren Stein verschlossen ist. Er ist eingewickelt in Tücher und Binden, wie dies dann auch mit dem Leichnam Jesu geschehen ist. Er lag einige Tage im Grab, so wie auch der Leichnam Jesu im Grab gelegen ist. Bei Lazarus aber zeigten sich bereits die ersten Spuren der Verwesung seines Leibes, und umso wunderbarer und erstaunlicher ist es, dass er dann wieder gesund und unversehrt ins Leben zurückgerufen worden ist. Jesus Christus ist in seiner Auferstehung nicht ins irdische Leben zurückgekehrt, sondern er wurde verwandelt, verklärt und ist nicht mehr dem Tod und der Vergänglichkeit unterworfen. Lazarus durfte noch einige Zeit auf dieser Erde leben, ist aber dann auch irgendwann gestorben, und zwar endgültig.
Wir selber, die wir durch die heilige Taufe mit Christus vereint sind, erwarten die Teilnahme an der Auferstehung des Herrn. Unsere Hoffnung geht über den Tod hinaus. Wir glauben nicht nur an ein Fortleben der unsterblichen Seele, sondern erwarten die Verherrlichung unseres Leibes am Ende der Zeiten. Für jene, die mit Gott in Liebe verbunden waren, wird es eine Auferstehung zum Leben sein, für die übrigen zum Gericht.
Möge uns Gottes Liebe einst heimführen ins himmlische Reich! Solange wir aber auf dieser Erde leben, lasst uns dankbar sein für alles, was wir täglich an Gutem empfangen. Indem wir selber unseren Brüdern und Schwestern Gutes erweisen, dienen wir Christus dem Herrn. Er möge dies allen einst reichlich im Himmelreich vergelten! Amen.
