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Predigt:

Zum Welttag der Kranken

6. Sonntag im Jahreskreis B (11.02.2024)

L1: Lev 13,1-2.43ac.44ab.45-46; L2: 1 Kor 10,31-11,1; Ev: Mk 1,40-45


Josef Spindelböck

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Der „Welttag der Kranken“, welcher jedes Jahr am 11. Februar begangen wird, fällt diesmal auf einen Sonntag. Und es fügt sich, dass auch die biblischen Texte dieses Sonntags gut zum Thema passen. Die Kirche feiert nämlich für gewöhnlich am 11. Februar den Gedenktag Unserer Lieben Frau von Lourdes. Dort wird die Jungfrau Maria als Heil der Kranken verehrt, und auf ihre Fürbitte sind tatsächlich dort immer wieder Heilungen von Menschen geschehen, die an einer schweren Krankheit gelitten haben. Gott wirkt auch in unserer Zeit Wunderbares!

Um ein solches Wunder geht es jedenfalls im Evangelium. Ein Aussätziger begegnet Jesus, und dieser Mann hält sich natürlich in ausreichender Entfernung von Jesus auf, wie es der Vorschrift des mosaischen Gesetzes entsprach. Wegen der großen Ansteckungsgefahr bei Aussatz (also Lepra), der damals als unheilbar galt, mussten bestimmte Regeln eingehalten werden. Dies hatte für den Betreffenden den Nachteil, dass er als unrein galt und damit vom sozialen Leben ausgeschlossen war. Aussätzige Menschen waren auf die Mildtätigkeit ihrer Mitmenschen angewiesen, die ihnen aus sicherer Distanz regelmäßig etwas zu essen bereitstellten.

Nun aber begegnet dieser Aussätzige einem Menschen, den er für einen großen Prophet und Lehrer hält und der in Wirklichkeit der menschgewordene Sohn Gottes ist! Der Kranke fasst sofort Vertrauen zu Jesus, da er sieht, wie sich dieser den Kranken und Siechen zuwendet und wie Jesus viele von ihnen heilt. Ja, auch er möchte heil und gesund werden! Dabei ist der körperliche Aussatz offenbar nicht sein einziges Problem. Es geht ihm auch um die Wiederherstellung der Gemeinschaft mit seinen Angehörigen und Freunden und auch um die Wiederzulassung zu den öffentlichen Gebeten in der Synagoge und im Tempel. Kann Jesus ihm helfen? Der Aussätzige ist davon überzeugt. Will er ihm helfen? Das wird sich zeigen.

Deshalb sagt er auch zu Jesus: „Wenn du willst, kannst du mich rein machen.“ Und Jesus erklärt ausdrücklich, indem er ihn ohne Scheu berührt: „Ich will [es] – werde rein!“ In diesem Moment weicht der Aussatz von ihm, und der Mann ist geheilt. Welch ein Jubel, welch eine Freude!

Eigentlich wäre der Geheilte jetzt dazu angehalten, die vorgeschriebene Meldung der Heilung beim Priester zu machen, der ihn für unrein erkannt hat, und dort auch ein Reinigungsopfer zum Dank an Gott darzubringen. Jesus hatte es ihm streng aufgetragen. Doch kann man es diesem nunmehr geheilten Menschen verdenken, dass er überall davon erzählt, dass ihn Jesus vom Aussatz geheilt hat?

Wie gehen wir um mit Krankheit, Leid und Tod? Wie geht es uns persönlich, wenn wir krank sind? Wie kümmern wir uns um kranke Angehörige und Freunde? Gewiss hilft uns hier der christliche Glaube. Und doch betreffen uns manche Situationen des Krankseins ganz unmittelbar. Hier können wir nichts überspielen, sondern müssen all dies, was kommt, durchmachen und vielleicht auch durchleiden. Wir können und sollen aber Gott dem Herrn täglich unser Leben anvertrauen. Er hat es uns geschenkt, und er ist ein Freund des Lebens. Selber hat der Sohn Gottes als Mensch den Tod am Kreuz auf sich genommen und so alle unsere Krankheiten und Leiden getragen, damit wir das Heil in Gott finden und von ihm empfangen. Das göttliche Leben, welches sich in der Auferstehung Jesu zeigt, ist stärker als der Tod!

Wir empfehlen Gott dem Herrn alle Kranken und Leidenden. Sie mögen gestärkt werden durch Gottes Gegenwart und durch die Fürsorge guter Menschen, die ihnen Liebe erweisen und ihnen beistehen. Die gläubige Hoffnung auf das ewige Leben und die Vollendung bei Gott soll uns begleiten und tragen. Nichts trennt uns von der Liebe Gottes, die uns in Christus offenbar geworden ist, wenn wir selber dieses Band der Liebe aufrechterhalten wollen. All dies gibt uns Mut und Zuversicht, gerade auch in schweren Stunden. Gott möchte auch uns das ewige Heil schenken. Im Himmelreich gibt es keine Krankheit mehr, kein Leiden und keinen Tod.

O Maria, du Heil der Kranken – bitte für uns! Amen.

 

Fürbitten (Welttag der Kranken)

Wir beten zu Gott, der ein Freund des Lebens ist:

  1. Für alle Kranken weltweit: Mögen sie Heilung, Trost und Hoffnung finden.
  2. Für die Ärzte, Pflegekräfte und ihre Helferinnen und Helfer: Mögen sie mit Mitgefühl und Weisheit den Kranken beistehen.
  3. Für die Einsamen und Verlassenen: Mögen sie die Liebe Gottes durch die Erfahrung lebendiger Gemeinschaft erspüren.
  4. Für die Bedürftigen: Mögen sie Unterstützung und tatkräftige Solidarität in ihrer Not erfahren.
  5. Für die Sterbenden: Mögen sie im Frieden und im Bewusstsein der göttlichen Liebe ihr Leben vollenden.

 

O gütiger und barmherziger Gott, stehe allen Kranken und Sterbenden bei und schenke Heil und Heilung. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn! Amen.