www. St Josef.at
Die katholische Informationsseite der Gemeinschaft v. hl. Josef
Navigation
Word-Dokument

Predigt:

Salz der Erde, Licht der Welt

5. Sonntag im Jahreskreis A (08.02.2026)

L1: Jes 58,7-10; L2: 1 Kor 2,1-5; Ev: Mt 5,13-16


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Im Evangelium dieses Sonntags nach Mattthäus spricht Jesus vom Salz und dann vom Licht. Die Sprache Jesu war oft bildhaft. Er vermittelte die Wahrheit Gottes in Bildreden und Gleichnissen.

Der Anspruch, den Jesus in seine Worte hineinlegt ist ziemlich hoch: „Salz der Erde“ und „Licht der Welt“ sollen seine Jünger sein. Damit sind alle gemeint, die an ihn glauben und ihm nachfolgen. Auch wir dürfen uns dazu zählen, denn wir alle gehören zur Gemeinschaft der Glaubenden. Wir bekennen uns durch den gemeinsamen Glauben zu Jesus Christus und sind dadurch auch Glieder der Kirche als der Gemeinschaft der Glaubenden.

Das Salz hat eine unersetzliche Funktion. Es würzt die Speisen und hält sie frisch. Es hält schädliche Einflüsse ab. Zuviel Salz ist ungesund; wo es aber ganz fehlt, da geht uns etwas ab. Und da sagt Jesus, an seine Jünger gewandt: „Ihr seid das Salz der Erde.“ Was kann das bedeuten? Man könnte sagen: So wie das Salz unentbehrlich ist, so braucht es auch die Jünger Jesu, die in der Gesellschaft gegenwärtig sind und einen guten Einfluss auf andere ausüben. Jesus macht sich offenbar keine Sorgen um die Zahl derer, die an ihn glauben. Gewiss ist es sein Wunsch, dass alle Menschen von der frohen Botschaft erreicht werden. Dies aber geschieht durch jene Menschen, die jetzt und in Zukunft seine Jünger sind. Sie sollen den Glauben im Herzen tragen und mit dem Mund bekennen. Sie sollen mit ihrem Leben dafür einstehen, wovon sie überzeugt sind. Auf diese Weise unterscheiden sie sich von ihrem jeweiligen Milieu und treten hervor. Es sollte ein positives Glaubenszeugnis sein, welches die Herzen erreicht. Wer mit Gott verbunden ist, strahlt etwas aus, was anziehend wirkt. Ja, wenn wir Christen wirklich „Salz“ sind und wenn die Qualität dieses Salzes erhalten bleibt, erfüllen wir einen wichtigen Dienst an den Menschen und dort, wo wir leben. Wir sind dann gleichsam Wegweiser zu Gott hin.

Etwas Ähnliches kommt auch durch die Formulierung „Licht der Welt“ zum Ausdruck. Wir brauchen das Licht zur Orientierung. Es vertreibt die Dunkelheit, die wir als bedrohlich und gefährlich wahrnehmen. Nicht lichtscheu sollen die Jünger Jesu sein, sondern sie sollen auf Jesus Christus blicken. Dieser ist das Licht, denn Gottes Wort ist in das Dunkel unseres Lebens eingetreten und schenkt uns Anteil an der Wahrheit und Liebe Gottes. So wie in der Osternacht unsere Kerzen an der einen Osterkerze entzündet werden, so dürfen auch die Christen als Jünger Jesu sein Licht hinaustragen in die Welt. Wir werden zu Boten der Freude und der Hoffnung für die Menschen. Die übrigen Menschen sind gleichsam auf dieses Licht angewiesen, und eben deshalb soll man es nicht unter den Scheffel stellen. Es soll seine Leuchtkraft entfalten, und dann werden alle die guten Taten jener sehen, die zu Jesus gehören, und sie werden den Vater im Himmel preisen. So ist es der Wunsch und Wille Jesu.

All dies macht uns nachdenklich und demütig. Denn wir wissen um unsere Schwachheit und unser Versagen. Doch Gott kann uns zu dem machen, was er von uns erwartet. So bitten wir den Herrn: Sende uns den Heiligen Geist, dass er unser Herz erneuert. Dann können wir in der Einheit mit dir, dem lebendigen Gott, Salz der Erde und Licht der Welt sein. Amen.