Dr. Josef Spindelböck
L 1: Apg 12,1-11; L 2: 2 Tim 4,6-8.17-18;
Ev: Mt 16,13-19
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Liebe Brüder und Schwestern!
Die heiligen Apostel Petrus und Paulus werden am heutigen Tag gemeinsam gefeiert. Gewiss: Verschieden war ihre Berufung, doch gemeinsam war ihre Hingabe an die frohe Botschaft, die sie verkündet haben. Sie waren beide treue Jünger des Herrn Jesus Christus!
Paulus bekehrte sich vom fanatischen jüdischen Gesetzesgelehrten zum begeisterten Apostel Jesu Christi. Die Erscheinung des Auferstandenen hat ihn innerlich verwandelt. Er war gerade auf dem Weg nach Damaskus, um dort die Anhänger des „neuen Weges“ – die Christen – zu verfolgen. Da umstrahlte ihn ein Licht von oben, und er stürzte zu Boden. Er war blind geworden und sollte erst wieder sehend werden, als er die Taufe empfing. Mit umso größerer Hingabe und mit dem ganzen Einsatz seiner Person begann er das Evangelium von Jesus Christus zu verkündigen.
Paulus war dann jahrelang als apostolischer Verkünder des Evangeliums tätig und machte lange Missionsreisen. Er durchwanderte Kleinasien, war mit dem Schiff unterwegs, kam nach Griechenland und Mazedonien sowie nach seiner Verhaftung vor das kaiserliche Gericht nach Rom. Dort starb er schließlich den Märtyrertod durch Enthauptung mit dem Schwert.
Petrus gehörte dem Zwölferkreis an, jener Gruppe der Jünger, die im eigentlichen und nächsten Sinn als die Apostel des Herrn bezeichnet werden. Er wurde von Jesus mit dem Namen Petrus – der „Felsenmann“ – bezeichnet, obwohl er eigentlich Simon hieß. Auf diesen Felsen wollte Jesus seine Kirche bauen. Er empfing in besonderer Weise die Binde- und Lösegewalt, die Jesus allen Aposteln insgesamt verlieh. Petrus war im übrigen ein Mensch wie alle anderen: mit Vorzügen, aber auch mit Fehlern und Schwächen. Dreimal verleugnete er den Herrn, als dieser gefangengenommen war und verhört wurde. Petrus bereute dies nachher von Herzen, und der Herr vergab ihm. Nach seiner Auferstehung sandte Jesus den Petrus aus und gab ihm den Auftrag, seine Herde zu weiden. Petrus starb in Rom, wo er die Kirche als deren erster Bischof leitete. Wie sein Meister erlitt er den Tod durch Kreuzigung.
In der Kirche ist das Lebenszeugnis der Apostel Petrus und Paulus stets gegenwärtig. Ihr Beispiel und vor allem das Wort ihrer Verkündigung sind bleibende Fundamente für das Leben der Kirche, für das, was sie glaubt und verkündet. In vielen Diözesen, so auch bei uns in St. Pölten, werden an diesem Tag die Priester geweiht. Jeder Priester steht in einem besonderen Bezug zu den Aposteln. Denn auch der Priester ist ausgesandt, das Evangelium zu verkünden und es mit seinem Leben zu bezeugen. Vor allem aber sind die Bischöfe die Nachfolger der Apostel. Der Papst ist der Nachfolger des Apostels Petrus und der sichtbare Stellvertreter Jesu Christi auf Erden. Seinem Lehramt ist der besondere Beistand des Heiligen Geistes verliehen.
Bleiben wir dem unverfälschten Glauben der Apostel treu, den uns die Kirche in Einheit mit dem Papst und den Bischöfen verkündet. Beten wir besonders für die Priester, die in diesen Tagen geweiht werden. Der Glaube an den Auferstandenen wird uns froh machen und Kraft geben in allen Stunden unseres Lebens. Einmal hoffen wir in der Gemeinschaft der Apostel zusammen mit Maria, der Königin der Apostel, und mit allen Engeln und Heiligen das Heil zu erlangen! Amen.
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