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Verantwortlich: Dr. Josef Spindelböck
Großes Gebet für alle Völker
Der "Verein Neuevangelisierung" (Elisabethstraße 25, 1010 Wien) hat ein vierseitiges Faltblatt herausgegeben, um im Jubeljahr 2000 das religiöse Leben in "Gebetszellen" zu vertiefen. Es kann gegen Ersatz der Unkosten beim Verein angefordert werden!

Papst verurteilt "pluralistische Religionstheologie"

Papst Johannes Paul II. hat die unter dem Namen "pluralistische Religionstheologie" zusammengefassten Strömungen in der neueren Theologie verurteilt, die der christlichen Offenbarung nur einen begrenzten Wahrheitsanspruch neben den anderen Weltreligionen zugestehen. In einer Ansprache an die vatikanische Glaubenskongregation unter Leitung ihres Präfekten, Kardinal Joseph Ratzinger, sagte der Papst am Freitag im Vatikan, die These, dass die Offenbarung Christi nur begrenzt sei und in den anderen Religionen ihre Ergänzung finde, sei "konträr zum Glauben der Kirche". Zugleich warnte der Papst vor einer "Denkweise in theologischen und kirchlichen Kreisen, die dazu neige, die Offenbarung Christi zu relativieren und die Notwendigkeit der Kirche Christi als universales Heilssakrament zu redimensionieren".
 
Um dieser "relativistischen Mentalität" entgegen zu treten, müsse vor allem betont werden, dass die Offenbarung Christi "definitiv und vollständig" sei. Zwar seien die Worte, die Taten und das gesamte geschichtliche Ereignis Christi begrenzt, insofern es sich um menschliche Wirklichkeiten gehandelt habe. Doch die Wahrheit über Gott werde nicht dadurch aufgehoben oder reduziert, dass sie in menschlicher Sprechweise ausgesagt wurde. Diese Wahrheit sei "einzigartig, erschöpfend und vollständig", weil der Sohn Gottes selbst gesprochen und gehandelt habe.
 
In Verbindung mit der einzigartigen Mittlerrolle Christi sei auch die Kirche heilsnotwendig, erklärte der Papst weiter. Es sei daher "irrig, die Kirche als einen Heilsweg neben dem der anderen Religionen anzusehen". Zwar könnten auch Nichtchristen unter dem Einfluss der Gnade das ewige Heil erlangen, wenn sie mit lauterem Herzen Gott suchten. Aber in dieser Suche seien sei faktisch auf Christus und seine Kirche hingeordnet, betonte der Papst. Im Vergleich zu den Christen, denen in der Kirche die Fülle der Heilsvermittlung zu Gebote stehe, befänden sich die Nichtchristen in einer "defizitären Situation". Deshalb sei die Kirche gehalten, aus Liebe zu den Menschen weiter Christus als den Weg, die Wahrheit und das Leben zu verkünden. Die Offenbarung Christi bleibe der Orientierungspunkt für die gesamte Menschheit.

Einen kürzeren Teil seiner Ansprache widmete der Papst ökumenischen Fragen. Er erinnerte ausdrücklich an den Beitrag der Glaubenskongregation unter Kardinal Ratzinger zu der Gemeinsamen Augsburger Erklärung von Katholiken und Lutheranern über die Rechtfertigungslehre. Bei allen Bemühungen um die Einheit der Christen müsse daran erinnert werden, dass die Kirche Christi nicht eine "Utopie" sei, die von Menschenhand aus Bruchstücken zusammengesetzt werden müsse. Vielmehr bestehe nach der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils die Einheit der Kirche Christi in der katholischen Kirche "unverlierbar" fort.

Kathpress, 28.01.2000

Am 31. Oktober 1999 wurde in Augsburg die "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre" samt "Gemeinsamer offizieller Festellung" und "Annex" unterzeichnet.

Lese- und Interpretationshilfe: Es empfiehlt sich, mit Lektüre und Studium beim Anhang (Annex) zu beginnen und dann über die "Gemeinsame offizielle Feststellung" zur "Gemeinsamen Erklärung" vorzudringen.
Vom katholischen Verständnis aus ist mit dieser Gemeinsamen Erklärung keine Aufhebung der dogmatischen Beschlüsse des Konzils von Trient (1545-1563) erfolgt (was auch gar nicht möglich wäre). Wohl aber hat es im Verständnis von katholischer und lutherischer Position zur Rechtfertigungsproblematik inhaltliche Annäherungen und Übereinstimmungen gegeben, die sich in dieser Erklärung niederschlagen.

VATIKANZEITUNG BETONT DIE BEDEUTUNG DES ANHANGS ZUR "Gemeinsamen Offiziellen Feststellung" - Rechtfertigungslehre im Lichte des Annex auslegen

Vatikanstadt, 4. Nov. (ZENIT).- Die italienische Tagesausgabe von "Osservatore Romano" unterstrich in einer Stellungnahme zur Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre die Bedeutung des Anhangs zur "Gemeinsamen Offiziellen Feststellung". Diese Dokumente wurden am 31. Oktober in Augsburg von Kardinal Cassidy und dem Vertreter des Lutherischen Weltbundes unterzeichnet. "Osservatore Romano" weist darauf hin, dass erst der Anhang es erlaube, "zu bestätigen, dass die Verurteilungen der vergangenen Zeiten nicht mehr die Lehren jeder der beiden Parteien berühren, so wie sie in der ´Gemeinsamen Erklärung` vorgelegt sind."

Besonders wird auf Ziffer 2 A) des Anhangs verwiesen, wo es heisst: "Rechtfertigung ist Sündenvergebung und Gerechtmachung, in der Gott ´das neue Leben in Christus schenkt`(GE)" und: "Die Gerechtfertigten bleiben in diesem Sinn nicht Sünder".

Die Vatikanzeitung stellt fest, dass die wirkliche Erneuerung des Menschen als Folge des Wirkens Gottes durch den Text des Anhangs mit aller Klarheit bekräftigt wird. Unter Ziffer 2 B) des Anhangs wird das katholische Verständnis von Konkupiszenz, die Neigung zur Sünde, die noch keine Sünde ist, bestätigt. Unter Ziffer 2 C) des Anhangs wird auch darauf hingewiesen, dass Gottes Gnaden- wirken das Handeln des Menschen nicht ausschliesst, sondern "dass wir durch die Kraft des Heiligen Geistes mitwirken können und sollen". Ziffer 2 D) und E) sprechen ausdrücklich von "guten Werken": "Im Endgericht werden die Gerechtfertigten auch nach ihren Werken gerichtet" (Ziffer 2 E). 

ZENIT-Nachrichtendienst (ZD99110524)

 

Seligsprechung von Pater Pio am 2. Mai 1999

Papst sprach Pater Pio selig

Rom erwartete den größten Ansturm von Gläubigen zu einer Seligsprechung, den die Stadt je erlebt hat - Der süditalienische Kapuzinerpater und "Wunderheiler", der die Stigmata trug, wurde schon zu seinen Lebzeiten als Heiliger verehrt

Rom, 28.4.99 (KAP) Papst Johannes Paul II. wird am kommenden Sonntag den als "Wunderheiler" bekannten italienischen Kapuziner Pater Pio (1887-1968) seligsprechen. Zu den Feiern in Rom werden bis zu einer Million Pilger erwartet. Das ist der größte Ansturm von Gläubigen zu einer Seligsprechung, den Rom je erlebt hat.

Pater Pio, der mit den Wundmalen Christi gezeichnet war, wurde bereits zu seinen Lebzeiten weit über die Grenzen des Landes hinaus als Heiliger verehrt. Francesco Forgione, so der bürgerliche Name des Ordensmannes, wurde am 25. Mai 1887 in Pietrelcina in Apulien (Süditalien) geboren. Mit 15 Jahren trat er dem Kapuzinerorden bei und nahm den Ordensnamen Pio an. Wegen Tuberkulose mußte er seine Studien oft unterbrechen, bei seiner Priesterweihe 1910 hielt man ihn für sterbenskrank.

In den folgenden Jahren erlebte Pater Pio schmerzhafte Visionen. 1917 fand Pater Pio im Kloster von San Giovanni Rotondo in Apulien Aufnahme. Am 20. September 1918 traten während eines Gebetes vor dem Chorkreuz in der Klosterkirche Wundmale an den Händen, den Füßen und an der Seite des 31jährigen zutage. 50 Jahre lang, bis zu seinem Tod am 23. September 1968, trägt der Kapuziner diese blutenden Stigmata.

Die Nachricht vom Kapuzinerpater mit den "Wundmalen Christi" sprach sich rasch herum, viele Neugierige reisten nach San Giovanni Rotondo, um Pater Pio zu sehen. Der Vatikan verordnete umgehend die Prüfung der Stigmata durch Ärzte und Mystikfachleute an. Die Experten fanden zu keiner einhelligen Meinung; jene, die
die Wundmale als einen "interessanten Fall von Autosuggestion" oder als "neurotische Verletzungen" bezeichneten, blieben in der Minderheit. Häufiger wurde an die Übernatürlichkeit des Phänomens geglaubt.

Sanktionen des Vatikans

Dennoch verhängte Rom verschiedene Sanktionen gegen den Kapuziner. 1931 stellte das damalige Heilige Officium - aus ihm ging die heutige Glaubenskongregation hervor - fest, daß die Vorgänge um Pater Pio "nicht übernatürlich" seien. Von 1931 bis 1934 war es dem Ordensmann verboten, die Messe zu lesen, Beichte
zu hören und sogar im Chor der Kirche zu erscheinen. Andere Sanktionen und Verbote folgten, um die "Hysterie" vieler Gläubiger um Pater Pio einzudämmen. 1960 werden der Beichtstuhl, die Sprechzimmer und die Zelle des Kapuziners sogar mit versteckten Mikrophonen abgehört; über diese Affäre hüllen sich bis heute alle Seiten am liebsten in Schweigen.

Doch nicht die Stigmata allein begründeten den Ruf Pater Pios. Bei ihm fanden viele Pilger Trost, Hilfe - und auch wundersame Heilung von körperlichen Leiden. Der schlichte Kapuzier, der San Giovanni bis zu seinem Tod nicht verließ, war ein unermüdlicher Beichtvater. Manchmal standen Tausende vor seinem Beichtstuhl
Schlange, obwohl er als unbequemer Beichtvater galt, der zornig die Absolution verweigerte, wenn er glaubte, daß ihm etwas verschwiegen wurde.

Pater Pio, der selbst viel unter den Schmerzen seiner Wundmale litt, versuchte das Leid anderer auch praktisch zu lindern, indem er in San Giovanni ein Krankenhaus gründete. Mit seinen heute 1.200 Betten genießt es in der Region einen hervorragenden Ruf.

Karol Wojtyla, damals Erzbischof von Krakau und heute Papst, bat 1962 Pater Pio um ein Gebet für eine krebskranke Polin. Die Frau wurde geheilt. Wojtylas Brief ist bis heute erhalten - ebenso wie das Dankesschreiben nach erfolgter Heilung. Nach dem Attentat auf Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 hatten Anhänger von Pater Pio daran erinnert, daß Karol Wojtyla den Kapuzinerpater im Jahre 1947 besucht hatte. Damals soll ihm der Pater sowohl die Papstwahl wie auch das Attentat vorausgesagt haben.

Bereits 1972, vier Jahre nach seinem Tod 1968, befürwortete Kardinal Wojtyla die Seligsprechung Pios. 1983 wurde schließlich das Seligsprechungsverfahren auf Diözesanebene begonnen, es dauerte bis 1990. Als 1998 eine medizinisch nicht erklärliche "Wunderheilung" auf Fürsprache Pater Pios bestätigt werden konnte, gab der Vatikan grünes Licht für die Seligsprechung.

Größter Wallfahrtsort Europas

Wie sehr Pater Pio in Italien verehrt wurde und wird, zeigen die Pilgerzahlen in San Giovanni Rotondo. An manchen Tagen kommen bis zu 40.000 Gläubige zur Wirkungsstätte und zum Grab des Kapuzinerpaters. San Giovanni hat damit Lourdes inzwischen vom ersten Platz unter den Wallfahrtsorten verdrängt. An die 7,5
Millionen Besucher sind im letzten Jahr gezählt worden, in Lourdes waren es sechs Millionen. Ein Glücksfall für die örtliche Wirtschaft, die 70 Prozent ihres Ertrages dem Kapuzinerpater zu verdanken hat. Pater Pio verwandelte ein armes Dorf mit 2.000 Einwohnern in eine Stadt mit blühender Wirtschaft und 26.000
Einwohnern.

Einige Schritte vom Kloster entfernt entsteht ein neues Gotteshaus. Die neue Kirche soll 7.000 Gläubigen Platz bieten, und auf dem Vorplatz werden sich über 30.000 Pilger versammeln können. Entworfen wurde sie vom berühmten italienischen Architekten Renzo Piano. Der Bau soll 350 Millionen Schilling kosten; die Arbeiten sollen bis zum Heiligen Jahr 2000 abgeschlossen sein.

Trotz aller Verehrung in Italien und darüber hinaus gab es immer wieder auch kritische Stimmen zu Pater Pio und der Art, wie er verehrt wurde und wird. Oft ist der Vorwurf zu hören, der Kapuzinerpater werde von konservativen und traditionalistischen Gruppen für ihre Zwecke vereinnahmt. Auch werde nicht selten die
Grenze zu abergläubischer Volksfrömmigkeit überschritten.

Der jetzige Klostervorsteher in San Giovanni, Pater Cocomazzi, hält dem entgegen: "Die Gläubigen kamen nicht nur nach San Giovanni, um den Stigmatisierten zu sehen. Glaube und Hoffnung waren die Tugenden von Pater Pio. Er gab den Leuten viel Hoffnung. Durch ihn offenbarte sich Christus im Menschen. Pater Pio, das ist Christus in unserer Mitte. Die Leute suchen in ihm das, was sie vor 2000 Jahren in Christus gesucht haben." Jesus liebe die Menschen, und er habe diesen demütigen, nur wenig gebildeten Kapuzinerpater ausgewählt, damit er den Menschen die rettende Botschaft bringe, so Cocomazzi.

Auch Pilger aus Österreich

Zur Seligsprechung in Rom hatte die römische Stadtverwaltung zunächst bis zu zwei Millionen Pilger "befürchtet". Aufgrund der schlechten Wetterprognose rechnet man nun mit rund der Hälfte. Unter ihnen werden auch einige hundert Österreicher sein. Der Petersplatz wird nur für jene 150.000 zugänglich sein, die sich
rechtzeitig eine Platzkarte gesichert haben. Die Zeremonie wird auf den Platz vor der Lateranbasilika übertragen, wo weiter 170.000 Menschen Platz haben.

Eine Sondermarke und einen Gedenkblock widmet die Vatikanpost der bevorstehenden Seligsprechung Pater Pios. Die Sondermarke mit dem Nennwert von 800 Lire zeigt ein Porträt des Ordensmannes. Der Block ist in drei Werte zu 300, 600 und 900 Lire unterteilt. Auf ihm sind unter dem Bild des neuen Seligen dessen erste Kapelle und die Basilika in San Giovanni Rotondo sowie das derzeit im Bau befindliche große Gotteshaus in dem süditalienischen Pilgerort zu sehen.

 

Der Bericht  stammt in seinem Wortlaut von Kathpress, 28.04.1999


Papstansprache beim Ad-limina-Besuch
der österreichischen Bischöfe am 20. November 1998 in Rom
- von stjosef.at erstmals im Internet publiziert, inzwischen bereits vom ORF und von "Wir sind Kirche" gelinkt


Dialog für Österreich (Delegiertentag vom 23.-26. Oktober 1998)


Radio Maria Österreich startete am 12. September auf 104,7 MHz

FunkturmProgramm und Information:
Radio Maria, Kirchengasse 17, 3300 Amstetten,
Tel. +43/(0)7472/23617
rma.amstetten@aon.at

Tägliche Highlights:
7.30 Uhr Vorstellung der Tagesheiligen, 8 Uhr Heilige Messe, 12 Uhr Angelus, 14 Uhr Lokalprogramm, 16 Uhr Nachrichtensendung von Radio Vatikan, 19 Uhr Rosenkranz, 19.40 Uhr Magazin von Radio Vatikan

Katholischer Privatsender möchte die "gesunde Mitte der Kirche" stärken

Am 12. September, dem Fest Mariä Namen, ging "Radio Maria" im westlichen Niederösterreich auf der Frequenz 104,7 und mit einer Leistung von 400 Watt auf Sendung. Die Sendeanlage befindet sich im Dach der Basilika Sonntagberg. Der Einzugsbereich ist noch nicht ganz ausgetestet, er wird sich aber auf den Raum zwischen Melk und Linz sowie bis ins südliche Mühlviertel erstrecken, wie Geschäftsführer Michael Polzer bei einem Pressegespräch in Amstetten erklärte.

"Die Sendungen sind durch das tägliche Gotteslob der Kirche strukturiert", stellte der Programmverantwortliche, P. Clemens Reischl OSB, fest. So gesehen sei "Radio Maria" ein "untypisches Radio", das in der Gestaltung auch größere Freiheit hat. Die Säulen des Programms seien vor allem die Liturgie der Kirche, die sich durch den ganzen Tag zieht, weiters die "Weiterbildung in Glaubens- und Lebensfragen", unaggressive Musik, von Mozart bis Taize" und die Berichterstattung, vor allem aus dem kirchlichen Bereich. Dabei sollen die Pfarren und christlichen Gemeinschaften der Region mit eingebunden werden. So ist ein tägliches Morgenlob - live aus dem Studio in Amstetten - geplant, täglich um 8 Uhr eine Meßübertragung aus einer Pfarre der Region, mittags das Angelus-Gebet, um 18 Uhr die Vesper und um 19 Uhr der Rosenkranz. Beendet wird der liturgische Tagesablauf um 20.15 Uhr mit einem Abendgebet.

"Unser Programm wird von 6 bis 22 Uhr moderiert. Vieles wird dabei live gesendet": P. Clemens erwartet sich viele freiwillige Mitarbeiter in den Pfarren. Kontakte zu den Pfarren, Bildungshäusern, kirchlichen Vereinen und Gemeinschaften wurden bereits geknüpft.

Die ersten Reaktionen aus der Bevölkerung nach den bisherigen Probesendungen bezeichnet die Regionalverantwortliche Heidi Hebart als "äußerst gut". So hätten sich Jugendliche wie auch Senioren spontan zur Mitarbeit gemeldet. Ihr Anligen sei es, viele Mitarbeiter zu gewinnen und den Einzelnen mit etwa drei Stunden pro Woche nicht zu überfordern.

Bei einigen Programmpunkten ist eine enge Zusammenarbeit mit Radio Horeb in Deutschland vorgesehen, von Radio Vatikan wird täglich eine Magazinsendung übernommen.

Auch "heiße Eisen" werden behandelt

Vom Inhalt her sieht P. Clemens Reischl "Radio Maria" "in der Mitte der Kirche" angesiedelt. Ziel sei es, "die gesunde Mitte der Kirche zu stärken". Man werde auch zu "heißen Eisen" Stellung nehmen. "Zuerst aber wollen wir ein hörendes Radio sein und die Menschen ermutigen, zu hören und zu verstehen." So seien zu allen Sendungen Hörerkontakte geplant. Und zur Ökumene: "'Radio Maria' ist eine katholische Initiative. Wir wollen ein gastliches Radio sein, klar unsere Basis deklarieren und von dort her allen gegenüber offen sein." Michael Polzer betonte darüber hinaus die Eigenständigkeit des österreichischen "Radio Maria". Es sei eine private Initiative, die in der Kirche stehe, aber nicht von einer Diözese abhängig sei. Man suche aber zu allen Ortsbischöfen des Sendegebietes einen guten Kontakt.

Das Hauptstudio von "Radio Maria" befindet sich in Amstetten, ein zweites Studio in Wien und ein drittes in Brixen. Dort habe man die in Konkurs gegangene "Freie Welle Pustertal" mit sieben Sendefrequenzen für "Radio Maria" aufgekauft und wird nach Osttirol und bald auch in den Raum Innsbruck ausstrahlen. Mit Beginn 1999 sei mit diesem Studio eine Satellitenkommunikation geplant, das dann auch die Übernahme des Programms aus Amstetten ermögliche, erklärte Polzer.

Finanziert wird das österreichische "Radio Maria" derzeit aus dem gemeinsamen Topf der "Weltfamilie" von "Radio Maria". Man hoffe, in etwa zwei Jahren durch Hörerspenden auf eigenen Beinen zu stehen. Auf Werbung werde man nicht zurückgreifen.

Die Präsidentin des Trägervereins "Maria Heute", Alexa Gaspari, sieht die Abdeckung der jährlichen Kosten in Höhe von etwa 3 bis 4 Millionen Schilling realistisch, "weil wir etwas zu vermitteln versuchen, das das Leben spannend macht". P. Clemens: "Unsere primäre Zielgruppe sind jene, die am Gotteslob und der Liturgie der Kirche teilnehmen wollen, aber nicht können." Für die Zukunft plane man auch religiöse Kinder- und Jugendprogramme.

Das tägliche Lokalprogramm von 14 bis 16 Uhr (Treffpunkt Mostviertel) sei nicht unbedingt religiös, erklärte Regionalverantwortliche Heidi Hebart. Dort haben auch Schulen, Vereine, Mundartdichter und Musik aus der Region, von Jugendchören bis Blasmusik und Familienmusik ihren Platz.

Quelle: Leicht aktualisiert nach Kathpress, 02.09.1998


"Radio Stephandom" ist seit 24. September 1998 auf Sendung

Papstsegen für erstes kirchliches Privatradio auf Wiener Frequenz 107,3 MHz

"Radio Stephansdom" - der erste kirchliche Privatsender im deutschsprachigen Raum - ist seit Donnerstag, 24. September, auf Sendung: Um punkt 12 Uhr drückte Kardinal Dr. Christoph Schönborn bei einem Festakt im Wiener Erzbischöflichen Palais den Startregler. "Radio Stephansdom", Wiens erster Klassiksender, der in der Bundeshauptstadt auf der Frequenz 107,3 zu hören ist, begann sein musikalisches Programm mit der Visitenkarte Wiens, dem "Donauwalzer". Unmittelbar darauf waren die Segenswünsche Papst Johannes Pauls II. zu hören. "Radio Stephansdom"-Geschäftsführer Mag. Wolfgang Bergmann - zugleich Kommunikationsdirektor der Erzdiözese Wien - hatte Johannes Paul II. vorsorglich bei dessen Pastoralbesuch im Juni um einen "O-Ton" gebeten.

"Oasen für die Seele" zu errichten sei eine wesentliche Aufgabe der Kirche, betonte Kardinal Dr. Christoph Schönborn in seiner Ansprache. Dieser Aufgabe solle auch "Radio Stephansdom" als "Radio für Sinnsucher" dienen. Das Radio könne der Kirche helfen, "missionarisch" im guten Sinn zu sein, "also ohne Zwang, sondern im Sinn des Weitererzählens der guten Nachricht". Der Wiener Erzbischof erinnerte in diesem Zusammenhang daran, daß es heute "keinen Kulturkampf mehr" gebe, wohl aber die Versuchung des praktischen Atheismus, "so zu leben, als ob es Gott nicht gäbe". Das Radio könne aber auch helfen, den Nächsten "im Sinn der Solidarität" in den Blick zu bekommen. Mit Radio Stephansdom soll dieser Grundauftrag "mit Lautsprechern verstärkt und hinausgetragen werden".

"Familie - Auslaufmodell oder Hoffnungsträger?" lautete das erste "Thema des Tages". Ab 20.15 setzte sich Radio Stephansdom mit den Grundsätzen der Familie aus Sicht von Gesellschaft, Kirche und Politik auseinander.

"Kein Kampf gegen den ORF"

"Radio Stephansdom"-Geschäftsführer Bergmann hatte eingangs daran erinnert, daß heute gelte, "was in den Medien nicht vorkommt, gibt es nicht". Daran müsse sich auch die katholische Kirche orientieren. Die Erzdiözese Wien wolle mit "Radio Stephansdom" dem Trend zur Kommerzialisierung der Medien eine Initiative zur Sinnorientierung gegenüberstellen. Begmann erinnerte daran, daß im Zeichen des "Leitgedankens der Verkaufbarkeit" die so ausgerichteten Medien immer "uniformer" würden.

Als "Radio Stephansdom"-Programmdirektor unterstrich Anton Gatner, daß das kirchliche Privatradio in Wien "weder gegen den ORF noch gegen die großen Privatsender" antrete. Es gehe vielmehr darum, "Radio für die Menschen" zu machen und ihnen ein "Tagesbegleitprogramm" zu bieten, das aber auch die "Stimme der Kirche" vernehmbar mache.

"Leichte Klassik"

Mit seinem Programm in "leichter Klassik" möchte "Radio Stephansdom" Klassikliebhaber, Neueinsteiger und Sinnsucher ansprechen. Die Musikstücke werden bei "Wiens erstem Klassik-Sender" vollständig gespielt. Das mit Experten ausgesuchte Archiv umfaßt derzeit 6.000 Titel. Tagsüber spielt "Radio Stephansdom" vorwiegend instrumentale Werke aus der Zeit von 1700 bis 1920. Das Nachtprogramm bringt ein breites Angebot für Opern- und Konzertfreunde sowie Liebhaber sakraler Musik.

"Radio Stephansdom" sendet rund um die Uhr. Ab 6 Uhr gibt es "Musik zum Aufwachen", zur vollen Stunde Nachrichten und Wetter. Von 9 bis 12 Uhr wird unter dem Titel "Mattinata" große Klassik am Vormittag gesendet. Von 12 vis 14 Uhr gibt es unter dem Motto "Amabile" einen Musikmix zur Mittagspause, gemischt mit Nachrichten und Wetter. Von 14 bis 16 Uhr steht die Kammermusik im Vordergrund. Von 16 Bis 18.30 Uhr geht es - durchbrochen von Nachrichten und Wetter - unter dem Motto "Moderato" in den "angenehmen Abend". Ab 18.30 Uhr steht - mit dem Titel "Mosaik Kirche" - die Information über die Kirche in Österreich und aller Welt im Vordergrund. Um 19.30 Uhr werden die Weltnachrichten von "Radio Vatikan" übernommen, um 20.15 Uhr steht das "Thema des Tages" auf dem Programm, das auch Hörerkontakt-Sendungen umfaßt.

Spirituelle Impulse gibt es während des ganzen Tages, Sprecherin der Texte ist Mijou Kovacs. Am Sonntag überträgt "Radio Stephansdom" jeweils um 10.15 Uhr den Gottesdienst aus dem Stephansdom - beginnend am kommenden Sonntag mit dem Gottesdienst zum "Ausländersonntag".

Quelle: Leicht aktualisiert nach Kathpress, 24.09.1998
Heftigen Widerspruch hervorgerufen hat ein Interview von Bischof Kurt Krenn mit PROFIL (21.04.1998), worin er weiterhin seine Überzeugung vertritt, Groer sei unschuldig: Obwohl Krenn diese Äußerungen später nicht mehr wiederholen wollte, wurde er noch Tage danach kritisiert, unter anderem von seinem Vorgänger, Bischof Dr. Franz Zak.

 

Ein Wort der Ermutigung
von Henri Kardinal de Lubac SJ (1896-1991)

"Ich verspüre nicht das Bedürfnis nach einer neuen Kirche (Was für eine Kirche sollte das denn sein?), und ich wünsche mir auch nicht, daß eine neue Theologie erfunden wird. Ich liebe unsere Kirche in ihrer Not und ihren Demütigungen, in den Schwächen eines jeden von uns wie in ihrem unendlichen Schatz an verborgener Heiligkeit. Ich liebe diese große Kirche, in der, wie Gregor der Große sagt, unus portatur ab altero (ein jeder vom andern getragen wird), selbst wenn der eine oder andere sich als Feind fühlt, selbst wenn wir ein schwaches Bild abgeben. Ich liebe diese große Kirche, in der diejenigen, die ein öffentliches Amt bekleiden - ohne daß sie es wissen -, getragen werden vom Gebet der Demütigen, die die Welt nie kennen wird. Ich liebe sie in ihrem heutigen, ernsthaften und schwierigen Bemühen, sich zu erneuern - das muß sie fortführen in der Linie des letzten Konzils."

(Henri de Lubac, Zwanzig Jahre danach - Ein Gespräch über Buchstabe und Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils. Verlag Neue Stadt 1985, S.102-103)


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