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Predigt:

Dienstbereitschaft aus Liebe

Gründonnerstag A (02.04.2026)

L1: Ex 12,1-8.11-14; L2: 1 Kor 11,23-26; Ev: Joh 13,1-15


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Jemandem die Füße zu waschen, war in der Antike ein Sklavendienst. Und ausgerechnet dies hat Jesus gegenüber seinen Aposteln getan!

Wie verständlich war es, dass Petrus zunächst dagegen protestierte. Das Herr darf nicht geschehen! Doch als ihm Jesus erklärt, nur so habe er Gemeinschaft mit ihm, ließ es Petrus zu. Er wollte sogar die Hände und das Haupt gewaschen haben. Jesus sagte, dass alle rein seien, so wie wenn sie von einem Bad kämen – bis auf einen, nämlich den Judas. So hätten sie es nur mehr nötig, die Füße zu waschen.

Jesus erweist den Seinen einen Liebesdienst. Er ist der Herr und Meister, und er wäscht seinen Jüngern die Füße. Wenn nun er selbst dies tut, umso mehr sollen die Jünger zu denselben oder ähnlichen Diensten bereit sein. Es geht um freiwillige Selbsterniedrigung aus Liebe, um demütige Dienstbereitschaft. Wenn diese in einer Gemeinschaft vorhanden ist, wächst die Einheit. So verwirklicht sich Geschwisterlichkeit auch in der Kirche, wenn einer dem anderen dient.

Jede und jeder hat unterschiedliche Gaben erhalten, und genau diese gilt es einzusetzen zum Wohl und Heil des Nächsten. So tragen wir alle dazu bei, dass die Kirche auferbaut wird. Eine besondere Gabe ist der priesterliche Dienst, die priesterliche Berufung, die Priesterweihe als Teilhabe am ewigen Priestertum Christi. Der Priester (und natürlich auch der Bischof und der Diakon) soll im Vollzug der Spendung der Sakramente Jesus Christus darstellen und vergegenwärtigen. Dies hat Jesus den Aposteln beim Letzten Abendmahl aufgetragen: Tut dies zu meinem Gedächtnis! Der Priester darf sich nicht als Herrscher gebärden, er ist nach dem Beispiel Christi der Diener aller. Sein priesterliches Amt ist ein Dienstamt, auch da wo er wie ein guter Hirte die Menschen leiten soll. Es darf ihm nicht um den eigenen Vorteil gehen, sondern um das Wohl und Heil aller. Wenn das persönliche Lebenszeugnis mit dem übereinstimmt, was der Priester tut, wächst die Glaubwürdigkeit, und so kann er die Menschen wirklich zu Christus führen. Ahme nach, was du vollziehst, wurde dem Priester im Ritus der Weihe vom Bischof gesagt.

Beten wir um gute Priester und auch dafür, dass sich auch in unserer Zeit Kandidaten finden, die bereit sind, Priester zu werden. Die Kirche muss sie prüfen und kann sie erst nach dem Vorliegen aller Voraussetzungen auswählen für den Dienst am Altar.

Wir alle – Priester und Gläubigen – brauchen nicht perfekt zu sein; wir alle sollen jedoch nach Heiligkeit streben. Der Herr ist uns nahe, er stärkt uns – und dies tut er besonders in der heiligen Eucharistie. Hier wird das Kreuzesopfer vergegenwärtigt, sein Tod und seine Auferstehung. In der Kommunion haben wir Gemeinschaft mit dem Herrn und untereinander. Ein Unterpfand des ewigen Lebens ist uns geschenkt. Mögen wir alle einst ins himmlische Reich gelangen – das erbitte uns die heilige Jungfrau Maria! Amen.