Dr.
theol. habil. Josef Spindelböck
Er gab ihm den
Namen Jesus
Predigt bei der Messe zum Hochfest der Geburt Christi am
Heiligen Abend
Lesejahr C, 24. Dezember 2006
L
1: Jes 62,1-5; L 2: Apg 13.16-17.22-25; Ev: Mt 1,1-25
Alle liturgischen Texte finden Sie
online im Schott-Messbuch
Liebe
Brüder und Schwestern im Herrn!
Noch ist nicht die Heilige
Nacht, sondern der Heilige Abend.
Die Kirche stellt uns in ihrer Liturgie dafür ein eigenes Messformular zur Verfügung, um uns einzustimmen in das
Geheimnis von Weihnachten!
Die Lesung aus dem Buch Jesaja verkündet uns eine frohe
Botschaft: Gott hat sich seinem Volk wieder zugewandt, das durch die Sünde fern
war von ihm. Er hat seinen Retter gesandt. Wie
ein Bräutigam sich freut über die Braut, so freut sich Gott über sein Volk. Gott schließt einen ewigen Bund mit
den Menschen. Dies hat er in der Menschwerdung
seines Sohnes Jesus Christus verwirklicht. In der einen Person des
göttlichen Wortes hat er die göttliche Natur gleichsam mit der menschlichen
vermählt. Gott selber hat zu uns auf endgültige
Weise „Ja“ gesagt, und die Jungfrau Maria durfte stellvertretend für die
ganze Menschheit ihr Jawort geben.
Die Lesung aus der Apostelgeschichte berichtet uns vom
Auftreten des Apostels Paulus und seiner machtvollen Predigt unter den
Angehörigen des jüdischen Volkes. Er weist nach, dass Gott seinen Messias
gesandt hat, der aus dem Geschlecht Davids kommt. In Jesus Christus ist das Königtum
Davids vollendet worden. Er ist der Herrscher über alle Welt und Zeiten bis
in Ewigkeit. Seine Herrschaft hat kein Ende. Er ist der König der Liebe und des Friedens, an den die Menschen glauben
sollen, damit sie gerettet werden.
Das Evangelium nach Matthäus stellt uns zuerst den Stammbaum Jesu vor: Es werden jeweils 14 Generationen aufgezählt,
von Abraham bis David, von David bis zur Babylonischen Gefangenschaft und von
der Babylonischen Gefangenschaft bis zu Christi Geburt. Dies ist symbolisch zu
verstehen und weist auf die besondere Heiligkeit und Sendung dieses Kindes hin
und auch darauf, dass Gott seinen Verheißungen treu bleibt. Im zweiten Teil des
am Heiligen Abend verkündeten Evangeliums geht es um die näheren Umstände der
Geburt des Jesuskindes. Josef, der
Verlobte Marias, ist nicht der leibliche
Vater Jesu, da die Jungfrau Maria
das Kind durch das wunderbare Wirken
des Heiligen Geistes empfangen hat. Dennoch wird Josef vom Engel aufgefordert, Maria
als Frau zu sich zu nehmen und für
das Kind alle Vaterrechte und Vaterpflichten wahrzunehmen. Gott wollte,
dass sein Sohn auch einen rechtmäßigen Vater auf Erden hat, und diese Aufgabe
hat der heilige Josef auf treue und selbstlose Weise erfüllt. In wahrer Liebe und Hingabe war er mit
Maria, seiner Frau, und mit dem Jesuskind verbunden, das seiner väterlichen
Obsorge anvertraut war. Josef gab dem
Kind dann den Namen, als es geboren war: Er sollte es „Jesus“ nennen – Gott rettet,
Gott erlöst. Der Name drückt aus, dass Jesus
Christus der Erlöser ist, auf den die Menschen gewartet hatten.
Wer aber würde dieses Kind
annehmen? Würden es die Reichen und Mächtigen sein, die als erste hinfinden zum
Kind in der Krippe? Nein, keineswegs! Ihr stolzes Herz wollte nicht anerkennen,
dass Gott in Armut und Demut zu uns
gekommen war, als kleines Kind. Die
Hirten jedoch nahmen die Botschaft der Engel wahr, die ihnen eine große
Freude verkündeten, und machten sich auf zur Krippe.
Auch
wir wollen uns aufmachen zur Krippe und das Jesuskind anbeten! Ihm dürfen wir
unser armes Herz schenken, damit Gott uns seine Liebe zeigt und uns durch seine
heilige Menschwerdung reich macht an Gnade und Wahrheit. Amen.
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