Dr. theol. habil. Josef Spindelböck

Freut euch über die Geburt
des heiligen Johannes!

Predigt am Hochfest der Geburt
des hl. Johannes des Täufers
24. Juni 2007 (Lesejahr C)

Der 12. Sonntag im Jahreskreis C wird in diesem Jahr liturgisch nicht gefeiert. Das Hirtenwort der österreichischen Bischöfe zum Papstbesuch wird an diesem Sonntag verlesen.

Die aktuellen Messtexte finden Sie im Schott!

Vorabend: L 1: Jer 1,4-10; L 2: 1 Petr 1,8-12; Ev: Lk 1,5-17
Am Tag: L 1: Jes 49,1-6; L 2: Apg 13,16.22-26; Ev: Lk 1,57-66.80

 

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

 

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, dann sollte dies für alle Beteiligten und Betroffenen ein Grund zur Freude sein: vor allem für die Eltern, die mitwirken durften, dem Kind das Leben zu schenken und die für die materielle Obsorge und Erziehung des Kindes verantwortlich sind, dann für die Geschwister, sofern vorhanden, und auch für alle übrigen Verwandten und Freude. „Ein Mensch ist geboren!“ Das ist etwas Großes, weil Gott uns alle ganz persönlich gewollt und mit unserem Namen gerufen hat; vom ersten Augenblick des Menschseins an (in der Empfängnis) begleitet Gottes liebende Vorsehung die neu ins Leben getretene menschliche Person.

Eine Freude war es jedenfalls damals, als Johannes der Täufer geboren wurde. Er war das Kind, auf das man eigentlich schon lange gewartet und mit dem zuletzt doch niemand mehr ernsthaft gerechnet hatte: Die Eltern – Zacharias und seine Frau Elisabeth – waren in hohem Alter, außerdem galt Elisabeth als unfruchtbar.

Und doch geschah das Unerwartete, ja eigentlich Unmögliche: Elisabeth empfing noch in ihrem hohen Alter einen Sohn, wie es der Engel Gabriel dem Zacharias vorhergesagt hatte. Dieser hatte allerdings gezweifelt und war zur Strafe für seinen Unglauben stumm geworden, bis sich die wunderbare Vorhersage seiner Geburt erfüllte. Da konnte auch Zacharias seine Zunge wieder gebrauchen und lobte und pries Gott.

Johannes sollte ein besonders gesegnetes Kind sein: Das wurde allen, die von seiner Geburt Kunde erhielten, bald klar. Die Hand Gottes ruhte auf diesem Kind, das ja der Vorläufer des Messias sein sollte. Denn auch Jesus war, als Johannes geboren wurde, bereits im Schoß der Jungfrau Maria empfangen. In Maria war ein noch größeres Wunder geschehen als an Elisabeth: Maria hatte als Jungfrau ihr Kind Jesus vom Heiligen Geist empfangen; Gottes Macht hatte es bewirkt, dass sie ohne Verletzung ihrer jungfräulichen Unversehrtheit den Sohn Gottes als Menschen in ihrem Schoß empfing.

Wie groß war die Freude der beiden verwandten Frauen, Elisabeth und Maria, über ihre Kinder! Es war zuerst eine ganz und gar natürliche Freude, wie sie eben Frauen zu eigen ist, wenn ihre Kinder geboren sind und gesund das Licht der Welt erblickt haben. Vor allem aber war es eine Freude in Gott, der die Niedrigen erhöht und der sich seines Volkes Israel angenommen hatte. Denn das lange Sehnen nach dem Messias sollte nun ein Ende finden. Gott hatte seinen Sohn in die Welt gesandt, Jesus, den Erlöser, und Johannes würde ihm den Weg bereiten.

Wenn die Kirche an diesem heutigen Tag das Geburtsfest des heiligen Johannes des Täufers feiert, dann freuen auch wir uns über das von Gott geschenkte Heil. Dieses ist in Jesus Christus uns allen zuteil geworden: Wer an ihn glaubt und auf ihn hofft und vertraut, wird gerettet. In der Einheit mit unserem Erlöser erfüllen wir das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe. Wir sind neue Menschen geworden, da wir zu Bürgern des Himmelreiches geworden sind. Mögen wir auch andere Menschen mit dieser Freude anstecken und sie so zum Glauben führen! Amen.

 

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