Predigt:
Maria, dein Name verkündet Gottes Heil
Mariä Namen (12.09.2026)
L: Jes 61,9-11; Ev: Lk 1,26-38
Josef Spindelböck
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Eigentlich ist das Fest Mariä Namen (12. September) fast wie eine Verdoppelung des Festes Mariä Geburt (8. September). Es hat aber seine Bedeutung und seinen historischen Hintergrund, wieso wir das heutige Fest feiern:
Am 12. September 1683 hatte unter dem Oberbefehl des polnischen Königs Johann Sobieski das christliche Entsatzheer jenen geschichtlich bedeutenden Sieg über das Heer der Türken davon getragen, die vor den Toren Wiens standen. Dem christlichen Entsatzheer wurde die Fahne der Gottesmutter Maria vorangetragen. Der am 27. April 2003 von Johannes Paul II. selig gesprochene Kapuzinerpater Marco d’Aviano feierte vor dieser Schlacht die heilige Messe in der „Leopoldi Capelln am Kahlenberg“, also am heutigen Leopoldsberg.
Wenn wir die Jungfrau und Gottesmutter Maria im Gebet grüßen und ehren, dann rufen wir ihren Namen an. Der Name steht für die Person, und es geht um eine persönliche Beziehung zu Maria. Maria hört und erhört uns bei ihrem Sohn Jesus Christus. Sie nimmt Anteil an unseren Freuden und Sorgen, und sie preist mit uns die Größe des Herrn. Der Name Maria hat viele Deutungen erfahren, so als die Erhabene und auch als Stern des Meeres. Eine besonders schöne Deutung ist, dass der Name Maria besagt: die von Gott Geliebte.
Das trifft auf Maria in besonderer Weise zu: Vom Anfang ihres Daseins an stand sie in Gottes Gnade. Sie wurde vor der Erbsünde bewahrt und war auserwählt, die Mutter des Herrn zu werden. Die Gnade Gottes hat sie allezeit umgeben und beschützt. Wenn wir Maria als „begnadet“ oder als „voll der Gnade“ anrufen und grüßen, dann wiederholen wir dabei die Worte des Engels Gabriel an Maria. Wir drücken damit aus, dass Gott sich herabgeneigt hat zu seiner demütigen Magd. Er hat sie mit allen natürlichen und übernatürlichen Gaben ausgestattet, die sie befähigt haben, in freier Zustimmung ihr Ja zur Menschwerdung Gottes zu geben. Sie hat den Erlöser der Welt – Jesus – als Jungfrau vom Heiligen Geist empfangen. Sie ist die Mutter des Erlösers geworden und zugleich die geistliche Mutter aller Menschen, welche in Jesus Christus den Erlöser erkennen. Wir rufen sie als Gottesmutter an, da ihr Sohn wahrer Gott und wahrer Mensch ist.
Es fügt sich wunderbar, dass diese um einen Tag vorgezogene Fatima-Feier hier in Neuhofen an der Ybbs auf das Fest Mariä Namen fällt. Rufen wir oft den Namen Jesu an! Ehren wir den Namen Maria, und verehren wir auch den heiligen Josef, den jungfräulichen Gemahl Marias.
Jesus, Maria und Josef – ich liebe euch, rettet Seelen! So lautet ein kurzes, kräftiges Stoßgebet zur Heiligen Familie, das wir immer wieder von Herzen aussprechen können. Auf diese Weise leben wir in der Gegenwart Gottes, denn Gott ist Mensch geworden durch Maria, und Jesus möchte im Glauben so in unserem Herzen wohnen, wie er auch im Herzen Mariens allezeit anwesend und gegenwärtig war.
Als Glaubende gehen wir unseren Pilgerweg auf Erden, und nicht als Schauende. Auch Maria hat allezeit geglaubt, dass sich an ihre erfüllt, was ihr von Gott verheißen worden ist. Sie hat viel Schönes erlebt und erfahren, aber sie musst auch viel Leid ertragen. All dies hat sie getan und angenommen in einer einzigartigen Verbundenheit mit dem dreifaltigen Gott. Sie wurde dabei unterstützt vom heiligen Josef, ihrem wirklichen, aber jungfräulichen Gemahl.
Das Kind Jesus ist wirklich die gebenedeite Frucht des Leibes der Gottesmutter, wie es im „Ave Maria“ heißt. Das Wort „gebenedeit“ bedeutet „gepriesen“, „gesegnet“. Reicher Segen geht aus vom Erlöser und von der Jungfrau Maria und ihrem Gemahl, dem heiligen Josef.
Stellen wir uns selber bewusst unter den Schutz der Heiligen Familie! Empfehlen wir alle unsere Angehörigen und Freunde, unsere lebenden und verstorbenen Wohltäter und auch unsere Feinde der Fürbitte Mariens bei ihrem Sohn Jesus. So wird niemand vergessen und ausgeschlossen. Die Gottesmutter Maria hat in Fatima die Kinder aufgerufen, für die Bekehrung der Sünder zu beten. Gerade der Rosenkranz wurde vorgestellt als eine Gebet, das uns den Frieden von Gott erbitten soll. Dies ist heute nötiger denn je, wo die Welt in Unfrieden, Streit und Krieg zerrissen ist. Möge die Gottesmutter Maria erwirken, dass sich die Menschen zu Gott bekehren. #
Wir aber wollen uns im Heiligsten Herzen Jesu und im Unbefleckten Herzen der Gottesmutter bergen! Wer hier wohnen darf, geht nicht verloren. Gottes Schutz und Segen möge uns alle begleiten, sodass wir einst einziehen dürfen ins himmlische Jerusalem! Amen.
