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Predigt:

Jesus, der Erlöser für Menschen aus allen Völkern

Hochfest der Erscheinung des Herrn A (06.01.2026)

L1: Jes 60,1-6; L2: Eph 3,2-3a.5-6; Ev: Mt 2,1-12


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Der Blick weitet sich am Hochfest der Erscheinung des Herrn: Nicht mehr die Hirten stehen im Mittelpunkt. Sie durften auf Geheiß der Engel vom Himmel das Jesuskind als erste besuchen. Es kommen Reisende aus einem fernen Land. Sie sind Sterndeuter, und ein helles Licht am Himmel – ein „Stern – hat ihnen den Weg gewiesen zum neugeborenen Kind.

König Herodes betreibt ein Doppelspiel: Er zeigt sich interessiert am Messias, der in Bethlehem geboren worden ist. In Wirklichkeit will er das Kind töten, weil er in ihm einen möglichen Konkurrenten für seine Macht erblickt. Doch Gottes Liebe ist stärker als die Machtgier und der Hass der Menschen.

Denn das ewige Wort Gottes, der Sohn, ist vom Himmel herabgestiegen und Fleisch geworden. Jesus Christus ist der Heiland und Retter aller Menschen: zuerst der Juden, an welche die Verheißung ergangen ist, dann aber auch all jener Menschen aus den Heidenvölkern, die im Herzen bereit sind für das Heil, das Gott ihnen schenken will durch Jesus Christus – ob sie ihn nun kennen oder nicht; er bleibt der einzige Erlöser aller Menschen!

Waren es Könige, wie sie die christliche Tradition sieht und verehrt? Ihr Reliquienschrein befindet sich nach alter Überlieferung im Kölner Dom. Dass sie reich und einflussreich waren, ist unbestritten. Sonst hätten sie eine solche Karawane mit vielen Tieren und mächtigen Geschenken nicht organisieren und durchführen können. In diesem Sinn hat ihr Auftreten etwas Königliches, und die Sternsinger bringen uns dies in diesen Tagen nahe, wenn sie von Haus zu Haus ziehen und Spenden für verschiedene Projekte in den Missionsländern sammeln.

Unsere eigenen Vorfahren haben den Glauben durch mutige Zeugen und durch Missionare kennen gelernt. Auch in unserer säkularen Gesellschaft, die dem christlichen Glauben entfremdet ist, gibt es viele Menschen, die Gott nicht wirklich kennen und dennoch auf der Suche sind. Weisen wir ihnen den Weg, so wie damals der Stern aufgeleuchtet ist und die Weisen aus dem Morgenland geführt hat! Wir können lebendige Sterne sein für unsere Mitmenschen, wenn sie wahrnehmen, dass wir aus dem Glauben an das Jesuskind unser Leben gestalten. Wir setzen uns ein für Mitmenschlichkeit und Solidarität, für Gerechtigkeit und Frieden. Aber wir tun dies nicht aus einer innerweltlichen und nur auf das Diesseits bezogenen Haltung heraus, sondern weil wir an den lebendigen Gott glauben, der ein Freund der Menschen ist. Gott ist uns nahe in Jesus Christus! Im Glauben an das Kind in der Krippe erlangen wir das ewige Heil und wird uns die Vergebung der Sünden geschenkt.

So finden dann durch unser Beispiel und Zeugnis vielleicht auch andere Menschen zu Gott und empfangen das Geschenk der Erlösung. Wie es in der Lesung aus dem Buch Jesaja heißt, werden Menschen aus allen Völkern und Nationen nach Jerusalem kommen und dort Gott anbeten. Ausdrücklich ist die Rede von Kamelen und Dromedaren sowie von Gold und von Weihrauch. Der einzige und wahre Gott hat uns seinen Sohn gesandt. Er verwandelt unser Herz, wenn wir uns ihm ganz anvertrauen. Und so wird auch die Welt um uns neu und von Hoffnung erfüllt. Nicht wir selber retten uns; wir können auch die Welt nicht retten, sondern wir brauchen einen Erlöser.

Dass uns dieser Erlöser geschenkt ist, dafür legen die Weisen aus dem Morgenland heute Zeugnis ab, und dieselbe frohe Botschaft dürfen auch wir weitergeben an alle, die dafür offen sind. So mögen wir einst alle uns im himmlischen Jerusalem wiederfinden, wo das Lob Gottes und die Freude an seinen Heilstaten niemals enden! Amen.