Kaplan Dr. Josef Spindelböck, Ybbs/Donau
Predigt am 1. Adventsonntag
30. November 1997, Lesejahr C
Familienmesse
Lesungen: L 1: Jer 33,14-16; L 2: 1 Thess 3,12-4,2; Ev: Lk 21,25-28.34-36
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn, liebe Kinder!
Heute feiern wir schon den 1. Adventsonntag. Und die Kinder zählen eifrig die Tage, die uns noch fehlen, bis wir den Heiligen Abend und das Weihnachtsfest erreicht haben (es sind genau 25 Tage, denn morgen ist der 1. Dezember)!
Wir sehen, daß bereits eine Kerze des Adventkranzes brennt. Jeden Sonntag kommt eine dazu. Das soll bedeuten, daß auch unsere Sehnsucht nach Gott immer größer werden soll. Gott ist uns in seinem Sohn Jesus Christus als das Licht der Welt erschienen. Ein winzig kleines Licht ist mächtiger als alle Dunkelheit der Welt!
Und wenn es auch in unserem Herzen hell wird und licht, dann haben wir nichts zu fürchten in unserem Leben. In der Taufe hat Gott unser Herz schon erleuchtet. Jetzt sind wir schon größer und verstehen, was es bedeutet, daß wir zu Gott "Vater" sagen dürfen und zu ihm beten können!
Eben haben wir im Evangelium nach Lukas verschiedene Dinge gehört. Es heißt dort, daß auf der Erde eine schwere Zeit kommen wird: Die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden, es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sterne. Viele Menschen werden vor Angst vergehen. - Müssen auch wir Angst haben?
Jesus sagt uns: Nein, wenn ihr an mich glaubt, dann braucht ihr niemals Angst haben. Denn ich bin immer bei euch und beschütze euch. Im Gegenteil: Je größer die Not auf der Welt ist, desto näher ist uns Gott, desto mächtiger steht er uns bei!
Und das soll uns genügen: Denn wir können nicht in die Zukunft schauen. Unsere Großeltern haben schwere Dinge erlebt (den Krieg vielleicht und anderes) - sie haben aber im Vertrauen auf Gottes Liebe alles überstanden. Für uns ist es einfach wichtig, daß wir nie auf Gott vergessen. Jesus sagt uns: "Wachet und betet allezeit!" Das Beten wollen wir also nie vergessen (in der Früh, am Abend, bei Tisch und in der Schule). Wenn wir mit Gott in Glaube und Liebe verbunden sind, dann brauchen wir nichts zu fürchten. Dann wird unser Leben gelingen.
Jesus möchte auch zu uns kommen. Er kommt immer dann zu uns, wenn wir Gutes tun und die Menschen lieben. Er kommt zu uns, wenn wir uns versöhnen mit den Menschen, mit denen wir uns gestritten haben. Er kommt zu uns, wenn wir ehrlich sind, wenn wir bereit sind zu teilen und einander zu helfen. Er kommt zu uns, wenn wir miteinander oder auch alleine beten. Und vor allem kommt Jesus zu uns, wenn wir am Sonntag die Heilige Messe feiern. Denn da spricht er zu uns im Wort Gottes, in der Heiligen Schrift, aus der wir die Lesung und das Evangelium hören. Er stärkt uns, wenn wir in der Heiligen Kommunion seinen Leib und sein Blut empfangen unter den Gestalten von Brot und Wein. Die Größeren unter euch dürfen ja schon zur Heiligen Kommunion gehen. Tut das immer mit viel Liebe im Herzen!
Auch Maria, die Mutter Jesu, begleitet uns durch den Advent. Sie zeigt uns, wie wir Jesus wirklich lieben können. Sie hilft uns, wenn wir traurig sind und in Not. Sie bittet Jesus für uns! So wollen auch wir sie immer lieben und ehren. In dieser schön renovierten Kirche seht ihr auf der rechten Seite einen eigenen Altar mit einem Bild der Muttergottes. Sie trägt das Jesuskind auf ihrem Arm. Vom Himmel aus blickt sie auf die Menschen, und sie ist zugleich bei uns.
Bitten wir Gott darum, daß wir uns auf das Weihnachtsfest gut vorbereiten. Einmal wird uns Gott der Herr am Ende unseres Lebens einladen zu einem ewigen Festmahl im Himmel. Dann werden wir die Liebe Gottes in unvorstellbar großer Freude erfahren dürfen!
Amen.
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