Papst verurteilt "pluralistische Religionstheologie"
Papst Johannes Paul II. hat die unter dem Namen
"pluralistische Religionstheologie" zusammengefassten Strömungen in
der neueren Theologie verurteilt, die der christlichen Offenbarung nur einen
begrenzten Wahrheitsanspruch neben den anderen Weltreligionen zugestehen. In
einer Ansprache an die vatikanische Glaubenskongregation unter Leitung ihres Präfekten,
Kardinal Joseph Ratzinger, sagte der Papst am Freitag im Vatikan, die These,
dass die Offenbarung Christi nur begrenzt sei und in den anderen Religionen ihre
Ergänzung finde, sei "konträr zum Glauben der Kirche". Zugleich
warnte der Papst vor einer "Denkweise in theologischen und kirchlichen
Kreisen, die dazu neige, die Offenbarung Christi zu relativieren und die
Notwendigkeit der Kirche Christi als universales Heilssakrament zu
redimensionieren".
Um dieser "relativistischen Mentalität" entgegen zu treten, müsse
vor allem betont werden, dass die Offenbarung Christi "definitiv und vollständig"
sei. Zwar seien die Worte, die Taten und das gesamte geschichtliche Ereignis
Christi begrenzt, insofern es sich um menschliche Wirklichkeiten gehandelt habe.
Doch die Wahrheit über Gott werde nicht dadurch aufgehoben oder reduziert, dass
sie in menschlicher Sprechweise ausgesagt wurde. Diese Wahrheit sei
"einzigartig, erschöpfend und vollständig", weil der Sohn Gottes
selbst gesprochen und gehandelt habe.
In Verbindung mit der einzigartigen Mittlerrolle Christi sei auch die Kirche
heilsnotwendig, erklärte der Papst weiter. Es sei daher "irrig, die Kirche
als einen Heilsweg neben dem der anderen Religionen anzusehen". Zwar könnten
auch Nichtchristen unter dem Einfluss der Gnade das ewige Heil erlangen, wenn
sie mit lauterem Herzen Gott suchten. Aber in dieser Suche seien sei faktisch
auf Christus und seine Kirche hingeordnet, betonte der Papst. Im Vergleich zu
den Christen, denen in der Kirche die Fülle der Heilsvermittlung zu Gebote
stehe, befänden sich die Nichtchristen in einer "defizitären
Situation". Deshalb sei die Kirche gehalten, aus Liebe zu den Menschen
weiter Christus als den Weg, die Wahrheit und das Leben zu verkünden. Die
Offenbarung Christi bleibe der Orientierungspunkt für die gesamte Menschheit.
Einen kürzeren Teil seiner Ansprache widmete der Papst ökumenischen Fragen. Er
erinnerte ausdrücklich an den Beitrag der Glaubenskongregation unter Kardinal
Ratzinger zu der Gemeinsamen Augsburger Erklärung von Katholiken und
Lutheranern über die Rechtfertigungslehre. Bei allen Bemühungen um die Einheit
der Christen müsse daran erinnert werden, dass die Kirche Christi nicht eine
"Utopie" sei, die von Menschenhand aus Bruchstücken zusammengesetzt
werden müsse. Vielmehr bestehe nach der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils
die Einheit der Kirche Christi in der katholischen Kirche
"unverlierbar" fort.
Kathpress, 28.01.2000
Am 31. Oktober 1999 wurde in Augsburg die "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre" samt "Gemeinsamer offizieller Festellung" und "Annex" unterzeichnet.
Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre des Lutherischen Weltbundes und der Katholischen Kirche 1997
Quellen zur Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre
Gemeinsame offizielle Feststellung des Lutherischen Weltbundes und der Katholischen Kirche vom 11. Juni 1999
Anhang (Annex) zur Gemeinsamen offiziellen Feststellung
Lese- und Interpretationshilfe: Es
empfiehlt sich, mit Lektüre und Studium beim Anhang (Annex) zu beginnen und
dann über die "Gemeinsame offizielle Feststellung" zur
"Gemeinsamen Erklärung" vorzudringen.
Vom katholischen Verständnis aus ist mit dieser Gemeinsamen Erklärung
keine Aufhebung der dogmatischen Beschlüsse des Konzils von Trient
(1545-1563) erfolgt (was auch gar nicht möglich wäre). Wohl aber hat es im
Verständnis von katholischer und lutherischer Position zur
Rechtfertigungsproblematik inhaltliche Annäherungen und Übereinstimmungen
gegeben, die sich in dieser Erklärung niederschlagen.
VATIKANZEITUNG
BETONT DIE BEDEUTUNG DES ANHANGS ZUR "Gemeinsamen Offiziellen Feststellung"
- Rechtfertigungslehre im Lichte des Annex auslegen
Vatikanstadt, 4. Nov. (ZENIT).- Die italienische Tagesausgabe von "Osservatore
Romano" unterstrich in einer Stellungnahme zur Unterzeichnung der
Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre die Bedeutung des Anhangs zur
"Gemeinsamen Offiziellen Feststellung". Diese Dokumente wurden am 31.
Oktober in Augsburg von Kardinal Cassidy und dem Vertreter des Lutherischen
Weltbundes unterzeichnet. "Osservatore Romano" weist darauf hin, dass
erst der Anhang es erlaube, "zu bestätigen, dass die Verurteilungen der
vergangenen Zeiten nicht mehr die Lehren jeder der beiden Parteien berühren, so
wie sie in der ´Gemeinsamen Erklärung` vorgelegt sind."
Besonders wird auf Ziffer 2 A) des Anhangs verwiesen, wo es heisst:
"Rechtfertigung ist Sündenvergebung und Gerechtmachung, in der Gott ´das
neue Leben in Christus schenkt`(GE)" und: "Die Gerechtfertigten
bleiben in diesem Sinn nicht Sünder".
Die Vatikanzeitung stellt fest, dass die wirkliche Erneuerung des Menschen als
Folge des Wirkens Gottes durch den Text des Anhangs mit aller Klarheit bekräftigt
wird. Unter Ziffer 2 B) des Anhangs wird das katholische Verständnis von
Konkupiszenz, die Neigung zur Sünde, die noch keine Sünde ist, bestätigt.
Unter Ziffer 2 C) des Anhangs wird auch darauf hingewiesen, dass Gottes Gnaden-
wirken das Handeln des Menschen nicht ausschliesst, sondern "dass wir durch
die Kraft des Heiligen Geistes mitwirken können und sollen". Ziffer 2 D)
und E) sprechen ausdrücklich von "guten Werken": "Im Endgericht
werden die Gerechtfertigten auch nach ihren Werken gerichtet" (Ziffer 2
E).
ZENIT-Nachrichtendienst (ZD99110524)
Seligsprechung von Pater Pio am 2. Mai 1999
Papst sprach Pater Pio selig
Rom erwartete den größten Ansturm von Gläubigen zu einer Seligsprechung, den die Stadt je erlebt hat - Der süditalienische Kapuzinerpater und "Wunderheiler", der die Stigmata trug, wurde schon zu seinen Lebzeiten als Heiliger verehrt
Rom, 28.4.99 (KAP) Papst Johannes Paul II. wird am kommenden Sonntag den als "Wunderheiler" bekannten italienischen Kapuziner Pater Pio (1887-1968) seligsprechen. Zu den Feiern in Rom werden bis zu einer Million Pilger erwartet. Das ist der größte Ansturm von Gläubigen zu einer Seligsprechung, den Rom je erlebt hat.
Pater Pio, der mit den Wundmalen Christi gezeichnet war, wurde bereits zu seinen Lebzeiten weit über die Grenzen des Landes hinaus als Heiliger verehrt. Francesco Forgione, so der bürgerliche Name des Ordensmannes, wurde am 25. Mai 1887 in Pietrelcina in Apulien (Süditalien) geboren. Mit 15 Jahren trat er dem Kapuzinerorden bei und nahm den Ordensnamen Pio an. Wegen Tuberkulose mußte er seine Studien oft unterbrechen, bei seiner Priesterweihe 1910 hielt man ihn für sterbenskrank.
In den folgenden Jahren erlebte Pater Pio schmerzhafte Visionen. 1917 fand Pater Pio im Kloster von San Giovanni Rotondo in Apulien Aufnahme. Am 20. September 1918 traten während eines Gebetes vor dem Chorkreuz in der Klosterkirche Wundmale an den Händen, den Füßen und an der Seite des 31jährigen zutage. 50 Jahre lang, bis zu seinem Tod am 23. September 1968, trägt der Kapuziner diese blutenden Stigmata.
Die Nachricht vom
Kapuzinerpater mit den "Wundmalen Christi" sprach sich rasch herum, viele
Neugierige reisten nach San Giovanni Rotondo, um Pater Pio zu sehen. Der
Vatikan verordnete umgehend die Prüfung der Stigmata durch Ärzte
und Mystikfachleute an. Die Experten fanden zu keiner einhelligen Meinung;
jene, die
die Wundmale als
einen "interessanten Fall von Autosuggestion" oder als "neurotische Verletzungen"
bezeichneten, blieben in der Minderheit. Häufiger wurde an die Übernatürlichkeit
des Phänomens geglaubt.
Sanktionen des Vatikans
Dennoch verhängte
Rom verschiedene Sanktionen gegen den Kapuziner. 1931 stellte das damalige
Heilige Officium - aus ihm ging die heutige Glaubenskongregation hervor
- fest, daß die Vorgänge um Pater Pio "nicht übernatürlich"
seien. Von 1931 bis 1934 war es dem Ordensmann verboten, die Messe zu lesen,
Beichte
zu hören und
sogar im Chor der Kirche zu erscheinen. Andere Sanktionen und Verbote folgten,
um die "Hysterie" vieler Gläubiger um Pater Pio einzudämmen.
1960 werden der Beichtstuhl, die Sprechzimmer und die Zelle des Kapuziners
sogar mit versteckten Mikrophonen abgehört; über diese Affäre
hüllen sich bis heute alle Seiten am liebsten in Schweigen.
Doch nicht die Stigmata
allein begründeten den Ruf Pater Pios. Bei ihm fanden viele Pilger
Trost, Hilfe - und auch wundersame Heilung von körperlichen Leiden.
Der schlichte Kapuzier, der San Giovanni bis zu seinem Tod nicht verließ,
war ein unermüdlicher Beichtvater. Manchmal standen Tausende vor seinem
Beichtstuhl
Schlange, obwohl
er als unbequemer Beichtvater galt, der zornig die Absolution verweigerte,
wenn er glaubte, daß ihm etwas verschwiegen wurde.
Pater Pio, der selbst viel unter den Schmerzen seiner Wundmale litt, versuchte das Leid anderer auch praktisch zu lindern, indem er in San Giovanni ein Krankenhaus gründete. Mit seinen heute 1.200 Betten genießt es in der Region einen hervorragenden Ruf.
Karol Wojtyla, damals Erzbischof von Krakau und heute Papst, bat 1962 Pater Pio um ein Gebet für eine krebskranke Polin. Die Frau wurde geheilt. Wojtylas Brief ist bis heute erhalten - ebenso wie das Dankesschreiben nach erfolgter Heilung. Nach dem Attentat auf Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 hatten Anhänger von Pater Pio daran erinnert, daß Karol Wojtyla den Kapuzinerpater im Jahre 1947 besucht hatte. Damals soll ihm der Pater sowohl die Papstwahl wie auch das Attentat vorausgesagt haben.
Bereits 1972, vier Jahre nach seinem Tod 1968, befürwortete Kardinal Wojtyla die Seligsprechung Pios. 1983 wurde schließlich das Seligsprechungsverfahren auf Diözesanebene begonnen, es dauerte bis 1990. Als 1998 eine medizinisch nicht erklärliche "Wunderheilung" auf Fürsprache Pater Pios bestätigt werden konnte, gab der Vatikan grünes Licht für die Seligsprechung.
Größter Wallfahrtsort Europas
Wie sehr Pater Pio
in Italien verehrt wurde und wird, zeigen die Pilgerzahlen in San Giovanni
Rotondo. An manchen Tagen kommen bis zu 40.000 Gläubige zur Wirkungsstätte
und zum Grab des Kapuzinerpaters. San Giovanni hat damit Lourdes inzwischen
vom ersten Platz unter den Wallfahrtsorten verdrängt. An die 7,5
Millionen Besucher
sind im letzten Jahr gezählt worden, in Lourdes waren es sechs Millionen.
Ein Glücksfall für die örtliche Wirtschaft, die 70 Prozent
ihres Ertrages dem Kapuzinerpater zu verdanken hat. Pater Pio verwandelte
ein armes Dorf mit 2.000 Einwohnern in eine Stadt mit blühender Wirtschaft
und 26.000
Einwohnern.
Einige Schritte vom Kloster entfernt entsteht ein neues Gotteshaus. Die neue Kirche soll 7.000 Gläubigen Platz bieten, und auf dem Vorplatz werden sich über 30.000 Pilger versammeln können. Entworfen wurde sie vom berühmten italienischen Architekten Renzo Piano. Der Bau soll 350 Millionen Schilling kosten; die Arbeiten sollen bis zum Heiligen Jahr 2000 abgeschlossen sein.
Trotz aller Verehrung
in Italien und darüber hinaus gab es immer wieder auch kritische Stimmen
zu Pater Pio und der Art, wie er verehrt wurde und wird. Oft ist der Vorwurf
zu hören, der Kapuzinerpater werde von konservativen und traditionalistischen
Gruppen für ihre Zwecke vereinnahmt. Auch werde nicht selten die
Grenze zu abergläubischer
Volksfrömmigkeit überschritten.
Der jetzige Klostervorsteher in San Giovanni, Pater Cocomazzi, hält dem entgegen: "Die Gläubigen kamen nicht nur nach San Giovanni, um den Stigmatisierten zu sehen. Glaube und Hoffnung waren die Tugenden von Pater Pio. Er gab den Leuten viel Hoffnung. Durch ihn offenbarte sich Christus im Menschen. Pater Pio, das ist Christus in unserer Mitte. Die Leute suchen in ihm das, was sie vor 2000 Jahren in Christus gesucht haben." Jesus liebe die Menschen, und er habe diesen demütigen, nur wenig gebildeten Kapuzinerpater ausgewählt, damit er den Menschen die rettende Botschaft bringe, so Cocomazzi.
Auch Pilger aus Österreich
Zur Seligsprechung
in Rom hatte die römische Stadtverwaltung zunächst bis zu zwei
Millionen Pilger "befürchtet". Aufgrund der schlechten Wetterprognose
rechnet man nun mit rund der Hälfte. Unter ihnen werden auch einige
hundert Österreicher sein. Der Petersplatz wird nur für jene
150.000 zugänglich sein, die sich
rechtzeitig eine
Platzkarte gesichert haben. Die Zeremonie wird auf den Platz vor der Lateranbasilika
übertragen, wo weiter 170.000 Menschen Platz haben.
Eine Sondermarke und einen Gedenkblock widmet die Vatikanpost der bevorstehenden Seligsprechung Pater Pios. Die Sondermarke mit dem Nennwert von 800 Lire zeigt ein Porträt des Ordensmannes. Der Block ist in drei Werte zu 300, 600 und 900 Lire unterteilt. Auf ihm sind unter dem Bild des neuen Seligen dessen erste Kapelle und die Basilika in San Giovanni Rotondo sowie das derzeit im Bau befindliche große Gotteshaus in dem süditalienischen Pilgerort zu sehen.
Papstansprache
beim Ad-limina-Besuch
der österreichischen
Bischöfe am 20. November 1998 in Rom
- von stjosef.at erstmals
im Internet publiziert, inzwischen bereits vom ORF
und von "Wir sind Kirche"
gelinkt
Dialog
für Österreich (Delegiertentag
vom 23.-26. Oktober 1998)
Radio
Maria Österreich startete am 12. September auf 104,7 MHz
Programm
und Information:
Radio Maria,
Kirchengasse 17, 3300 Amstetten,
Tel. +43/(0)7472/23617
rma.amstetten@aon.at
Tägliche
Highlights:
7.30 Uhr Vorstellung der Tagesheiligen,
8 Uhr Heilige Messe, 12 Uhr Angelus, 14 Uhr Lokalprogramm, 16 Uhr Nachrichtensendung
von Radio Vatikan, 19 Uhr Rosenkranz, 19.40 Uhr Magazin von Radio Vatikan
Katholischer Privatsender möchte die "gesunde Mitte der Kirche" stärken
Am 12. September, dem Fest Mariä Namen, ging "Radio Maria" im westlichen Niederösterreich auf der Frequenz 104,7 und mit einer Leistung von 400 Watt auf Sendung. Die Sendeanlage befindet sich im Dach der Basilika Sonntagberg. Der Einzugsbereich ist noch nicht ganz ausgetestet, er wird sich aber auf den Raum zwischen Melk und Linz sowie bis ins südliche Mühlviertel erstrecken, wie Geschäftsführer Michael Polzer bei einem Pressegespräch in Amstetten erklärte.
"Die Sendungen sind durch das tägliche Gotteslob der Kirche strukturiert", stellte der Programmverantwortliche, P. Clemens Reischl OSB, fest. So gesehen sei "Radio Maria" ein "untypisches Radio", das in der Gestaltung auch größere Freiheit hat. Die Säulen des Programms seien vor allem die Liturgie der Kirche, die sich durch den ganzen Tag zieht, weiters die "Weiterbildung in Glaubens- und Lebensfragen", unaggressive Musik, von Mozart bis Taize" und die Berichterstattung, vor allem aus dem kirchlichen Bereich. Dabei sollen die Pfarren und christlichen Gemeinschaften der Region mit eingebunden werden. So ist ein tägliches Morgenlob - live aus dem Studio in Amstetten - geplant, täglich um 8 Uhr eine Meßübertragung aus einer Pfarre der Region, mittags das Angelus-Gebet, um 18 Uhr die Vesper und um 19 Uhr der Rosenkranz. Beendet wird der liturgische Tagesablauf um 20.15 Uhr mit einem Abendgebet.
"Unser Programm wird von 6 bis 22 Uhr moderiert. Vieles wird dabei live gesendet": P. Clemens erwartet sich viele freiwillige Mitarbeiter in den Pfarren. Kontakte zu den Pfarren, Bildungshäusern, kirchlichen Vereinen und Gemeinschaften wurden bereits geknüpft.
Die ersten Reaktionen aus der Bevölkerung nach den bisherigen Probesendungen bezeichnet die Regionalverantwortliche Heidi Hebart als "äußerst gut". So hätten sich Jugendliche wie auch Senioren spontan zur Mitarbeit gemeldet. Ihr Anligen sei es, viele Mitarbeiter zu gewinnen und den Einzelnen mit etwa drei Stunden pro Woche nicht zu überfordern.
Bei einigen Programmpunkten ist eine enge Zusammenarbeit mit Radio Horeb in Deutschland vorgesehen, von Radio Vatikan wird täglich eine Magazinsendung übernommen.
Auch "heiße Eisen" werden behandelt
Vom Inhalt her sieht P. Clemens Reischl "Radio Maria" "in der Mitte der Kirche" angesiedelt. Ziel sei es, "die gesunde Mitte der Kirche zu stärken". Man werde auch zu "heißen Eisen" Stellung nehmen. "Zuerst aber wollen wir ein hörendes Radio sein und die Menschen ermutigen, zu hören und zu verstehen." So seien zu allen Sendungen Hörerkontakte geplant. Und zur Ökumene: "'Radio Maria' ist eine katholische Initiative. Wir wollen ein gastliches Radio sein, klar unsere Basis deklarieren und von dort her allen gegenüber offen sein." Michael Polzer betonte darüber hinaus die Eigenständigkeit des österreichischen "Radio Maria". Es sei eine private Initiative, die in der Kirche stehe, aber nicht von einer Diözese abhängig sei. Man suche aber zu allen Ortsbischöfen des Sendegebietes einen guten Kontakt.
Das Hauptstudio von "Radio Maria" befindet sich in Amstetten, ein zweites Studio in Wien und ein drittes in Brixen. Dort habe man die in Konkurs gegangene "Freie Welle Pustertal" mit sieben Sendefrequenzen für "Radio Maria" aufgekauft und wird nach Osttirol und bald auch in den Raum Innsbruck ausstrahlen. Mit Beginn 1999 sei mit diesem Studio eine Satellitenkommunikation geplant, das dann auch die Übernahme des Programms aus Amstetten ermögliche, erklärte Polzer.
Finanziert wird das österreichische "Radio Maria" derzeit aus dem gemeinsamen Topf der "Weltfamilie" von "Radio Maria". Man hoffe, in etwa zwei Jahren durch Hörerspenden auf eigenen Beinen zu stehen. Auf Werbung werde man nicht zurückgreifen.
Die Präsidentin des Trägervereins "Maria Heute", Alexa Gaspari, sieht die Abdeckung der jährlichen Kosten in Höhe von etwa 3 bis 4 Millionen Schilling realistisch, "weil wir etwas zu vermitteln versuchen, das das Leben spannend macht". P. Clemens: "Unsere primäre Zielgruppe sind jene, die am Gotteslob und der Liturgie der Kirche teilnehmen wollen, aber nicht können." Für die Zukunft plane man auch religiöse Kinder- und Jugendprogramme.
Das tägliche Lokalprogramm von 14 bis 16 Uhr (Treffpunkt Mostviertel) sei nicht unbedingt religiös, erklärte Regionalverantwortliche Heidi Hebart. Dort haben auch Schulen, Vereine, Mundartdichter und Musik aus der Region, von Jugendchören bis Blasmusik und Familienmusik ihren Platz.
"Radio
Stephandom" ist seit 24. September 1998 auf Sendung
"Radio Stephansdom" - der erste kirchliche Privatsender im deutschsprachigen Raum - ist seit Donnerstag, 24. September, auf Sendung: Um punkt 12 Uhr drückte Kardinal Dr. Christoph Schönborn bei einem Festakt im Wiener Erzbischöflichen Palais den Startregler. "Radio Stephansdom", Wiens erster Klassiksender, der in der Bundeshauptstadt auf der Frequenz 107,3 zu hören ist, begann sein musikalisches Programm mit der Visitenkarte Wiens, dem "Donauwalzer". Unmittelbar darauf waren die Segenswünsche Papst Johannes Pauls II. zu hören. "Radio Stephansdom"-Geschäftsführer Mag. Wolfgang Bergmann - zugleich Kommunikationsdirektor der Erzdiözese Wien - hatte Johannes Paul II. vorsorglich bei dessen Pastoralbesuch im Juni um einen "O-Ton" gebeten.
"Oasen für die Seele" zu errichten sei eine wesentliche Aufgabe der Kirche, betonte Kardinal Dr. Christoph Schönborn in seiner Ansprache. Dieser Aufgabe solle auch "Radio Stephansdom" als "Radio für Sinnsucher" dienen. Das Radio könne der Kirche helfen, "missionarisch" im guten Sinn zu sein, "also ohne Zwang, sondern im Sinn des Weitererzählens der guten Nachricht". Der Wiener Erzbischof erinnerte in diesem Zusammenhang daran, daß es heute "keinen Kulturkampf mehr" gebe, wohl aber die Versuchung des praktischen Atheismus, "so zu leben, als ob es Gott nicht gäbe". Das Radio könne aber auch helfen, den Nächsten "im Sinn der Solidarität" in den Blick zu bekommen. Mit Radio Stephansdom soll dieser Grundauftrag "mit Lautsprechern verstärkt und hinausgetragen werden".
"Familie - Auslaufmodell oder Hoffnungsträger?" lautete das erste "Thema des Tages". Ab 20.15 setzte sich Radio Stephansdom mit den Grundsätzen der Familie aus Sicht von Gesellschaft, Kirche und Politik auseinander.
"Kein Kampf gegen den ORF"
"Radio Stephansdom"-Geschäftsführer Bergmann hatte eingangs daran erinnert, daß heute gelte, "was in den Medien nicht vorkommt, gibt es nicht". Daran müsse sich auch die katholische Kirche orientieren. Die Erzdiözese Wien wolle mit "Radio Stephansdom" dem Trend zur Kommerzialisierung der Medien eine Initiative zur Sinnorientierung gegenüberstellen. Begmann erinnerte daran, daß im Zeichen des "Leitgedankens der Verkaufbarkeit" die so ausgerichteten Medien immer "uniformer" würden.
Als "Radio Stephansdom"-Programmdirektor unterstrich Anton Gatner, daß das kirchliche Privatradio in Wien "weder gegen den ORF noch gegen die großen Privatsender" antrete. Es gehe vielmehr darum, "Radio für die Menschen" zu machen und ihnen ein "Tagesbegleitprogramm" zu bieten, das aber auch die "Stimme der Kirche" vernehmbar mache.
"Leichte Klassik"
Mit seinem Programm in "leichter Klassik" möchte "Radio Stephansdom" Klassikliebhaber, Neueinsteiger und Sinnsucher ansprechen. Die Musikstücke werden bei "Wiens erstem Klassik-Sender" vollständig gespielt. Das mit Experten ausgesuchte Archiv umfaßt derzeit 6.000 Titel. Tagsüber spielt "Radio Stephansdom" vorwiegend instrumentale Werke aus der Zeit von 1700 bis 1920. Das Nachtprogramm bringt ein breites Angebot für Opern- und Konzertfreunde sowie Liebhaber sakraler Musik.
"Radio Stephansdom" sendet rund um die Uhr. Ab 6 Uhr gibt es "Musik zum Aufwachen", zur vollen Stunde Nachrichten und Wetter. Von 9 bis 12 Uhr wird unter dem Titel "Mattinata" große Klassik am Vormittag gesendet. Von 12 vis 14 Uhr gibt es unter dem Motto "Amabile" einen Musikmix zur Mittagspause, gemischt mit Nachrichten und Wetter. Von 14 bis 16 Uhr steht die Kammermusik im Vordergrund. Von 16 Bis 18.30 Uhr geht es - durchbrochen von Nachrichten und Wetter - unter dem Motto "Moderato" in den "angenehmen Abend". Ab 18.30 Uhr steht - mit dem Titel "Mosaik Kirche" - die Information über die Kirche in Österreich und aller Welt im Vordergrund. Um 19.30 Uhr werden die Weltnachrichten von "Radio Vatikan" übernommen, um 20.15 Uhr steht das "Thema des Tages" auf dem Programm, das auch Hörerkontakt-Sendungen umfaßt.
Spirituelle Impulse gibt es während des ganzen Tages, Sprecherin der Texte ist Mijou Kovacs. Am Sonntag überträgt "Radio Stephansdom" jeweils um 10.15 Uhr den Gottesdienst aus dem Stephansdom - beginnend am kommenden Sonntag mit dem Gottesdienst zum "Ausländersonntag".
Das Kommunique
der Apostolischen Nuntiatur, Wien, zur "Causa Groer" hat folgenden Wortlaut:
"Im Auftrag
des Heiligen Vaters hat der Abt-Primas der Benediktiner, Marcel Rooney,
eine außerordentliche Visitation des Stiftes Göttweig durchgeführt
und dem Heiligen Vater berichtet. In der Folge gibt
Kardinal Dr. Hans Hermann Groer diese Erklärung ab: 'In
den vergangenen drei Jahren hat es zu meiner Person zahlreiche oft unzutreffende
Behauptungen gegeben. Ich bitte Gott und die Menschen um Vergebung, wenn
ich Schuld auf mich geladen habe. Selbstverständlich bin ich bereit,
einer Bitte des Heiligen Vaters zu entsprechen, meinen bisherigen Wirkungskreis
aufzugeben. In einem wünsche ich den Mitgliedern der Österreichischen
Bischofskonferenz Gottes Segen für ihren Dienst an der Kirche in unserem
Land'." (KAP, 14. April 1998)
Kardinal Groer hat sich Anfang Mai außer Landes begeben (Ostdeutschland) und entspricht damit der Bitte des Papstes nach Aufgabe des bisherigen Wirkungskreises.
In diesem Zusammenhang ist
es von Interesse, die von Kardinal Groer am
8. April 1995 in der "Kronen-Zeitung" abgegebene
und von den übrigen Medien kaum beachtete Stellungnahme
erneut
zu lesen:
"Aus der schmerzlichen Erfahrung
permanenter Verachtung und Verletzung der Grundbedingungen allen Zusammenlebens
sehe ich mich heute veranlaßt, Nachstehendes zu erklären: Die
auf breiter Front massiven, gesteigerten Attacken gegen mich verunsichern
und gefährden viele Gutgesinnte und Gläubige, erzeugen Unruhe
und Zweifel - auch an der Kirche. Deshalb sehe ich mich verpflichtet, Inhalt
und Gestalt der gegen mich getätigten Diffamierung und vernichtenden
Kritik zurückzuweisen."
Am 16. April 1998 hat auch Kardinal Schönborn eine abschließende Stellungnahme abgegeben:
"1. Als Bischof
dieser Diözese entschuldige ich mich für alles, wodurch mein
Vorgänger und andere kirchliche Amtsträger sich an ihnen anvertrauten
Menschen verfehlt haben.
Wir sind in
der Erzdiözese Wien bereit, all denen Hilfe anzubieten, die dadurch
Schaden genommen haben.
2. Ich gehe davon
aus, daß Kardinal Groer der klaren Bitte des Papstes - seinen bisherigen
Wirkungskreis aufzugeben - nachkommen wird. Das bedeutet, daß er
nicht mehr als Bischof oder Kardinal in Erscheinung treten und Österreich
verlassen wird.
Ich nenne aber
auch ausdrücklich und dankend das viele Gute, das mein Vorgänger
geleistet hat und das erhalten bleibt.
3. Als Mensch und als Bischof spreche ich eine dringende Bitte aus: Lassen wir bitte ab von weiteren Diskussionen um die Person meines Vorgängers. Wie oft im Leben bleibt vieles offen und unbeantwortet. Die Ereignisse haben vielen Menschen tiefe Wunden geschlagen, nicht wenige sind verunsichert und enttäuscht. Ich bitte und lade dazu ein, gemeinsam den Weg des gegenseitigen Vertrauens in Ehrlichkeit, Respekt und in Barmherzigkeit zu gehen."
Natürlich gibt es bei tatsächlichem sexuellen Mißbrauch echte "Opfer", die nicht zugleich (Mit-)Täter sind. Grauzonen der Unterscheidung mag es auch geben, wo Verführte zugleich oder nachträglich in etwas einwilligen, das sie allerdings vorher aus freien Stücken nie gewollt hätten.
"Mit Inzest in Verbindung zu bringen ist der sexuelle Mißbrauch, den Erwachsene an Kindern oder Jugendlichen begehen, die ihrer Obhut anvertraut sind. Dann kommt zu der Verfehlung ein skandalöser Verstoß gegen die leibliche und moralische Unversehrtheit der jungen Menschen hinzu, die dadurch für ihr ganzes Leben gezeichnet bleiben. Hier ist zudem eine krasse Verletzung der Erziehungsverantwortung gegeben." (Katechismus der Katholischen Kirche [= KKK], Nr. 2389)
Nachsatz: Die Kirche verurteilt diese Sünde, von wem immer sie begangen wird.
Bischof Krenn
distanziert sich von dieser Einschätzung
durch seine Amtskollegen. Er hält Kardinal Groer weiterhin für
unschuldig, ebenfalls "mit moralischer Gewißheit". Niemand habe ihm
neue Beweise vorgelegt. Er halte es seine Pflicht, weiterhin für Groer
einzutreten. Auch Militärbischof Werner distanziert sich von der Erklärung,
während die Bischöfe Aichern und Iby ihre Übereinstimmung
mit der "Bischöflichen Erklärung" ausgedrückt haben.
Weihbischof
Laun stellt im NEWS-Interview
fest, in die Erklärung nicht eingebunden worden zu sein und keine
gesicherten Erkenntnisse über eine mögliche Schuld Groers zu
haben.
Vgl. dazu: Ludwig Hoffmann-Rumerstein: Voreilig, unklug und rechtlich fragwürdig. Kritische Anmerkungen zum "Fall Groer", Gastkommentar in: "Die Presse", 11. März 1998. Hoffman-Rumerstein ist Groß-Komtur des Souveränen Malteser-Ritterordens.
Diese unterschiedliche Sichtweise in der konkreten Beurteilung einer Person oder einer Sachlage ist zwar schmerzlich und für manche wie ein Ärgernis, bedeutet aber - ganz nüchtern festgestellt - keinen Dissens in Glaubensfragen. Es gilt in der Kirche für Laien ebenso wie für Priester und Bischöfe: "Oftmals wird gerade eine christliche Schau der Dinge ihnen eine bestimmte Lösung in einer konkreten Situation nahelegen. Aber andere Christen werden vielleicht, wie es häufiger, und zwar legitim, der Fall ist, bei gleicher Gewissenhaftigkeit in der gleichen Frage zu einem anderen Urteil kommen." (2. Vatikanisches Konzil, Gaudium et spes 43).
Ein Wort
der Ermutigung
von Henri Kardinal
de Lubac SJ (1896-1991)
"Ich verspüre nicht das Bedürfnis nach einer neuen Kirche (Was für eine Kirche sollte das denn sein?), und ich wünsche mir auch nicht, daß eine neue Theologie erfunden wird. Ich liebe unsere Kirche in ihrer Not und ihren Demütigungen, in den Schwächen eines jeden von uns wie in ihrem unendlichen Schatz an verborgener Heiligkeit. Ich liebe diese große Kirche, in der, wie Gregor der Große sagt, unus portatur ab altero (ein jeder vom andern getragen wird), selbst wenn der eine oder andere sich als Feind fühlt, selbst wenn wir ein schwaches Bild abgeben. Ich liebe diese große Kirche, in der diejenigen, die ein öffentliches Amt bekleiden - ohne daß sie es wissen -, getragen werden vom Gebet der Demütigen, die die Welt nie kennen wird. Ich liebe sie in ihrem heutigen, ernsthaften und schwierigen Bemühen, sich zu erneuern - das muß sie fortführen in der Linie des letzten Konzils."
(Henri de Lubac, Zwanzig Jahre danach - Ein Gespräch
über Buchstabe und Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils. Verlag
Neue Stadt 1985, S.102-103)
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