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Predigt:

Freut euch allezeit im Herrn!

3. Adventsonntag B (17.12.2023)

L1: Jes 61,1-2a.10-11; L2: 1 Thess 5,16-24; Ev: Joh 1,6-8.19-28


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Der dritte Adventsonntag steht unter dem Vorzeichen der Freude über das kommende Heil. „Gaudete – freut euch! Denn der Herr ist nahe.“ (Phil 4,5).

Selbst der so strenge Bußprediger Johannes der Täufer wollte die Menschen zur Freude an Gottes Liebe hinführen. Er war überzeugt, dass man zuerst seine „Altlasten“ loswerden müsste, damit man bereit ist für Neues. Deshalb war für ihn die Bekehrung als Abwendung vom Bösen und als Hinwendung zum Guten unumgänglich. Rein kosmetische Korrekturen helfen da wenig; es braucht eine grundlegende Sinnesänderung, wenn der Mensch wieder ins Lot kommen soll.

Dann aber kehrt Freude ein, denn Gott der Herr ist uns nahe. Er war den Menschen damals nahe, als ihn Johannes ankündigte, denn kurze Zeit später trat Jesus öffentlich auf, den Johannes im Jordan getauft hatte.

In Jesus erfüllt sich alles, was im Alten Testament über den kommenden Messias – den Christus oder den Gesalbten – gesagt worden war. Mit dem Kommen Jesu ist gleichsam eine Zeit der Gnade angebrochen, ein „Gnadenjahr des Herrn“ (vgl. Jes 61,2a). Weil Gottes Gnade uns von innen her verwandelt, wenn wir an den Erlöser glauben und uns ihm hingegeben, deshalb ist es uns nun möglich, in Freude das Gute zu tun. Wir sind nicht mehr länger „flügellahm“, sondern können kraftvoll ausschreiten und dem Herrn entgegeneilen. Denn wenn man jemanden erwartet und sich auf ihn freut, dann kann die Zeit nicht schnell genug vergehen. So soll auch das Herz eines Menschen, den er an Christus glaubt, wie eine sich verzehrende Flamme sein, die sich in Sehnsucht ausrichtet auf Gott, der uns liebt. Die dritte Kerze des Adventkranzes zeigt, dass das Weihnachtsfest schon sehr nahe ist, und am vierten Adventsonntag – das ist in einer Woche – feiern wir heuer zugleich den Heiligen Abend.

Freilich: Wir wissen, dass gerade in diesen letzten Tagen die Geschäftigkeit und die Unruhe zunehmen. Wie rastlos müht sich ein jeder darum, noch die letzten Vorbereitungen zu treffen; vielleicht kommt man erst am Heiligen Abend darauf, dass noch etwas Wichtiges fehlt …! Und doch: Wir wollen den Blick auf das Wesentliche nicht verlieren. Die Botschaft von Weihnachten lautet: Christus kommt – ja, er will ankommen in unserem Herzen. Sind wir bereit dafür? Wenn nicht, dann wird uns auch der schönste Christbaum nichts nützen. Er bleibt dann ein äußerliches Zeichen, und wir hätten dann den eigentlichen Sinn von Weihnachten nicht erfasst: nämlich, dass Gott uns so sehr liebt, dass er uns seinen eigenen Sohn sendet, um unser Leben zu teilen und uns nahe zu sein.

Sehen wir also diese noch verbleibenden Tage als Chance für unsere innere Freiheit! Das Angebot, das Bußsakrament zu empfangen, soll als Hilfe verstanden werden, durch die rettende Kraft Gottes gewisse Altlasten loszuwerden, damit wir ganz offen und bereit sind für die Begegnung mit dem Herrn.

Die Fürbitte der Gottesmutter Maria und des heiligen Josef möge uns begleiten, wenn wir jener Freude Raum geben wollen, die uns Gott allein schenken kann und will. Wir werden dann auch aufmerksamer sein füreinander und uns in Liebe jenen Menschen zuwenden, die uns am nächsten sind und die uns besonders brauchen, ohne dass wir die anderen vergessen. Die Liebe erreicht letztlich alle, wenn wir uns dem Kind von Bethlehem zuwenden, das gekommen ist, um uns mit der Liebe Gottes zu beschenken.

Ja, wir dürfen uns freuen und wollen jubeln – denn das Heil ist uns nahe, und bald schon kommt der Herr. Amen.

 

Fürbitten:

Gütiger Gott, wir haben uns in deinem Namen versammelt und bitten dich:

  1. Gib, dass wir am heutigen dritten Adventsonntag Freude verspüren, weil Du uns schon so nahe bist.
  2. Erfülle unsere Welt mit Hoffnung und Vertrauen, damit die jungen Menschen wieder Lebensmut und Lebensfreude gewinnen.
  3. Schenke den Eltern und Lehrern viel Geduld, damit sie den Kindern helfen, Verständnis für andere zu entwickeln.
  4. Erfülle die Familien mit Freude, damit sie in Treue zusammenstehen und ihren Kindern ein gutes Beispiel geben.
  5. Schenk unseren Kranken die Gesundheit des Leibes und der Seele.
  6. Schenk unseren lieben Verstorbenen ewige Freude und Glückseligkeit bei dir.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.