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Predigt:

Der Tod Jesu am Kreuz: Opferhingabe aus Liebe

Karfreitag A (03.04.2026)

L1: Jes 52,13-53,12; L2: Hebr 4,14-16; 5,7-9; Passions-Ev: Joh 18,1-19,42


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Die feierliche Liturgie des Karfreitags erschließt uns die Botschaft vom Heil, welches unser Herr Jesus Christus durch sein Leiden und Sterben am Kreuz für uns gewirkt hat.

Gott hat uns als vernünftige und freie Menschen erschaffen, dass wir ihn erkennen und ihm in Liebe dienen. Doch lässt er es zu, dass der Mensch seine Freiheit auch zum Schlechten gebraucht. Infolgedessen geraten wir in vielfaches Elend, wie die gegenwärtigen kriegerischen Auseinandersetzungen an vielen Orten der Welt beweisen.

Aber Gott erbarmt sich des Menschen, der in die Knechtschaft der Sünde und des Todes geraten ist. Um uns alle zu erlösen, sandte Gott seinen Sohn in diese Welt. Er nahm das Unsrige an – also das Menschsein –, um uns mit dem Seinigen – nämlich mit dem göttlichen Leben – zu beschenken. Der himmlische Arzt der Seelen ist in allem uns gleichgeworden, um uns von der Sünde und dem ewigen Tod zu erlösen. Durch sein kostbares Blut, das er am Kreuz für uns vergossen hat, sind wir gerettet.

Es ist geziemend und heilsam, das Kreuz des Herrn aufzurichten und es zu verehren! Dies geschieht am Karfreitag in feierlicher Form. Auf diese Weise wird den Gläubigen die Liebe Gottes in anschaulicher Weise vor Augen gestellt. Jeder von uns darf sagen: Jesus ist für mich ganz persönlich gestorben. Ich war ihm gegenwärtig, als er sein Leben für mich hingab. Welch ein Trost! Denn unser Leid, unser Elend, unser Versagen, unsere Sünde werden ein Ende finden, indem auch wir teilhaben dürfen an der Auferstehung und dem ewigen Leben bei Gott.

Den Sieg über das Böse und den Triumph über den Tod hat derjenige bewirkt, der sich für uns aus Liebe geopfert und hingegeben hat wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird. Entscheidend ist, dass wir im Kreuz Christi die Liebe Gottes erkennen. Nicht die Größe der Qual ist entscheidend, sondern die Macht seiner Liebe.

Die Jungfrau und Gottesmutter Maria stand unter dem Kreuz Jesu und litt im Herzen alles mit, was der Erlöser erduldete. Vom Kreuz aus ist sie unsere geistliche Mutter geworden, denn Jesus hat den Jünger Johannes ihr anvertraut. Doch auch er sollte für Maria Sorge tragen.

Kreuzesnachfolge bedeutet, dass wir täglich neu auf Gottes rettende Liebe vertrauen. Wir verbinden uns mit dem gekreuzigten Herrn und weihen ihm unser Leben. Einst aber möge er uns nahe sein in unserem eigenen Tod und uns in die ewige Herrlichkeit des Himmels führen! Amen.