Kaplan Dr. Josef Spindelböck
Predigt am 23. Sonntag im Jahreskreis B
(10. September 2000)
L 1: Jes 35,4-7a; L 2: Jak 2,1-5; Ev: Mk 7,31-37
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!
Was steht uns bevor? Was erwarten wir, worauf hoffen wir? Was ist unsere Zukunft? Wer denkt nicht darüber nach! Doch diese auf den ersten Augenblick sehr irdischen Fragen können auch auf tiefere Weise verstanden werden. Und als Christen sollten wir das tun! Suchen wir also eine Antwort auf unsere Fragen aus dem Glauben!
Jesus Christus gibt uns die Antwort auf unser Sehnen und Fragen, er ist das Ziel unserer Suche. Bei ihm finden wir nicht nur eine allgemeine Versicherung, es werde uns schon nichts passieren, sondern er sagt uns: Was immer geschieht, Gott meint es gut mit uns!
Und das ist keineswegs eine billige Hoffnung, sondern eine, die uns sogar tragen kann über den Tod hinaus. Denn vor 2000 Jahren ist im Land der Juden ein Mann aufgetreten, der alle irdischen Maßstäbe radikal umgeworfen hat. Er verkündete nichts Geringeres als: Das Reich Gottes ist euch nahe! Hier bei euch ist Gottes Liebe. In aller Traurigkeit und Not des Erdendaseins gibt es Geborgenheit und Zuversicht. Gott verheißt uns Großes!
Wenn im Alten Testament der Prophet Jesaja ausrief: "Die Augen der Blinden werden geöffnet und die Ohren der Tauben sind wieder offen", dann ist das keine leere Phantasie eines religiösen Schwärmers, sondern machtvolle Verheißung des gütigen Gottes. Der Beginn der Erfüllung ist mit dem Kommen Jesu Christi gemacht: Er berührt Kranke und heilt sie. Er schenkt den Blinden das Augenlicht und läßt die Tauben wieder hören und die Stummen wieder sprechen. An diesen Wundern sollen alle erkennen: Jesus ist wirklich der Heilbringer, er ist der Messias!
Ist Jesus Christus auch für uns der Heiland? Wie lesen wir die Heilige Schrift? Wenden wir das, was wir hören, auch auf uns an? Wie betrifft es unser Leben? Wohl alle müssen wir zugeben: Allzuleicht lassen wir uns verunsichern von Meinungen, verwirren von Gefühlen. So schweifen wir unstet umher, ohne das zu finden, was wir wirklich suchen!
Wie finden wir einen Ausweg aus unserer Not, wo gibt es Hoffnung? Vor allem sollen wir uns bewußt machen: Unsere Zukunft liegt bei Gott. Das irdische Leben ist sehr wichtig, aber es ist nur die Vorbereitung. Das ewige Leben bei Gott erwartet uns. Jeder, der glaubt und die Liebe übt, wird das Reich Gottes erben. Das ist die frohe Botschaft des Sohnes Gottes. Sie gilt für einen jeden von uns. Schenken wir ihm unser Vertrauen, er wird uns nicht enttäuschen!
Gehen wir unseren Weg mit Maria, der Mutter Jesu, die auch unsere Mutter ist! Sie hat geglaubt, und sie wurde verherrlicht.
Die Heiligen des Himmels erwarten uns. Wirken wir in dieser Weltzeit das, was uns aufgetragen ist. Dann wird einmal alles gut sein – im ewigen Leben der Herrlichkeit des Himmelreiches, das wir alle erwarten. Amen.